Katastrophenschutzstab bereitet sich auf den Ernstfall vor

Übung simuliert Hochwasser-Szenario an Elbe und Havel.

Der Landkreis Stendal hat sich in dieser Woche drei Tage auf den Ernstfall vorbereitet. Standen zunächst jede Menge Theorie als Weiterbildung für Mitglieder des Katastrophenschutzstabes auf dem Programm, folgte zum Abschluss eine Stabsübung. Dabei ist von einem Hochwasser-Szenario an Elbe und Havel ausgegangen worden.

Am Mittwochmorgen um 7 Uhr hat Landrat Patrick Puhlmann zu Übungszwecken den Katastrophenfall festgestellt. Dazu fanden sich Mitglieder des Katastrophenschutzstabes zur Übung in den Räumlichkeiten der Kreisverwaltung ein. Die Ausgangslage: Hochwasser an Elbe und Havel. Dazu wurde von verschiedenen Schadstellen ausgegangen, wie ein erster Lagebericht zeigte. Unter fachlicher Beratung der Bundeswehr, des Technischen Hilfswerks sowie des Landesbetriebs für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt sind dann Organisation und Abläufe er Stabsarbeit erprobt worden.

„Wir sind froh, dass wir seit dem Hochwasser 2013 kein Katastrophenfall hatten“, sagte Puhlmann im Rahmen der Übung. „Dies möge auch in Zukunft so bleiben. Ich bin aber froh, dass zahlreiche Mitarbeiter der Kreisverwaltung im Katastrophenschutzstab mitwirken, denn wir sind diejenigen, die weitermachen, wenn nichts mehr geht“, so der Landrat weiter. „Kein Katastrophenszenario ist wie das andere und deshalb bereiten wir uns mit dieser Übung vor allem auf das Unplanbare vor. Entscheidend sind dann im Ernstfall ein gut ausgebildetes und eingespieltes Team mit gelebten Kontakten zu Unternehmen, Organisationen und allen, die auf die eine oder andere Art Unterstützung leisten können. Denn Katastrophenhilfe geht uns alle an“, erklärte Puhlmann. Er bedankte sich bei allen, die sich neben ihrer täglichen Arbeit einbringen. „Dafür sind wir froh, dass wir so eine Übung zusammen mit dem Institut für Brand- und Katastrophenschutz Heyrothsberge anbieten können. So sehe ich uns für den Ernstfall wieder ein Stück weit besser vorbereitet“, so der Landrat abschließend.

Jeder Bürger kann für den Katastrophenfall vorsorgen. Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, die im eintretenden Katastrophenfall auf besondere Hilfe angewiesen sind, sind angehalten, sich freiwillig im Internet zu registrieren. Die Integrierte Leitstelle des Landkreises Stendal kann im Notfall auf diese Daten zugreifen und die gezielte Einleitung von Hilfsmaßnahmen veranlassen. Darüber hinaus wird empfohlen, regelmäßig Kenntnisse und Fertigkeiten in Erster Hilfe aufzufrischen, um im Schadensfall als Ersthelfer anderen Menschen helfen zu können. Weiterhin gibt es im Internet eine Vorsorge-Checkliste.

Hintergrund
Stabsübungen sind ein zentrales Element im Katastrophenschutz der Landkreise. Sie dienen der realitätsnahen Erprobung und Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Behörden, Einsatzleitungen und Hilfsorganisationen im Krisenfall. Durch die Simulation von Schadenslagen können Abläufe optimiert, Kommunikationswege gestärkt und Entscheidungsprozesse trainiert werden. So wird sichergestellt, dass im Ernstfall schnell, koordiniert und effizient gehandelt werden kann – zum Schutz der Bevölkerung und der kritischen Infrastruktur.