Kreismuseum Osterburg zeigt neue Kunstausstellung

„Korn an Korn“: Dahrenstedter Stipendiatinnen Miriam Albert und Charlotte Antony zeigen ihre Werke.

In der Zeit von 18. Oktober bis 22. November zeigt das Kreismuseum Osterburg seine neue Kunstausstellung unter dem Titel „Korn an Korn“. Diese wird am Sonntag um 14.30 Uhr bei kostenlosem Einritt und mit musikalischer Begleitung in den Ausstellungsräumen (Platz des Friedens 3, 39606 Hansestadt Osterburg) eröffnet. Die beiden Dahrenstedter Stipendiatinnen Miriam Albert und Charlotte Antony stellen dann ihre Werke vor. Anschließend ist die Ausstellung dienstags bis freitags zwischen 13 und 16 Uhr sowie sonntags zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet.

Miriam Albert, 1991 bei Karlsruhe geboren, studierte zunächst Kunstgeschichte und Germanistik an der Universität Leipzig und anschließend Bildende Kunst an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, wo sie 2020 ihr Diplom ablegte. Seitdem arbeitet sie freischaffend in Halle. Im Zentrum ihrer Arbeit steht das genaue Beobachten: In Zeichnungen, Gipsabformungen, Glasobjekten und Cyanotypien macht sie Zeit, Licht und Orte sichtbar – etwa den Weg des Sonnenlichts über eine Fensterbank, abgesenkte Bordsteinkanten oder das Ornament armenischer Gehwegplatten. Während ihres Dahrenstedter Stipendiums im Juli 2024 belichtete sie täglich zum Mittagsläuten der Feldsteinkirche fünf Minuten lang ein Blatt Papier unter freiem Himmel. So entstand ein Kalender in Blautönen, der das Wetter eines ganzen Monats festhält. Ihre Arbeit wurde unter anderem von der Kunststiftung Sachsen-Anhalt, der Stiftung Kunstfonds und der Deutschen Bank gefördert und war zuletzt im Winckelmann-Museum Stendal und beim Werkleitz-Festival in Halle zu sehen.

Charlotte Antony, 1987 in Halle (Saale) geboren, kam über das Handwerk zur Kunst: Nach einer Ausbildung zur Goldschmiedin in Neuss und der berufsbegleitenden Meisterschule in Köln arbeitete sie zunächst als Goldschmiedegesellin. 2015 begann sie ihr Studium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle in der Klasse Schmuck bei Prof. Daniel Kruger und wechselte ein Jahr später in die Bildhauerei Metall. Nach ihrem Diplom 2022 war sie 2023 Meisterschülerin bei Prof. Julia Kröpelin. Antony ist Gründungsmitglied des Kunstraum-Vereins „BLECH. Raum für Kunst Halle“ und Teil der Künstleringruppe „STELLA MATKO“. 2025 eröffnete sie gemeinsam mit den Schmuckkünstlerinnen Sophie Baumgärtner und Annekathrin Pohle in Halle die Schmuckwerkstatt und Ausstellungsraum „SCHIMMER“. In ihren Arbeiten fordert sie die visuelle Wahrnehmung heraus. Papiere muten wie Metalloberflächen an, bleiben jedoch konstant fragil - sie erscheinen zwischen schwebend und bleischwer. Es geht nicht um den Effekt einer verzögerten Identifikation eines Materials, sondern um die Irritation und ein Ringen mit dem Begriff der Wirklichkeit. Auch während ihres Stipendiums im Kunsthof Dahrenstedt im Sommer 2025 entstanden Arbeiten aus Papier und Graphit. Ausgestellt hat sie unter anderem in Halle, Leipzig, Dresden und Berlin sowie bei einer Pop-up-Ausstellung im Rahmen der Art Basel.

Der Kunsthof Dahrenstedt ist ein Stipendiatenhaus des Landes Sachsen-Anhalt. Jedes Jahr schreibt das Kultusministerium zwei Stipendien für jeweils vier Wochen aus. Der Aufenthalt wird von der Hansestadt Stendal, dem Verein Stadt.Wandel aus Stendal, dem Kunsthof Dahrenstedt und privaten Sponsoren ermöglicht. Der Landkreis Stendal unterstützt das Projekt, indem das Kreismuseum Osterburg seit 23 Jahren den Künstlerinnen und Künstlern des Vorjahres eine Bühne bietet.