Unter dem Motto „Inklusion kennt kein Alter“
Unter dem Motto „Inklusion kennt kein Alter“ verwandelte sich am Sonntagnachmittag der Stendaler Tiergarten in das „Fest der Begegnung“. Zum 33. Mal hatte die gleichnamige Interessensgemeinschaft, seit einigen Jahren unterstützt durch das Örtliche Teilhabemanagement, ein vielfältiges Bühnenprogramm sowie zahlreiche Informations- und Mitmachstände vorbereitet, etwa 300 Besucher waren bei sommerlichen Temperaturen der Einladung gefolgt. Ziel war es, Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern, Vorurteile abzubauen und Inklusion im Alltag sichtbar und erlebbar zu machen.
Nach der Eröffnung durch Marcus Graubner, Vorsitzender des Allgemeinen Behindertenverbands Stendal, sowie Patrick Puhlmann begann eine Talkrunde zum Motto „Inklusion kennt kein Alter“. Moderiert von Stefan Bernschein diskutierten der Landrat, der Landesbehindertenbeauftragte Dr. Christian Walbrach, die sozialpolitisch engagierte Nicole Anger, Marika Mund, Leiterin des Mehrgenerationenhauses Stendal, Marion Zosel-Mohr von der Freiwilligen-Agentur Altmark sowie Graubner über Wege gelingender Teilhabe zwischen den Generationen. Die Beiträge der Talkrunde wurden durch Gebärdensprachdolmetscherinnen übersetzt und waren damit auch für gehörlose Besucher barrierefrei zugänglich.
Im Mittelpunkt standen insbesondere erfolgreiche Inklusionsprojekte an Schulen sowie die Frage, wie Begegnungen zwischen Jung und Alt nachhaltig gestärkt werden können. Zudem wurde deutlich, dass Einsamkeit ein gesellschaftliches Querschnittsthema ist, das Menschen unabhängig von Alter oder Behinderung betreffen kann. Verschiedene lokale Angebote, etwa der Freiwilligen-Agentur Altmark und des Mehrgenerationenhauses Stendal, setzen hier wichtige Impulse. Auch auf frühere Informations- und Veranstaltungsformate wurde hingewiesen, darunter das Demenz Forum im Landratsamt sowie die Vortragsreihe des Digitalen Engels, die das Örtliche Teilhabemanagement im Landkreis Stendal organisiert hatte.
Zum Abschluss der Talkrunde wurden Johanna Michelis und Vanessa Böttcher vom Örtlichen Teilhabemanagement des Landkreises Stendal sowie Franziska Moratschke für ihr Engagement rund um das Fest der Begegnung mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet.
Im Anschluss folgten zwei besondere inklusive Programmpunkte: Steffen Klein interpretierte das Lied „Ich wollte nie erwachsen sein“ von Peter Maffay in Gebärdensprache und setzte damit ein eindrucksvolles Zeichen für barrierefreie Kulturvermittlung. Danach präsentierte der Chor der Borghardt Stiftung Stendal zwei musikalische Beiträge.
Das weitere Bühnenprogramm bot ein abwechslungsreiches und musikalisches Spektrum, unter anderem mit dem Duo Lea und Dustin von „Tick2Loud“, dem Straßenmusiker „Laysea“ sowie energiegeladenen Auftritten der Tanzgruppe „SugarGirls“. Für zusätzliche Freude sorgte ein Clown, der insbesondere bei den jüngeren Gästen für viele lachende Gesichter sorgte.
Abseits der Bühne präsentierten sich zahlreiche regionale Institutionen und Initiativen an Informations- und Mitmachständen. Dazu zählten unter anderem die Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber, die Selbsthilfekontaktstelle des Paritätischen Sachsen-Anhalt, das Theater der Altmark mit einer Hörverstärkungsanlage, die Fahrschule Liebsch mit einem umgebauten Fahrzeug für die Handicap-Ausbildung sowie die Interessengemeinschaft „Barrierefreies Tangermünde“.
Das Fest zeigte einmal mehr, dass Inklusion dort am stärksten wirkt, wo Menschen sich begegnen, im direkten Austausch, im gemeinsamen Erleben und in der Vielfalt der Perspektiven. Veranstaltungen wie diese tragen dazu bei, Barrieren im Denken abzubauen und gesellschaftliche Teilhabe selbstverständlich zu machen.


