Familienfreundlichkeit ist ein Wettbewerbsfaktor im ländlichen Raum
Bündnis für Familie diskutiert über moderne Arbeitsstrukturen und Fachkräftesicherung.
Wie können Unternehmen familienfreundlicher werden und gleichzeitig Fachkräfte gewinnen sowie langfristig binden? Mit dieser Frage hat sich der Fachtag „Altmark Stark! Wirtschaftswachstum braucht Vereinbarkeit“ des Bündnisses für Familie Stendal am Donnerstagnachmittag Landratsamt beschäftigt. 45 Vertreter regionaler Unternehmen, Institutionen und Beratungsstellen kamen zusammen, um sich über erfolgreiche Strategien für mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf auszutauschen.
„Fünf Tage die Woche mobil zu arbeiten ist nicht das gelbe vom Ei und längst nicht überall möglich“, sagte Patrick Puhlmann zur Eröffnung. Der Stendaler Landrat betonte: „Familienfreundlichkeit muss von Unternehmen gelebt werden. Alle äußeren Faktoren sind im Landkreis Stendal gegeben, etwa durch ausreichende KiTa-Plätze und vielfältige Freizeitangebote.“ Puhlmann dankte zudem alle Netzwerkpartnern aus dem Bündnis für Familie, insbesondere der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter sowie dem Örtlichen Teilhabemanagement im Landkreis Stendal für die Organisation des Fachtags.
Vier Impulsvorträge beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Benjamin Ollendorf vom Verein KinderStärken stellte Ergebnisse der Umfrage „Stendal hört zu“ zur Familienfreundlichkeit im Landkreis vor. Kirsten Frohnert vom Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ machte deutlich, dass familienbewusstes Handeln längst ein wirtschaftlicher Vorteil sei. „Familienfreundlichkeit ist keine Einzelmaßnahme, Familienfreundlichkeit ist eine Haltung. Damit werden bestehende Mitarbeitende gehalten und das Unternehmen attraktiv für neue Beschäftigte. Familienfreundlichkeit ist der Wettbewerbsfaktor im ländlichen Raum“, erklärte sie.
Markt der Möglichkeiten bietet Raum zum Austausch
Fabian Kowitzke vom Mittelstand-Digital Zentrum Magdeburg zeigte auf, wie Digitalisierung die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern kann. Ergänzend informierten Jaclin Holländer von den Einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber sowie Dörthe Löffler vom Kompetenzzentrum Inklusive Bildung darüber, wie Inklusion in Unternehmen gezielt begleitet werden kann.
Beim anschließenden „Markt der Möglichkeiten“ nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit zum Austausch mit regionalen Ansprechpartnern – von der Rentenversicherung bis hin zum WelcomeCenter für Fachkräfte der Landesinitiative „Fachkraft im Fokus“.
Als zentrale Erkenntnisse kristallisierten sich insbesondere die Bedeutung einer familienfreundlichen Haltung innerhalb der Unternehmen, eine offene Kommunikation mit Mitarbeitenden sowie die Vorbildfunktion von Führungskräften heraus. Einigkeit bestand darüber, dass familienfreundliche Strukturen nicht nur die Lebensqualität verbessern, sondern zugleich die regionale Wirtschaft stärken.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in die weitere Arbeit des Bündnisses Familie einfließen. Dieses setzt sich in der Altmark für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Beteiligt sind die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Arbeitsagentur und des Jobcenters, die Gleichstellungsbeauftragten der Hansestadt Stendal sowie der Landkreis Stendal mit den Bereichen Inklusion, Gleichstellung und Integration.

