Rettungsdienst in Seehausen feiert 50-jähriges Bestehen

Landrat ehrt Pioniere im ländlichen Raum.

Als am Krankenhaus in Seehausen am 2. Mai 1975 ein mobiler Rettungsdienst gegründet wurde, war dies keineswegs eine Selbstverständlichkeit. In der damaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) gab es so etwas nur in den Bezirksstätten Rostock und Magdeburg. Ansonsten existierte nur in Berlin ein arztbesetzter Rettungswagen. Zu den Pionieren in Seehausen zählten Notarzt Dr. Walter Fiedler, Klaus-Dieter Müller (Krankentransporteur) und Brigitte Hummel (Schwester). Stellvertretend für das 15-köpfige Gründungsteam hat Landrat Patrick Puhlmann ihnen am Donnerstagnachmittag eine Urkunde anlässlich des 50-jährigen Bestehens überreicht.

Auf einem kleinen Rundgang zwischen dem Seehäuser Krankenhaus und den heutigen Räumlichkeiten der Rettungswache schwelgten Fiedler, Müller und Hummel noch einmal in Erinnerungen. Sie berichteten von der Entstehungsgeschichte und der Besonderheit, welches der Region um Seehausen damit zukam.

„Einen Rettungswagen von der Stange, wie wir sie heute kennen, gab es damals nicht“, berichtete Fiedler. Er erläuterte, wie ein Barkas B 1000 seinerzeit in Eigenleistung umgebaut wurde. Besetzt war dieser mit drei Personen: einem Arzt, einem Krankentransporteuer mit einer Grundausbildung in Erster Hilfe als Fahrer sowie einer Schwester. „Diese kamen aus dem Bereich Anästhesie/Intensivmedizin. Durch ihre tägliche Arbeit hatten sie die besten Voraussetzungen“, erläutere Walter Fiedler weiter und sagte, dass jede Position anfangs mit fünf Personen besetzt war, um die Bereitschaft herzustellen.

„Ihr Engagement und ihre Menschlichkeit haben die medizinische Versorgung in unserer Region entscheidend mitgeprägt“, würdigte Puhlmann die Pioniere in Seehausen. „Für Ihren beispielhaften Dienst danke ich Ihnen von Herzen“, so der Landrat weiter und betonte, dass der mobile Rettungsdienst seit seiner Gründung für verlässliche und schnelle Versorgung steht. „Ein Dienst, der damals wie heute unverzichtbar für unsere Region ist“, sagte Puhlmann.

Dazu kam der Landrat auch mit Stephanie Bütow von der Johanniter Unfall-Hilfe, die heute die Rettungswache in Seehausen betreibt, und ihrem Team ins Gespräch. Gemeinsam wurde auf die derzeitige Situation des Rettungsdienstes geblickt und Vorfreude geäußert, dass schon bald eine neue Rettungswache entstehen soll.