Ausbildung und Integration gemeinsam stärken

Große Resonanz auf Informationsveranstaltung in der Komarow-Schule in Stendal.

Der Landkreis Stendal und die gesamte Altmark stehen – wie viele Regionen in Deutschland – vor den Herausforderungen des demografischen Wandels und eines zunehmenden Fachkräftemangels. Umso wichtiger ist es, junge Menschen für eine Berufsausbildung zu gewinnen und ihnen attraktive Zukunftsperspektiven in Sachsen-Anhalt aufzuzeigen. Vor diesem Hintergrund stieß die Informationsveranstaltung zur Ausbildung und Integration am Dienstagnachmittag in der Sekundarschule „Wladimir Komarow“ in Stendal auf großes Interesse. Insgesamt wurden 30 Anmeldungen verzeichnet, mehr als 80 Besucher nutzten letztlich die Gelegenheit, sich über Ausbildungs- und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren und mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen.

„Die Ausbildung neuzugewanderter Schülerinnen und Schüler ist Fachkräftesicherung für die Region und kann einen entscheidenden Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums beitragen“, sagte Patrick Puhlmann. Der Stendaler Landrat hatte die Informationsveranstaltung zusammen mit Susi Möbbeck, Staatssekretärin im Sozialministerium Sachsen-Anhalts, eröffnet.

Die Ausbildung junger Menschen bleibt der wichtigste Baustein für die Zukunft der regionalen Wirtschaft, der öffentlichen Verwaltung und der Gesellschaft insgesamt, lautete eine wichtige Erkenntnis. Jede erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung stärkt nicht nur die Unternehmen vor Ort, sondern eröffnet jungen Menschen langfristige Perspektiven und trägt zur Entwicklung der gesamten Region bei.

Gleichzeitig zeigt sich zunehmend, dass die Ausbildung des eigenen Nachwuchses allein vielerorts nicht mehr ausreicht, um den Fachkräftebedarf dauerhaft zu sichern. Migration bietet hier die Chance, zusätzliche Potenziale für den Arbeitsmarkt zu erschließen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken. Junge Menschen mit internationaler Geschichte bringen Motivation, Fähigkeiten, neue Perspektiven und wertvolle Erfahrungen mit. Ihre erfolgreiche Integration beginnt häufig mit Bildung, dem Erwerb von Sprachkenntnissen, einer Ausbildung und der Möglichkeit, aktiv am Arbeitsleben teilzunehmen.

Damit diese Wege gelingen, sind gemeinsame Anstrengungen erforderlich. Unternehmen, Schulen, Verwaltungen und Unterstützungsnetzwerke tragen Verantwortung dafür, Ausbildungswege für junge Zugewanderte zugänglich zu machen und erfolgreich zu begleiten. Die Ausbildungskampagne leistet hierzu einen wichtigen Beitrag, indem sie informiert, Akteure vernetzt und konkrete Möglichkeiten für Ausbildung und Beschäftigung aufzeigt.

Für individuelle Beratungen und Fragen standen den Besucherinnen und Besuchern zahlreiche Institutionen und Fachstellen zur Verfügung. Mit dabei waren die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Handwerkskammer (HWK), die Ausbildungsberatung KAUSA aus Magdeburg, der Jugendmigrationsdienst der AWO, die Migrationsberatung des DRK, die Mobile Jugendberufsagentur mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundesagentur für Arbeit, des Jobcenters und des Landkreises Stendal, die Kompetenzagentur MACHER der Sozialdiakonie Eckstein, die Ausländerbehörde, die Familienintegrationscoaches (FAMICO) der Wirtschaftsförderung, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises sowie die Fachstelle Arbeitsrecht (BemA).

Die hohe Besucherzahl unterstreicht das große Interesse an den Themen Ausbildung, Integration und berufliche Zukunft. Fachkräftesicherung gelingt insbesondere dann, wenn zwei Wege erfolgreich zusammengeführt werden: die Ausbildung eigener Nachwuchskräfte und die Integration zugewanderter Menschen in Ausbildung und Arbeit. Die Zukunft der Altmark hängt entscheidend davon ab, vorhandene Talente zu fördern und neue Potenziale zu nutzen.