Stendaler Frühjahrsputz im März 2021

Viele Bürgerinnen und Bürger Stendals waren vergangene Woche unterwegs, um die Stadt von Müll und Unrat zu befreien. Dem Aufruf der Freiwilligen-Agentur Altmark „Stendal räumt auf!“ ist am vergangenen Samstag auch die Interessengruppe „Barrierefreies Stendal“ gefolgt und hat sich an der Stendaler Frühjahrsputz-Aktion beteiligt.

Trotz Wind und Nieselregen traf sich die Gruppe vor dem Stadtteilbüro Stendal-Stadtsee, in welchem sich regelmäßig vor der Corona-Pandemie getroffen wurde, um für Ordnung zu sorgen. Die „Müllausbeute“ war beachtlich, vor allem Flaschen und Glasscherben wurden von den Teilnehmern eingesammelt. „Das finde ich unverantwortlich!“ sagt Elisabeth Seyer. Seit Januar 2021 arbeitet sie als Gleichstellungsbeauftragte und Beauftragte für Menschen mit Behinderung im Landkreis Stendal. „Gerade für kleine Kinder und Tiere ist herumliegendes Glas sehr gefährlich. Sie können sich daran verletzen.“, fügt sie hinzu. Und natürlich lädt dieser Anblick nicht zum Verweilen ein. Eine Passantin mit Rollator spricht der Gruppe großes Lob aus: „Vielen Dank für Ihre Arbeit! So sieht es schon viel besser aus und ich muss keine Sorge haben, dass die Räder meiner Rollatoren beschädigt oder verschmutzt werden“.

Annemarie Kock, die Bezirksstellenleiterin des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Sachsen-Anhalt Nord, ist seit ihrer Geburt blind und vertritt in der Interessengruppe „Barrierefreies Stendal“ die Belange von Menschen mit Sehbehinderung. Während sie dabei hilft, die Müllsäcke zu befüllen, erzählt sie, dass sie zur Förderung ihrer Mobilität und Selbstständigkeit in Zukunft einen Blindenführhund haben möchte. Bei den herumliegenden Scherben bekommt sie jedoch Angst: „Wie kann ich mir sicher sein, dass der Blindenführhund nicht in Glasscherben tritt oder zum Beispiel Plastik aufnimmt? Ich selbst habe auch schon Erfahrungen gemacht, dass manche Halter Hundekot auf den Gehwegen oder den Wiesen nicht beseitigen. Es ist nicht nur unschön, reinzutreten, sondern stellt auch ein Infektionsrisiko für andere Hunde und Tiere dar. Ich bitte alle Stendalerinnen und Stendaler um gegenseitige Rücksichtnahme. Wir sind alle für unsere Stadt verantwortlich!“.

Nach 1,5 Stunden fleißigem Sammeln waren fünf gefüllte Müllsäcke zusammengekommen und das Gebiet um das Stadtteilbüro ein wenig sauberer. Die Gruppe „Barrierefreies Stendal“ ist  sich einig, dass solche Aktionen, wie der Stendaler Frühjahrsputz wichtig sind, um ihre Stadt sauber zu halten und für Tiere und auch Kinder ein wenig sicherer zu machen.

 

Hintergrund:

Die Interessengruppe „Barrierefreies Stendal“ wurde im Jahr 2019 vom Stadtteilbüro Stendal-Stadtsee und dem Örtlichen Teilhabemanagement im Landkreis Stendal gegründet. Die Gruppe, die aus Stendaler Bürgerinnen und Bürgern mit Behinderung und ohne Behinderung besteht, setzt sich für ein inklusives und barrierefreies Stendal ein. Gemeinsam werden Veranstaltungen und Aktionen zur Sensibilisierung der Bevölkerung geplant und sich an regionalen Aktionen, wie dem Kinder- und Familienfest am Stadtsee oder dem Stendaler Frühjahrsputz beteiligt, um Menschen mit Behinderung und ihre Belange im gesellschaftlichen Leben sichtbarer zu machen. Neue Mitglieder sind gerne willkommen und melden sich bitte an das Örtliche Teilhabemanagement im Landkreis Stendal (teilhabe@landkreis-stendal.de oder tel. 03931-607194 (-96)).

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