Neue Produktion in alten Hallen
Sommertour: Sommertour: Süßwaren-Hersteller Stehwien ist weiter auf Expansionskurs.
Was als handwerkliche Konditorei gestartet ist, hat sich über Jahrzehnte zu seinem modernen Produktionsbetrieb entwickelt. Der Süßwaren-Hersteller Olaf Stehwin aus Tangermünde versteht die Tradition als Fundament für etwas Neues. Damit hat er sich einen ausgezeichneten Ruf weit über die Grenzen der Kaiserstadt und den Landkreis Stendal hinaus erarbeitet. Als Stehwien im Jahr 2000 den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, war dies zugleich der Beginn eines neuen Kapitels für den 1899 in Jävenitz gegründeten Familienbetrieb. Wie sich das in den vergangenen Jahren entwickelt hat, erfuhr Patrick Puhlmann im Rahmen seiner Sommertour. Dabei wurde für den Landrat schnell klar: Ohne die erst kürzlich leergezogene Produktionsstätte gibt es eine neue Verwendung.
Mit Unterstützung von EU-Fördermitteln entstand zum Start in die neue Ära zur Jahrtausendwende auch eine neue Produktionsstätte, in der die Herstellung der Tangermünder Nährstange wieder aufgenommen wurde. Damit knüpfte der Familienbetrieb an eine seine Tradition an und bewahrte zugleich ein regionales Produkt, das nach der Wiedervereinigung zeitweise in den Hintergrund geraten war. „Wir haben mit drei Leuten angefangen“, berichtete Stehwien, der damals den Weg aus einer sicheren Anstellung in die Selbstständigkeit wagte.
Der Geschäftsführer setzte auf Qualität, bewährte Rezepturen und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Neben der traditionellen Nährstange entstand nach und nach ein breites Sortiment aus Pralinen, Schokoladen und Riegeln. Dabei blieb das Unternehmen seinen Wurzeln treu, richtete den Blick aber zugleich in die Zukunft. Bio-zertifizierte und vegane Produkte gewannen zunehmend an Bedeutung und erschlossen neue Märkte. „Diese sind in den letzten Jahren gewachsen“, erklärte Olaf Stehwien. Heute werden die Erzeugnisse aus Tangermünde nicht nur in Deutschland, sondern auch in zahlreiche Länder exportiert. Damit hat sich der Betrieb von einem regionalen Hersteller zu einem international tätigen Familienunternehmen entwickelt. Dabei wird zu etwa 40 Prozent als Produzent für bekannte Marken gearbeitet. „Anfangs hatten wir Mühe, unsere Produkte abzusetzen. Mittlerweile steigen die Anfragen, als Auftragsproduzent tätig zu werden. Das haben wir uns über die Jahre erarbeitet“, so der Inhaber weiter. Dabei geht der Qualitätsstandard weiter über das in Deutschland geforderte Maß hinaus.
In den mittlerweile 26 Jahren seit dem Neustart lief aber auch nicht alles rund, wie Puhlmann erfuhr. So ist in den vergangenen Jahren eine komplett neue Produktionsstätte geplant und errichtet worden. „Wir sind in den Räumlichkeiten aus dem Jahr 2000 an unsere Grenzen gestoßen“, berichtete Stehwien. Dabei ging der Bauträger insolvent, was den Betrieb zunächst vor finanzielle Risiken stellte. Die Zeit ist aber überstanden. Kaum war die neue Halle bezogen, wurde in den alten Räumlichkeiten schon wieder gearbeitet. „Die Nachfrage ist so groß, dass wir dort aktuell umbauen und dann eine neue Produktionslinie aufbauen“, erklärte der Geschäftsführer und stellte in Aussicht, dass damit 15 neue Arbeitsplätze entstehen.
Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle. Das Unternehmen setzt auf umweltfreundliche Verpackungslösungen und eine enge Zusammenarbeit mit regionalen Partnern. Gleichzeitig wurde der Vertrieb durch einen eigenen Online-Shop erweitert, wodurch die Produkte weit über die Altmark hinaus erhältlich sind. Trotz aller Veränderungen ist eines unverändert geblieben: der Anspruch, hochwertige Süßwaren in höchster Qualität herzustellen. Die Verbindung aus Tradition, Innovationsfreude und unternehmerischem Mut prägt den Betrieb bis heute. Obwohl der Absatz überwiegend über die Altmark hinaus stattfindet, hat Stehwien seine Herkunft nie aus den Augen verloren. Das wird durch zahlreiches Engagement für Kultur und Vereine deutlich.
„Mehr als 25 Jahre nach dem Neustart im Jahr 2000 steht Olaf Stehwien mit seinem Betrieb beispielhaft dafür, wie ein traditionsreiches Familienunternehmen mit Engagement, Weitblick und regionaler Verbundenheit erfolgreich in die Zukunft geführt werden kann“, zeigte sich der Landrat auch beeindruckt davon, dass der Unternehmer immer wieder den Mut hatte, zu investieren. „Er hat damit nicht nur den Fortbestand eines bekannten Namens gesichert, sondern auch ein Stück Tangermünder Genusskultur bewahrt und weiterentwickelt“, so Puhlmann.

