Puhlmann: „Beste Voraussetzungen, etwas Gutes zu erreichen“

Land Sachsen-Anhalt prüft Argumente der altmärkischen Landkreise Salzwedel und Stendal zur Verteilung der Rettungshubschrauber ab 2028.

Im Innenministerium Sachsen-Anhalt ist am Dienstagmittag erneut über die künftige Verteilung der Rettungshubschrauber im Land ab 2028 diskutiert worden. Für die altmärkischen Landkreise Salzwedel und Stendal hat in diesem Rahmen Patrick Puhlmann das bisher in einem Gutachten nicht betrachtete Modell, einen der zwei Rettungshubschrauber aus Halle in die Altmark zu verlegen, erneut vorgestellt. Der Landrat des Landkreises Stendal zog zu diesem Austausch ein positives Fazit.

„Wir haben erfahren, dass unsere Argumente ernst genommen werden“, sagt Puhlmann. Derzeit sei es im Innenministerium das Ziel, bis zum Sommer eine neue Ausschreibung zu formulieren, welche die künftigen Standorte beinhaltet. „Dafür sollen alle Argumente für die im Raum stehenden Standorte abgewogen werden“, so der Stendaler Landrat weiter.

In einem herrschte Einigkeit zwischen Ministerium, Kostenträgern und Landkreisen: Die Auslastung der bisherigen drei Rettungshubschrauber im Land Sachsen-Anhalt erfordert keinen zusätzlichen vierten Hubschrauber. „Es geht tatsächlich darum, die drei vorhanden Rettungshubschrauber optimal im Land zu verteilen. Dass ein Standort im Norden, bei uns in der Altmark sein muss, erklärt sich von selbst. Die Menschen hier, wenn auch zahlenmäßig weniger, dürfen in der Notfallversorgung nicht gegenüber den Ballungszentren benachteiligt werden“, unterstreicht Puhlmann und betont weiter: „Wir wollen nichts Zusätzliches.“

Auf den Tisch kamen dazu auch die Auslastungszahlen der derzeitigen drei Rettungshubschrauber im Land. Diese hatten im Ergebnis, dass die zwei in Halle stationierten Flieger nur etwa die Auslastung haben, wie der eine in Magdeburg. „Das bedeutet, dass dem Süden nichts verloren geht, da eine Abdeckung weiterhin gewährleistet ist“, so der Stendaler Landrat. Damit könnte eine Verlegung eines Rettungshubschraubers in die Altmark zukünftig sogar Kosteneinsparungen bedeuten, da neben der Zeit, die für den Anflug derzeit verloren geht, auch die Kosten dadurch sinken, wenn der Helikopter bereits vor Ort ist.

Die altmärkischen Landkreise argumentierten zudem mit dem internationalen Standard. Demnach sollen Patienten, die beispielsweise einen Schlaganfall erleiden, innerhalb von 30 Minuten in einem geeigneten Krankenhaus sein. Dafür ist die Altmark derzeit nahezu unversorgt. Erst mit der Stationierung eines Rettungshubschraubers kann diese Situation deutlich verbessert werden.

Besonders freuen sich die altmärkischen Landräte Steve Kanitz (Salzwedel) und Puhlmann über die Unterstützung der Krankenhaus-Träger aus dem Norden Sachsen-Anhalts. Diese hatten am Montag in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärt, dass sie ebenso für eine Nord-Mitte-Süd-Verteilung der Rettungshubschrauber plädieren. „Gespräche dazu hat es in der Altmark schon mehrfach gegeben. Dass die Krankenhaus-Träger Salus Altmark sowie die Krankenhäuser Johanniter in Stendal und das Universitätsklinikum Magdeburg nun so öffentlich ein Statement gesetzt haben, begrüßen wir natürlich. Wir verfolgen ein gemeinsames Ziel, die Notfallversorgung in der Altmark und dem ganzen Land zu verbessern“, sagt Puhlmann. „Nach den heutigen Gesprächen können wir nicht erkennen, was dagegensprechen sollte, einen Rettungshubschrauber aus Halle nach Stendal zu verlegen - im Gegenteil: Wir haben heute festgestellt, dass es zu den Meinungen der Kostenträger und des Innenministeriums keinen Gegensatz gibt. Das scheinen mir die besten Voraussetzungen zu sein, um hier etwas Gutes für die Menschen in ganz Sachsen-Anhalt zu erreichen“, so der Stendaler Landrat abschließend.