„Der schwarze Hund“ rückt Depressionen in den Fokus

Im Rahmen des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung nehmen die Selbsthilfekontaktstelle des Paritätischen Sachsen-Anhalt in Kooperation mit dem Örtlichen Teilhabemanagement im Landkreis Stendal sich dem Thema Depression an. Am Freitag, 5. Mai, findet dazu ab 15 Uhr ein inklusiver Begegnungsnachmittag im Stendaler Landratsamt (Hospitalstraße 1-2, Raum „Stendal“) statt. In diesem Rahmen wird auch das Theaterstück „Der schwarze Hund“ aufgeführt.

Jeder Vierte erlebt in seinem Leben Phasen, in denen er ihr begegnet: Einer diffusen Schwermut mit schmerzender Antriebslosigkeit oder einem Gefühl von fehlendem Lebenssinn – kurz, einer Depression. Als Symbol wird hierfür oftmals der schwarze Hund verwendet, der sich weigert zu gehen, der knurrt, schnappt oder beißt. Depressionen als psychische Erkrankung erfahren in den letzten Jahren vermehrt mediale Aufmerksamkeit, doch im wahren Leben haben Betroffene noch immer mit zu vielen Vorurteilen und Stigmata zu kämpfen.

Der Begegnungsnachmittag beginnt mit dem Theaterstück „Der schwarze Hund“. Die Figurenspielerin Julia Raab und die Theaterpädagogin Anja Schwede möchten damit die Erkrankung ins Rampenlicht bringen sowie sichtbar und erlebbar machen. Im Vorfeld führten sie unterschiedliche Gespräche mit Betroffenen und bereiten dies in ihrem Theaterstück spielerisch auf. Hierfür werden unter anderem Masken, Puppen, halbsatirischen Karikaturen, Choreographien und dokumentarisches Material genutzt. Das etwa 80-minütige Stück soll dabei für andere als (Lebens-) Hilfe verstanden werden und leistet einen wichtigen Beitrag zur Entstigmatisierung psychischer Leiden.

Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Podiumsgespräch mit Betroffenen und Experten statt. Die Moderation übernimmt Matthias Morfeld, der an der Hochschule Magdeburg-Stendal Professor im Bereich System der Rehabilitation ist. Außerdem präsentieren sich in der Bürgerhalle des Landratsamtes Selbsthilfegruppen, Vereine sowie Beratungsstellen, die mit den Gästen in Kontakt treten und einen Austausch ermöglichen.

Der Eintritt ist kostenlos und die Teilnehmerzahl auf 150 Personen begrenzt. Eine Anmeldung ist bis Dienstag, 2. Mai, notwendig. Diese sowie Fragen nimmt Daniela Elsner von der Selbsthilfekontaktstelle des Paritätischen telefonisch unter 015117668281 oder E-Mail an delsner@paritaet-lsa.de entgegen. Der Veranstaltungsort ist für Rollstuhlfahrer barrierefrei zugänglich. Zudem werden zwei Gebärdensprachdolmetscher eingesetzt, damit Menschen mit Hörbehinderung teilnehmen können.