Geflügelpest-Sperrgebiet in der Hansestadt Stendal

Infizierte Graugans am Stadtsee gefunden

Bereits Mitte März 2021 wurde bei einer in Bittkau verendet aufgefundenen Blessgans nach Nachweis des hochpathogenen Influenzavirus A Virus durch das Referenzlabor (Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems) der Ausbruch der Geflügelpest bei einem Wildvogel im Landkreis Stendal amtlich festgestellt.

Am 13.04.2021 wurde nun am Stadtsee in Stendal eine verendete Graugans aufgefunden, bei deren Untersuchung im Landesamt für Verbraucherschutz in Stendal erneut das Influenza A -Virus mit dem anzeigepflichtigen Subtyp H5 diagnostiziert wurde. Der Verdacht des Ausbruchs der Geflügelpest bei Wildvögeln wurde daraufhin amtlich festgestellt. Zur weiteren Spezifizierung wurden am selben Tag Proben an das Referenzlabor gesandt. Das endgültige Ergebnis wird in Kürze erwartet.

Bei der Geflügelpest, auch als aviäre Influenza bezeichnet, handelt es sich um eine Viruserkrankung. Die Geflügelpest ist für Hausgeflügel hochansteckend und verläuft mit schweren allgemeinen Krankheitszeichen und erhöhten Todesfällen. Einige Varianten der Geflügelpest-Viren, insbesondere die Variante A/H5N1, können in Einzelfällen auch auf andere Tiere und Menschen übertragen werden.

In Deutschland sind seit dem 30.10.2020 über 1 100 Fälle mit der hochansteckenden Variante H5 bei Wildvögeln und über 250 Ausbrüche bei Hausgeflügel festgestellt worden.

Im Landkreis Stendal wurden im Rahmen von Monitoringuntersuchungen im Jahr 2021 bisher über 30 Proben von Hausgeflügel und Wildvögeln im Landesamt für Verbraucherschutz auf das Influenza - Virus untersucht. Darunter befanden sich 4 Bussarde, ein Schwan, mehrere Tauben, ein Kormoran sowie ein Turmfalke. Hierbei handelte es sich stets um verendet aufgefundene Vögel, die auch Dank der Hinweise aufmerksamer Bürger entsprechend untersucht werden konnten.

Erlass der Allgemeinverfügung

Zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung der Geflügelpest im Bereich der Hansestadt Stendal wurde durch den Landkreis Stendal am 15. April 2021 eine tiergesundheitsrechtliche Allgemeinverfügung erlassen.

Um die Fundstelle wird ein Sperrbezirk mit einem Radius von ca. 1 km errichtet. Der Sperrbezirk umfasst einen Großteil der Kernstadt der Hansestadt Stendal.

Im 3 km Radius um den Fundort wird ein Beobachtungsgebiet errichtet. Das Beobachtungsgebiet beinhaltet die Kernstadt der Hansestadt Stendal sowie die beiden Ortsteile Bindfelde (ohne Charlottenhof) und Uenglingen.

Die Allgemeinverfügung sowie Karten, aus denen Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet ersichtlich sind, wurden auf der Internetseite des Landkreises Stendal veröffentlicht.

An den Hauptzufahrtswegen zu den Restriktionszonen werden Beschilderungen mit den Angaben „WILDVOGELGEFÜGELPEST – SPERRBEZIRK“ bzw. „WILDVOGELGEFLÜGELPEST - BEOBACHTUNGSGEBIET“ gut sichtbar angebracht.

Folgende Maßnahmen werden verfügt:
  1. Jeder noch nicht registrierte Geflügelhalter hat seine Tierhaltung beim Landkreis Stendal, Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt anzuzeigen.
  2. Sämtliches Geflügel ist weiterhin in geschlossenen Ställen oder in dicht überdachten Vorrichtungen, die seitlich gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten sind, zu halten.
  3. An allen Zugängen zu Geflügelställen sind Desinfektionseinrichtungen aufzustellen.
  4. Die Stallungen dürfen nicht von fremden Personen betreten werden.
  5. Geflügel und andere Vögel dürfen in dem Sperrbezirk für die Dauer von 21 Tagen, in dem Beobachtungsgebiet für die Dauer von 15 Tagen nicht aus einem Bestand verbracht werden.
  6. Gehaltene Vögel zur Aufstockung des Wildvogelbestandes dürfen nicht frei gelassen werden.
  7. Die Jagd auf Federwild ist untersagt
  8. Wer einen Hund hält, hat sicherzustellen, dass diese im Sperrbezirk und im Beobachtungsgebiet nicht frei herumlaufen.
  9. Im Sperrbezirk dürfen frisches Fleisch, Hackfleisch, Fleischerzeugnisse sowie Fleischzubereitungen, gewonnen von gehaltenen Vögeln oder Federwild aus dem Sperrbezirk, nicht verbracht werden.
  10. Tierische Nebenprodukte von gehaltenen Vögeln dürfen aus einem Bestand nur in einen zugelassenen Verarbeitungsbetrieb (Firma SecAnim, Genthin OT Mützel) verbracht werden.
Aufstallpflicht im gesamten Landkreis bleibt bestehen

Der Landkreis Stendal hat aufgrund der Gefährdung des Eintrags der Geflügelpest in Hausgeflügelbestände seit dem 17.12.2020 durch eine Allgemeinverfügung eine Aufstallpflicht für sämtliches gehaltene Geflügel angeordnet. Diese Verfügung bleibt weiterhin für den gesamten Landkreis in Kraft.

Hinweise für Geflügelhalter

Die Geflügelpest kann sowohl über direkte Kontakte des Geflügels mit infizierten Wildvögeln, als auch durch indirekte Kontakte über Personen, Geräte, Futter, Einstreu oder Wasser übertragen werden. Die Geflügelhalter sind daher derzeit angehalten, keine fremden Personen in die Stallungen zu lassen, vor den Ställen Desinfektionseinrichtungen zu installieren, sowie Schutzkleidung wie Kittel und Stiefel zu tragen und diese nach Verlassen der Ställe abzulegen. Grundsätzlich müssen Futter, Einstreu, Wasser und Gerätschaften so aufbewahrt werden, dass sie nicht mit Ausscheidungen von Wildvögeln in Berührung kommen. Krankheitsanzeichen und vermehrte Tierverluste sind unverzüglich dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zu melden.


Die Karte unten zeigt den Sperrbezirk.

Hier geht es zur Darstellung des Beobachtungsgebietes.

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