Unter dem Titel „Wir sind keine Engel“

Andrea Freiberg zeigt Malerei, Fotografie und Installationen im Prignitz-Museum.

Mit der Ausstellung „Wir sind keine Engel“ präsentiert das Prignitz-Museum am Dom Havelberg vom 11. Juli bis zum 27. September aktuelle Arbeiten der Künstlerin Andrea Freiberg. Zu sehen sind Malerei, Fotografie und Installationen, die sich auf vielschichtige Weise mit Wahrnehmung, Wirklichkeit und Hoffnung auseinandersetzen. Die Ausstellung wird am Samstag, 11. Juli, um 15 Uhr mit einführenden Worten von Christoph Tannert eröffnet. Einhergehend mit der Vorbereitung der neuen Sonderausstellung werden die Werke von Micha Brendel unter dem Titel „Alpha*Beten“ noch bis zum 5. Juli gezeigt.

„Im Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung steht ein Motiv, das sich in zwölf Variationen entfaltet – ein Augenblick, der sich kaleidoskopartig verändert und doch derselbe bleibt“, blickt Antje Reichel voraus. „Andrea Freiberg lädt Besucher dazu ein, innezuhalten und den eigenen Blick zu hinterfragen. Ihre Malerei verwandelt alltägliche Straßenszenen in poetische Bildwelten, in denen Illusion und Wirklichkeit miteinander ringen“, so die Leiterin des Prignitz-Museums weiter.

Das wiederkehrende Mädchen im Engelkostüm blickt den Betrachtenden direkt entgegen und stellt Fragen nach Wahrheit, Hoffnung und Erlösung. Was dürfen wir glauben? Was ist Inszenierung, was Realität? Die Flügel sind nur angeklebt, die vermeintlichen Engel wirken verletzlich und menschlich. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen Sehnsucht und Ernüchterung, zwischen dem Wunsch nach Rettung und der Erkenntnis, dass wir selbst Verantwortung für unser Handeln tragen.

Mit Malerei, Fotografie und Installationen eröffnet Freiberg eindrucksvolle Bildräume, die zum Nachdenken über Wahrnehmung, gesellschaftliche Wirklichkeiten und die Fragilität menschlicher Hoffnungen anregen.

Andrea Freiberg, 1965 in Apolda geboren, arbeitete zunächst als Erzieherin, bevor sie einen neuen beruflichen Weg einschlug. Sie studierte Soziologie, Psychologie und Bildende Kunst an der Universität Siegen sowie an der Kunstakademie in Gdańsk. Dort setzte sie sich intensiv mit dem urbanen Raum der polnischen Ostseestadt auseinander. Nach einem dreijährigen Arbeitsaufenthalt in Rom lebt und arbeitet die Künstlerin heute zwischen Berlin und ihrem Atelier in Nebra an der Unstrut.

Das Prignitz-Museum in Trägerschaft des Landkreises Stendal ist dienstags bis sonntags je in der Zeit von 10 bis 17 Uhr geöffnet.