Neues Wehr soll Wasserstandsregulierung im Secantsgraben verbessern

Altmärkische Landräte haben am Donnerstag Anlage offiziell in Betrieb genommen.

Die altmärkischen Landkreise Salzwedel und Stendal beschäftigen sich schon seit etlichen Jahren mit dem Wasserhaushalt, führen seit dem Jahr 2024 auch jährlich eine gemeinsame Wasserkonferenz mit Fachleuten und interessierten Bürgern durch. Dabei stand im Vorjahr das Thema „Wasserrückhalt in der Fläche“ im Vordergrund. Dazu wurde von dem Vorhaben berichtet, im Secantsgraben, der die Grenze zwischen beiden Kreisen bildet, bei Berkau ein neues Wehr zu errichten. Dieses ist nun fertiggestellt und von den Landräten Steve Kanitz (Salzwedel) und Patrick Puhlmann (Stendal) am Donnerstag in Betrieb genommen worden.

„Das neue Wehr sichert die Möglichkeit, den Wasserstand in dieser sensiblen Niederung zu regulieren“, sagte Kanitz. „Der Neubau bettet sich ein in die gemeinsame Strategie der beiden altmärkischen Landkreise für die Niederung um den Secantsgraben ein. Dabei spielt insbesondere der Wasserrückhalt in der Region eine wichtige Rolle. Wir müssen da handeln, um der zu erwartenden und zunehmenden Trockenheit etwas entgegenzusetzen“, so der Landrat des Altmarkkreises Salzwedel.

Das besondere an der Region um den Secantsgraben bei Berkau ist, dass diese zum europäischen Vogelschutzgebiet „Milde-Niederung Altmark“ gehört. „Deshalb ist es auch wichtig, einen regulierbaren Wasserrückhalt im Niederungsgebiet zu ermöglichen“, betonte Puhlmann. „Der Umbau der Stauanlage bringt erhebliche Vorteile für die Wiesenflächen, da die Wasserhaltung im Gebiet künftig wieder zuverlässig gewährleistet und gezielt verbessert werden kann. Dadurch können die wertvollen Niedermoorflächen als wichtige Lebensräume für vom Aussterben bedrohte Arten langfristig erhalten werden“, ergänzte der Landrat des Landkreises Stendal.

Die bisherige Anlage war nicht mehr funktionsfähig, wodurch ein ausreichender Wasserrückhalt nicht mehr sichergestellt werden konnte. Für den Schutz und Erhalt des Gebietes war die Sanierung der Stauanlage daher von entscheidender Bedeutung. Die Kosten der gesamten Maßnahme beliefen sich auf 850.000 Euro, davon sind 792.315 Euro durch das Land Sachsen-Anhalt gefördert worden. In der Förderung enthalten sind die Ingenieursleistungen, die ökologische Baubegleitung sowie die Bauleistungen. Abschließend dankten beide Landräte den beteiligten Unternehmen für die Umsetzung: So hatte Wasser, Straßen, Tiefbau und Consulting (WSTC) aus Stendal die Planung übernommen und ASTKA aus Altmersleben war bauausführend.

Hintergrund
Das erste Pilotprojekt zwischen beiden Landkreisen startete 2012. In diesem wurde eine „Studie zur Erfassung des gegenwärtigen und erreichbaren ökologischen Zustandes des terrestrischen Bereichs unter besonderer Berücksichtigung der Gebietswasserbilanz und Erarbeitung von Maßnahmenvorschlägen zu ihrer Sicherung und Optimierung sowie Ableitung eines Pflegekonzeptes für ausgewählte Flächen“ erstellt. In der Folgezeit wurden immer wieder Maßnahmen aus der Studie, etwa Gestaltung von Flachwasserzonen innerhalb des Grünlandes oder Einbau von Strukturelementen im Gewässer umgesetzt.

Im weiteren Verlauf wurden auf Veranlassung unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Stendal eine Varianten-Studie zur Umgestaltung der Stauanlagen (2017) sowie eine Untersuchung zum Ausbauzustand der Stauanlagen (2019) erstellt, welche vertiefende Angaben zu den weiteren Arbeitsschritten lieferten.

Das zweite Pilotprojekt („Sicherung und Verbesserung der Lebensbedingungen der charakteristischen Arten sowie des Wasserhaushaltes im Vogelschutzgebiet Mildeniederung“) zur Bündelung aller Akteure (beide LK, UHV „Milde-Biese“, BUND), insbesondere zur praktischen Umsetzung von Entwicklungsmaßnahmen für das Schutzgebiet, wurde im März 2022 unterzeichnet.