Von der Ausbildungsmesse zur Lehrstelle im Handwerk
Sommertour: Landrat besucht Elektro Balfanz in Kläden.
Der Tag der Deutschen Einheit steht für die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten im Jahr 1990. Seither wird dieser Tag am 3. Oktober gefeiert und nach dieser politischen Wende hat sich wirtschaftlich in dem Gebiet der früheren Deutschen Demokratischen Republik (DDR) einiges verändert. In Kläden konnte ein Elektromeister den Einigungsvertrag aber nicht abwarten: Jürgen Balfanz gründete sein Unternehmen bereits am 2. April 1990 als Einzelfirma. Mittlerweile wird die gleichnamige Elektro-Gesellschaft von dessen Söhnen Knut und Eike geführt. Im Rahmen seiner Sommertour stattete Patrick Puhlmann dem Familienbetrieb kürzlich einen Besuch ab.
„Wenn ich im Kreistag Auftragsvergaben veröffentliche, lese ich häufig den Namen ‚Elektro Balfanz‘ aus Kläden vor. Sie machen offenbar vieles richtig und effizient“, sagte der Landrat zu Beginn des Gesprächs in der Firmenzentrale. „Wir arbeiten auch überwiegend für öffentliche Auftraggeber“, entgegnete Eike Balfanz und nannte das Beispiel Komarow-Sekundarschule in Stendal, wo sein Betrieb im Auftrag des Landkreises Stendal tätig ist. Zusammen mit seinem Bruder Knut erläuterte er, dass das Unternehmen mittlerweile breit aufgestellt ist und 36 Mitarbeiter beschäftigt. „Wir sind überwiegend im Umkreis von 60 Kilometer um Kläden unterwegs“, ergänzte Knut Balfanz. Überwiegend deshalb, da es eine kleine Ausnahme in Munster gibt. „Da sind wir aus der Historie heraus im Einsatz und könnten auch viel mehr Aufträge bekommen, können dies derzeit aber nicht darstellen“, so Eike Balfanz.
Wie Puhlmann erfuhr, kommen die Mitarbeiter aber nicht nur aus dem Raum Kläden, sondern verteilt aus dem gesamten Landkreis – und darüber hinaus. „Unser Auszubildender im ersten Lehrjahr ist in Kamerun geboren“, erklärte Doreen Balfanz. „Wir haben ihn im Juni des Vorjahres bei der Ausbildungs- und Praktikumsbörse des Landkreises Stendal kennengelernt und noch im August hat er angefangen. Wir sind sehr zufrieden“, so Doreen Balfanz weiter. Damit macht das Unternehmen gerade positive Erfahrungen mit zugezogenen Bürgern. „Bei unserer Arbeitsmarktsituation ist mit Blick auf die Zukunft unerlässlich, Fachkräfte mit Migrationshintergrund selbst auszubilden oder zu beschäftigen“, sagte der Landrat. Aktuell sieht Elektro Balfanz nur eine Hürde darin, den jungen Mann auch nach der Ausbildung weiter zu beschäftigen, weil die Rechtsgrundlage dafür aktuell unklar sei.
Über die 35 Jahre, in denen das Unternehmen am Markt ist, haben sich auch die Bedürfnisse der Mitarbeiter verändert, wie die Geschäftsführer zu berichten wussten. Etwa sei die Bereitschaft für Montagearbeit deutlich zurückgegangen. Doch auch die modernen Herausforderungen der Kinderbetreuung wirken sich im Betrieb aus. Hier würden sich Knut und Eike Balfanz von den Trägern der Kinderbetreuungseinrichtungen mehr Flexibilität der Öffnungszeiten in Hinsicht auf die Anpassung an die Arbeit der Eltern wünschen.
Patrick Puhlmann würdigte bei seinem Besuch, dass Elektro Balfanz über die gesamten 35 Jahre dem Standort Kläden treu geblieben ist: „In so einer Gemeinde gibt es immer mal wieder Dinge zu tun, welche die Bürger allein nicht stemmen können. Da ist es wertvoll, wenn Unternehmen vor Ort sind und dann, etwa mit der Bereitstellung von schwerer Technik oder Sachverstand, unterstützen.“

