Viel hilft nicht viel: Desinfektion mit Augenmaß

Das Gesundheitsministerium Sachsen-Anhalt spricht sich angesichts von umfassenden Hygienemaßnahmen während der Coronavirus-Pandemie für einen gezielten und maßvollen Einsatz von Desinfektionsmitteln aus. „Eine gründliche und regelmäßige Reinigung, insbesondere der Hände sowie häufig benutzter Flächen und Gegenstände, ist eine wichtige Grundlage für einen guten Hygienestatus, auch außerhalb von Pandemiezeiten“, erklärt Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne und nimmt Bezug auf aktuelle Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes.

Eine routinemäßige Desinfektion größerer Flächen zu Hause oder in öffentlichen Bereichen, wie Schulen oder Kindergärten wird generell nicht empfohlen, auch nicht während einer Pandemie. Ein übermäßiger und regelmäßiger Gebrauch von Desinfektionsmitteln fördert die Bildung von Resistenzen der Erreger, begünstigt die Entstehung von Allergien und belastet nicht zuletzt die Umwelt.  Auch das routinemäßige Tragen von Infektionsschutzhandschuhen ist nicht notwendig. „Man kann es nicht oft genug sagen: Wichtig bleibt regelmäßiges und sorgsames Händewaschen“, betont Grimm-Benne.

Nachweise über eine Übertragung des Coronavirus durch Oberflächen im öffentlichen Bereich liegen bis jetzt nicht vor. In diesem Fall ist die angemessene Reinigung mit den üblichen Reinigungsmitteln notwendig. Ausnahmen bestehen in Situationen, in denen an Covid-19-Erkrankte im häuslichen und medizinischen Bereich versorgt werden. Eine Desinfektion ist v.a. in Gemeinschaftseinrichtungen nur dann notwendig, wenn es zu Verunreinigungen mit z.B. Blut, Erbrochenem, Stuhl oder Urin gekommen ist.

Quelle: Ministerium für Gesundheit, Soziales und Integration

Artikel Vorlesen