Nächste Generation steht in den Startlöchern

Sommertour: Fleischerei Wohlfahrt setzt auf Qualität statt Masse.

Wenn das Wetter gut ist, ist die Nachfrage hoch. Im Sommer gibt es bei Fleischerei Wohlfahrt in Seehausen immer ab Donnerstag das erweiterte Grillsortiment mit zahlreichen Spezialsorten. Das führt dazu, dass Kunden sogar aus Dessau-Roßlau regelmäßig in die altmärkische Kleinstadt kommen, um sich mit frischen Fleisch- und Wurstwaren aber auch den Fertiggerichten einzudecken. Kürzlich hat Patrick Puhlmann den Familienbetrieb besucht. Zusammen mit Seehausens Bürgermeister Detlef Neumann kam der Landrat mit Inhaber Kurt Wohlfahrt ins Gespräch.

„Darf es ein Bierbeißer oder etwas Scharfes sein“, sagte Wohlfahrt zur Begrüßung und griff beherzt in die vollgepackte Auslage. Wer hausgemachte Wurst, aber auch Spezialitäten aus anderen Ländern, sucht, ist hier genau richtig. Dabei ist die Laden- und Betriebsfläche nicht sonderlich üppig. Wohlfahrt setzt in allen Bereichen auf Qualität statt Masse. „Unser Herzstück sind meine fünf Mitarbeiterinnen, die mir den Rücken freihalten. Ohne das kleine Team würde es nicht funktionieren“, erklärte der Fleischer seinen Besuchen. „Sie bringen auch Ideen mit ein, was sehr wichtig ist.“

Derzeit zählt auch Wohlfahrts Sohn zum Betrieb. „Er lernt eigentlich bei einem Kollegen, ist aktuell aber bei uns. Gemeinsam probieren wir viel, hatten auch schon einmal Bratwurst mit Gummibärchen“, so der stolze Vater. Er freut sich, dass das Handwerk in der Familie bleibt, hat es doch lange Tradition. Wohlfahrts Vater hatte in Goldbeck eine Fleischerei und auch sein heutiges Geschäft war schon einmal in den Händen seiner Vorfahren. Bekannt ist Kurt Wohlfahrt seit dem Jahr 2012 auch über die Kreisgrenzen hinaus, wurde er doch Deutscher Meister mit der besten Bratwurst.

Derzeit plant der Fleischer-Unternehmer, in die Modernisierung zu investieren. Ganz hoch im Kurs steht dabei die Anschaffung einer Photovoltaikanlage, um vor allem im Sommer den Energiebedarf für die Kühlung kostengünstiger selbst zu produzieren. Wohlfahrt freut sich aber auch darauf, dass die Hansestadt den Parkplatz vor seiner Tür saniert. „Hier würden wir gern eine Teilfläche pachten und für uns nutzen“, sagt er.

Puhlmann und Neumann zeigten sich nach der Verkostung nicht nur von den Beißern überzeugt. Der Landrat würdigte die Leistungen Wohlfahrts, welche so auch den Landkreis Stendal über die Grenzen hinaus repräsentieren. „Das Plus ist neben der hohen Qualität sicher auch, Kundenmeinungen in die Produktentwicklung einzubeziehen. Dass Kunden extra über hundert Kilometer anreisen, ist der Beweis dafür“, so Puhlmann.