Vortrag "Alltagsrassismus, Vielfalt und Umgang mit Diskriminierung"

 

Der befremdliche Blick auf der Straße, die öffentlich formulierte Ablehnung von Glaubensinhalten, die homophobe Beleidigung an der Bushaltestelle, der Zugang durch den Hintereingang für Rollstuhlfahrer*innen, die geringere Chance auf eine Praktikumsstelle wegen des „ausländisch“ klingenden Namens, die fehlende Toilette für Trans*-Menschen. Diskriminierung ist weiterhin Alltag für viele Menschen in Deutschland – aber was versteht man eigentlich genau darunter? Wie äußert sich Diskriminierung in Deutschland? In welchen Situationen zeigt sich diskriminierendes Verhalten und Alltagsrassismus bei einem selbst? Wo findet sich in unserer Sprache Diskriminierung wieder? Und wie kann ich ihnen selbst entgegenwirken?

Diesen Fragen ging der Altmärkische Gehörlosenverein e. V. gemeinsam mit dem Inklusionsbeirat des Landkreises Stendal und dem Örtlichen Teilhabemanagement im Landkreis Stendal nach und hat dafür die Referentin Katja Paulke.

Frau Paulke hielt einen Vortrag zum Thema "Alltagsrassismus, Vielfalt und Umgang mit Diskriminierung“ am 14. Oktober 2020 im Landratsamt. Nach Begriffserklärungen ging sie auf Machtverhältnisse und sprachliche Muster ein.

Auch das Thema der Behinderung spielte beim Vortrag eine wichtige Rolle. Laut Jahresbericht der Antidiskriminierungsstelle 2019 beziehen 26 % aller Diskriminierung auf Behinderung. Diskriminierung gegenüber Menschen mit Behinderung zeigt sich beispielsweise indem man selbstverständlich das "Du" verwendet, Menschen mit Behinderung durch das Wort "Behinderte" reduziert werden und es so zu einer Verallgemeinerung kommt, da nicht nach Behinderungsarten differenziert wird.

Als Handlungsstrategien nannte Frau Paulke folgende:

  • Sichtbar werden
  • Gebärdensprachdolmetscher*innen hinzuziehen
  • Anzeigen (Antidiskriminierungsstelle)
  • Gruppen und Vereine bilden

Anschließend stellte Maike Simla das Netzwerk „RESPEKT. Für Teilhabe und gegen Diskriminierung“ vor und es wurde die Möglichkeit genutzt zu diskutieren.

Zu der Veranstaltung waren zwei Gebärdensprachdolmetscher*innen anwesend.

 

 

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