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BCKategorie 21.07.2014 15:13:07 Uhr

Frühjahrshochwasser 2006

Hydrometeorologische Situation

Durch den in den Wintermonaten bei Minusgraden als Schnee gespeicherten Niederschlag kommt es beim Ansteigen der Temperaturen im Frühjahr zur Schneeschmelze und damit zu einem konzentriertem Abfluss der gespeicherten Wassermengen. Diese Abflüsse führen in der Regel zu Hochwasser, stellen aber meist keine akute Gefahr dar.
Durch die überdurchschnittlich hohen Schneerücklagen mit einem Wasseräquivalent von ca. 1,3 Mrd. m³ in den Gebirgslagen des Oberlaufes des Einzugsgebietes der Elbe in Tschechien und im Erzgebirge waren schon vor dem einsetzenden Tauwetter hohe Wasserstände in den Flüssen zu erwarten. Da mit dem Tauwetter ab dem 25.03.2006 zusätzlich Regen einsetzte, erhöhte sich der Hochwasserabfluss in den Flüssen zusätzlich. Die Verstärkung entstand dadurch, dass der Regen auf noch gefrorenen bzw. auf durch Tauwetter vorgesättigten Boden fiel und somit direkt abflusswirksam wurde.

Vergleich mit dem Augusthochwasser 2002

Durch seine lange Scheitelausbildung unterscheidet sich das Frühjahrhochwasser 2006 von dem Augusthochwasser 2002 erheblich. Bei dem Hochwasser 2002 stiegen die Pegelwerte von Tangermünde und Wittenberge am 16. bzw. 18. August über die 5 m-Marke an. Schon nach ca. 16 Tagen, um den 1. September, fiel der Wasserstand wieder unter diese Marke ab. Im Frühjahr 2006 hingegen verlängerte sich diese Zeit auf teilweise das Doppelte. Die Marke von über 5 m blieb bis zu 32 Tage am Pegel Tangermünde und 26 Tage in Wittenberge überschritten.
Im Augusthochwasser 2002 wurden zu Scheitelkappung die Havelpolder geflutet. Dafür wurde das Wehr in Quitzöbel geöffnet und die Spitze des Hochwassers staute sich zurück in die Havel. Anschließend wurden 5 der 6 Polder geflutet, wodurch der Scheitel in Wittenberge um etwa 40 cm tiefer lag.
Auch im Hochwasser 2006 wurde in Erwägung gezogen, die Havelpolder zu fluten. Im Gegensatz zum Hochwasser 2002 wurde im Frühjahrshochwasser 2006 entschieden, die Havelpolder nicht zu fluten. Folgende Gründe wurden gegen die Flutung der Polderflächen durch den Beraterstab angeführt:
  • Da die Havel ein eigenes Hochwasser führte, wurde der Havelschlauch zur Speicherung des Eigenwassers der Havel benötigt.
  • Das erforderliche Kappungsvolumen überschritt das vorhandene Poldervolumen.
09.08.2010

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