Von Erfahrungen zwischen Fischfang und -forschung
Sommertour: Patrick Puhlmann im Austausch mit Gernot Quaschny über Gewässerbewirtschaftung und Co.
Rein formell wird Fischerei in Sachsen-Anhalt zur Landwirtschaft gezählt, doch damit zu tun hat es wenig, wie Gernot Quaschny sagt. Der Fischer aus Hohengöhren ist in der Region und weiter darüber hinaus bekannt – und das nicht erst seit dem Hochwasser im Jahr 2013. Über die Erfahrungen in der Bewirtschaftung altmärkischer Gewässer und darüber hinaus wollte sich Patrick Puhlmann schon länger mit dem erfahrenen Fischermeister austauschen, nun hat es nach etlichen Anläufen im Rahmen der diesjährigen Sommertour geklappt.
Bei einem Besuch auf dem Quaschny-Hof bleibt das Hausboot, wenn auch mittlerweile verkleidet, nicht verborgen. Schnell war das Gespräch zwischen ihm und dem Landrat, der von Verbandsgemeinde-Bürgermeisterin Steffi Friedebold begleitet wurde, so beim Hochwasser 2013, obwohl es das gar nicht sollte. Denn anstatt über Vergangenes zu sprechen, stand für Puhlmann die Gegenwart auf dem Programm. Schon nach wenigen Minuten konnte er seine erste Lehre ziehen: „Das hier ist mehr als Fischverkauf.“ Denn der Landrat wurde neben Quaschny von einem Hund empfangen und sogleich berichtete der Fischer, dass er etliche Jahre ein zusätzliches Standbein mit Hunden in der Jagd hatte. „Da waren wir in ganz Europa unterwegs. Die Zeiten haben sich aber geändert“, so Quaschny.
Der Hohengöhrener berichtete dem Landrat, welche Gewässer er bewirtschaftet, wie das finanziert wird und welche Hürden er teilweise zu nehmen habe. Dabei kam auch zur Sprache, dass ein Leben rein vom Fischfang hier nicht möglich sei. So hat er ein zweites Standbein in der Forschung, ist hier regelmäßig an der Rappbodetalsperre im Harz und auch darüber hinaus im Einsatz. In der Elbe ermittelt er für seinen Bereich, welche Fischarten hier noch beheimatet sind. Dabei seien die Aussichten nicht gerade rosig, geht doch der Wasserpegel in diesem Sommer wieder stark zurück.
Immer wieder aktuell ist für den Landrat das Thema der Bewirtschaftung von Gewässern in der Region. Hierzu hatte Quaschny eine klare Meinung, „die nur niemand hören möchte“, so der Fischer. „Es wird jede Menge Geld für Bagger ausgegeben, anstelle die Natur sich selbst regulieren zu lassen“, sagt Quaschny, dessen Lösung Graskarpfen heißt.
Am Ende bedankte sich Puhlmann für den spannenden Einblick in die Arbeit des Fischers. „Gernot Quaschny hat in den letzten Jahren unternehmerisches Fingerspitzengefühl bewiesen, immer wieder neue Standbeine entwickelt. Allein das verdient höchsten Respekt. In Kombination mit dem persönlichen Schicksal betrachtet freue ich mich, Menschen hier in der Region zu haben, die so spezielle Fachkenntnisse haben und niemals aufgeben“, so der Landrat weiter.

