Neues Format thematisiert zur Premiere Grünstromversorgung
Stammtisch mit Politik, Wirtschaft und Verwaltung soll fortgesetzt werden.
Nicht erst mit Beginn der Energiekrise hat den Landkreis Stendal das Thema „erneuerbare Energien“ angetrieben. Was vor fünf Jahren noch ein Klimathema war, ist nun die Zukunft für die Energiesicherheit in der Region. Daher werben die beiden altmärkischen Landkreise Salzwedel und Stendal seit Jahren für die Akzeptanz erneuerbarer Energien. Um Unternehmen, Vereinen und Kommunen eine Plattform für aktuelle Informationen zu bieten, hat erstmals am Mittwoch der Stammtisch Energie von IHK Magdeburg, Mercer Stendal und der Kreisverwaltung in Arneburg stattgefunden. Dabei gab es neben Fachvorträgen die Möglichkeit zum Austausch guter Beispiele sowie der Vernetzung zwischen Fachleuten aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung.
„Der in der Altmark produzierte Strom ist auch zugleich der Treibstoff für die Region – für die Industrie, das Gewerbe, die Mobilität und unseren Lebensalltag. Beide Altmarkkreise verfolgen die Vision, eine Energiesicherheit und -vergünstigung für die Bürger der Region herzustellen“, sagte Patrick Puhlmann. Der Stendaler Landrat begrüßte rund 20 Gäste und bedankte sich zuerst bei der Stadt Arneburg für die Gastfreundschaft, da sie die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hatte.
Im Anschluss daran stelle Lothar Riedinger den Industrie- und Gewerbepark Altmark vor. Dabei betonte der Arneburger Bürgermeister, dass dieser seit einigen Jahren als 13. Zukunftsstandort Sachsen-Anhalts bezeichnet wird und so eine ganz neue Aufmerksamkeit erhält.
Bastian Bauer von der Geschäftsstelle der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark berichtete in seinem Fachvortrag den aktuellen Stand zur Neuaufstellung des Regionalplans 2027. Zum Bundesziel des „Wind-an-Land-Gesetzes“ muss die Altmark bis zum Ablauf des Jahres 2027 1,9 Prozent seiner Fläche beitragen, bis zum 31. Dezember 2033 sind es insgesamt 2,3 Prozent. Grundsätzlich sind die Vorauswahl der Suchräume für die Nutzung von Windenergie sowie die darauffolgende Festlegung Maßnahmen, um die Altmark und den Elbe-Havel-Winkel im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten als Landschaft zu erhalten und als Erholungsraum zu nutzen. Denn wenn die Regionale Planungsgemeinschaft diese gesetzlichen geforderten Flächen nicht selbst ausweist, gilt die generelle Privilegierung. Das würde bedeuten, es dürften überall Windkraftanlagen errichtet werden. „Dann ist beispielsweise nur ein Abstand von 500 Metern zur Wohnbebauung verpflichtend, während wir diese aktuell auf 1.000 Meter reglementieren. Wir haben es also selbst in der Hand“, ergänzte Puhlmann, der selbst Vorsitzender der Regionalversammlung der Regionalen Planungsgemeinschaft ist.
Den zweiten fachlichen Input lieferte Frank Wegener. Bei Mercer Stendal ist er Energiemanager und gab einen spannenden Einblick in das Thema „Flexible Strompreistarife“. Er zeigte auf, wie Unternehmen durch intelligente Tarifmodelle nicht nur Kosten senken, sondern auch aktiv zur Netzstabilität beitragen können. Ergänzt wurde der Vortrag durch einen Ausblick auf die Themen Kundenanlage, Sicherheitsplattform Strom und die Novellierung der allgemeinen Netzentgeltsystematik.
„Die Mischung aus fachlichen Vorträgen und dem Austausch hat gezeigt, dass es im Landkreis Stendal einen Bedarf und eine große Bereitschaft gibt, die Energiewende vor Ort gemeinsam zu gestalten“, zog Patrick Puhlmann ein positives Fazit. So soll das Format bereits im zweiten Halbjahr 2026 fortgesetzt werden. Dann soll ein möglicher, regionaler Stromtarif auf der Agenda stehen. „Durch die Teilnehmer wurde zudem gewünscht, die Idee eines Elektrolyseprojektes in Stendal wieder aufzugreifen“, so der Landrat abschließend.

