Kaluza: „Fahrradständer reichen nicht mehr“
Stadtradeln 2026: Förderschule Havelberg ist Preisträger im Landkreis Stendal.
Beim diesjährigen Stadtradeln im Landkreis Stendal sind vier von fünf Preiskategorien per Losverfahren vergeben worden. Damit sollte sichergestellt werden, dass möglichst viele Aktive unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen die Chance auf ein Preisgeld erhalten. Bei den weiterführenden Schulen ging der Sieg an die Förderschule Havelberg. Am Donnerstag hat Patrick Puhlmann die Urkunde persönlich überreicht. Dazu hatte der Landrat von Digital Media Altmark, welche die Kategorie unterstützt hat, einen Scheck über 200 Euro im Gepäck.
„Ihr habt richtig was erreicht“, sagte Puhlmann im Rahmen der Ehrung. 15 Teilnehmer haben insgesamt 452 Kilometer innerhalb der drei Wochen Stadtradeln absolviert. „Unsere Fahrradständer reichen nicht mehr“, erklärte Jens-Uwe Kaluza. Seit dem Stadtradeln beobachtet der Schulleiter, das Schüler und Personal vermehrt mit dem Rad zur Schule kommen. So sei es nun das Ziel, die Anzahl der Stellplätze zu erhöhen. Mit dem Preisgeld sollen Ersatzteile für die schuleigenen Fahrräder angeschafft werden, blickte Kaluza voraus.
Bei den Kategorien „Alle Teilnehmer“, „Grundschulen“, „Kindertagesstätten/Hort“ und „Weiterführenden Schulen“ unterscheiden sich die Ausgangsbedingungen deutlich. So variieren die Kinderzahlen stark, zugleich sind auch die persönlichen Voraussetzungen und Möglichkeiten der einzelnen Radler unterschiedlich. Eine Vergabe ausschließlich nach den jeweils höchsten Kilometerleistungen hätte deshalb vor allem diejenigen begünstigt, die aufgrund ihrer persönlichen oder einrichtungsbezogenen Rahmenbedingungen besonders gute Voraussetzungen für hohe Fahrleistungen haben.
Der Landkreis entschied sich daher bewusst für eine andere Herangehensweise: In den vier Preiskategorien wurden die Gewinner ausgelost. Auf diese Weise sollte der Wettbewerb möglichst viele Menschen zur Teilnahme motivieren und gleichzeitig allen Aktiven eine faire Chance auf das ausgelobte Preisgeld geben. Die Auslosung steht damit sinnbildlich für den Gedanken hinter dem Stadtradeln: Im Mittelpunkt stehen nicht ausschließlich Höchstleistungen, sondern die gemeinsame Bewegung, die Freude am Radfahren und der Beitrag zu einer klimafreundlicheren Mobilität. Allein bei den „Aktivsten Radlern“ sind die Preise nach gefahrenen Kilometern vergeben worden.
Hintergrund
Bis zum 23. Juni haben 2.191 Radelnde im Landkreis Stendal mächtig in die Pedale getreten und sind 368.042 Kilometer beim diesjährigen Stadtradeln gefahren. Erstmals hat die Kreisverwaltung dieses für den gesamten Landkreis koordiniert und mit lokalen Partnern Preise ausgelobt.
Mit seinem internationalen Wettbewerb Stadtradeln lädt Klima-Bündnis Services alle Bürger und Mitglieder der Kommunalparlamente ein, in die Pedale zu treten und ein Zeichen für verstärkte Radverkehrsförderung zu setzen. In Teams sollen sie an 21 zusammenhängenden Tagen möglichst viele Fahrradkilometer für ihre Kommune sammeln. Die Kampagne will Bürger für das Radfahren im Alltag sensibilisieren sowie die Themen Fahrradnutzung und Radverkehrsplanung stärker in die kommunalen Parlamente einbringen. Mit der Meldeplattform „RADar!“ und dem Portal „BIKE MONITOR“, das den Teilnehmerkommunen wissenschaftlich aufbereitete Radverkehrsdaten bietet, beinhaltet die Kampagne zudem zwei Elemente, mit denen die Radinfrastruktur ganz konkret und unter Einbeziehung der Bürger verbessert werden kann.
Seit mehr als 30 Jahren arbeiten Mitgliedskommunen des Klima-Bündnis partnerschaftlich mit indigenen Völkern der Regenwälder gemeinsam für das Weltklima. Mit rund 2.000 Mitgliedern aus mehr als 25 Ländern ist das Klima-Bündnis das größte Städtenetzwerk Europas, das sich für einen umfassenden und gerechten Klimaschutz einsetzt. Da sich unser Lebensstil direkt auf besonders bedrohte Völker und Orte dieser Erde auswirkt, verbindet das Klima-Bündnis lokales Handeln mit globaler Verantwortung. Klima-Bündnis Services ergänzt die Organisationsstruktur des Klima-Bündnis und bündelt Beratungsangebote, Kampagnen und Dienstleistungen zur Datenerhebung für die Umsetzung lokaler Klimaschutzmaßnahmen, wie die Stadtradeln-Kampagne, den Klimaschutz-Planer oder das ESG-Cockpit.

