Kulturprojekt Stadtinsel Havelberg e.V erhält Auszeichnung "Demokratie-Ort"

Am 11. Oktober 2021 übergab Landrat Patrick Puhlmann im Rahmen der diesjährigen Förderung durch das Jugendforum der Partnerschaft für Demokratie des Landkreises Stendal dem Kulturprojekt Stadtinsel Havelberg e.V. die Auszeichnung "Demokratie-Ort" für die Umsetzung des Projektes „Havelberg 2035 Barcamp“.

Der Kulturprojekt Stadtinsel Havelberg e.V. und sein Vorsitzender Dr. Tillmann Lohse setzten sich mit ihrer Arbeit gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen beispielhalft für die Leitziele der Demokratiepartnerschaft ein und leisten einen wichtigen Beitrag zur Demokratieförderung, Vielfaltsgestaltung und Extremismusprävention im Landkreis Stendal. Mit der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) bis 2035 leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des § 80 des Kommunalverfassungsgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt, wonach

„Die Kommunen Kinder und Jugendliche […] bei Planungen und Vorhaben, die deren spezifische Interessen berühren, in angemessener Weise beteiligen [sollen]. Hierzu können geeignete Verfahren entwickelt, Beiräte gebildet oder Beauftragte bestellt werden“.

Das Projekt „Partnerschaft für Demokratie“ wird über das Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ vom Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Der Landkreis Stendal als Projektträger zeichnet jährlich engagierte Träger und Aktionen mit einem Wandschild und einem Zertifikat als Orte der Demokratie aus.

 

Das ausgezeichnete Projekt „Havelberg 2035 Barcamp“

Im Rahmen einer Ideenwerkstatt (Barcamp) beschäftigten sich im Juni 2021 insgesamt 21 Kinder und Jugendliche im Alter von 7 – 17 Jahren mit den Fragen was soll mit Blick auf die Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes 2035 in Havelberg so bleiben, was verändert und was neu geschaffen werden? Viele Teilnehmer*innen kamen hierbei aus dem Jugendzentrum Havelberg und wurden vom Leiter Thomas Will begleitet. Eingeleitet wurde die Ideenwerkstatt mit einem Theaterspiel, das die Kreativität entfaltete, sodass nach kurzer Zeit bereits Tafeln Ideen zu Themen wie Freizeit, Bildung und Kultur gut gefüllt waren. Bürgermeister Bernd Poloski (parteilos) sowie Simon Grimm und Inga Möller von den „Raumplanern“ aus Berlin – das Planungsbüro begleitet die Fortschreibung des Entwicklungskonzeptes – begleiteten die Ideenwerkstatt. Am Ende standen Ergebnisse wie die Schaffung einer Badestelle in der Havel, die Verbesserung des Bolzplatzes in der Oberstadt am sogenannten Oxi-Graben durch Fangzäune und Kunstrasen, ein Trimm-Dich-Pfad für Jung und Alt auf den Ideentafeln oder die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs auf den Ideentafeln.

 

Informationen zum Bundesprogramm „Demokratie leben!“ und zur „Partnerschaft für Demokratie des Landkreises Stendal“

Die Förderung von Demokratie- und Toleranzaktionen ist eingebettet in Bestrebungen des Landkreises Stendal, langfristig und umfassend Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in der Region abzubauen, eine Kultur der Vielfalt und Weltoffenheit zu stärken sowie Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen.

Neben dem Federführenden Amt (Integrationskoordination des Landkreises Stendal) und der Koordinierungs- und Fachstelle (KinderStärken e.V.) ist der Begleitausschuss das wesentliche Element der Partnerschaft für Demokratie des Landkreises. In dem Gremium arbeiten zivilgesellschaftliche Akteure des Landkreises Stendal gemeinsam mit der Kreispolitik und der Kreisverwaltung an der Vision, dass der Landkreis Stendal zu einer Region wird, in der alle Menschen ohne Bevorzugung oder Benachteiligung die Chance haben, sich in die demokratischen Entscheidungsprozesse zur Gestaltung ihrer Lebenswelt(en) in Stadt und Land einzubringen und sich für den Wert von Demokratie und Menschenrechten einsetzen.

Der Begleitausschuss entscheidet über die Vergabe des Initiativ- und Aktionsfonds in Höhe von insgesamt 42.500€, anhand der in der Handlungsstrategie festgelegten Teilziele:

  1. ALLE Menschen im Landkreis Stendal können ihr Recht auf Mitbestimmung wahrnehmen und sich für ein demokratisches Gemeinwesen einsetzen. 
  2. Jegliche Bevorzugung oder Benachteiligung im Landkreis Stendal ist abgebaut.
  3. Ideologien, die einer gleichberechtigten Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen sowie einer freiheitlich demokratischen Grundordnung widersprechen, sind im Landkreis Stendal abgebaut.

Darüber hinaus stehen dem Jugendforum des Landkreises Stendal, welches sich aus Kindern und Jugendlichen der Regionalgruppen in Osterburg, Seehausen und Tangerhütte zusammensetzt, ca. 14.000€ zur eigenständigen Vergabe von Förderungen für Aktionen im Landkreis Stendal zur Verfügung. Die Mitglieder des Jugendforums setzen zudem auch regelmäßig eigene Projekte in den oben genannten Themengebieten um.

Insgesamt können in 2021 somit bisher 17 Aktionen von Initiativen, Vereinen und gemeinnützigen Organisationen aus dem Landkreis Stendal gefördert werden, darunter bspw. das Begegnungsfest im August in Lindenberg in der Gemeinde Zehrental, der Aufbau eines Kita-Parlaments in der Kindertagesstätte „Kleine Ritter“ in Tangermünde oder eine Bildungsfahrt des Shalomhaus Tangermünde e.V. zur Moses Mendelssohn Akademie nach Halberstadt.   

Hinweis: Die Veröffentlichungen stellen keine Meinungsäußerung des BMFSFJ und es BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autor*innen die Verantwortung.

 

Rückfragen zur Umsetzung im Landkreis an:

 

KinderStärken e.V.                                          

Koordinierungs- und Fachstelle „Partnerschaft

für Demokratie im Landkreis Stendal“

E-Mail: pfd-stendal@kinderstaerken-ev.de

Facebook: https://www.facebook.com/demokratielandkreisstendal/

Website: https://www.kinderstaerken-ev.de/pfd-lk-sdl/

 

Landkreis Stendal                                 

Koordinierungsstelle Integration

Jakob Wernike

E-Mail: jakob.wernike@landkreis-stendal.de

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