Manecke belebt Standort in Möringen mit Traditionshandwerk wieder

Tischlerei-Betrieb setzt auf modernste Technik und ist dafür umgezogen.

In dritter Generation fertigt Familie Manecke aus Schinne Fenster und Türen – und das seit Beginn des Jahres in Möringen. Thomas Manecke, der den Handwerksbetrieb im Jahr 2020 von seinem Vater Volker übernommen hatte, spielte schon länger mit dem Gedanken einer Erweiterung, die aber am Stammsitz nicht mehr möglich war. Einhergehend mit dem Umzug setzt der 34-Jährige auf modernste Technik. Als einem der Ersten ist kürzlich Patrick Puhlmann der Einblick in die neue Produktionsstätte gewährt worden. Begleitet von Stendals Oberbürgermeister Bastian Sieler und Ortsbürgermeisterin Christina Jacobs besichtigte der Landrat allen voran den neuen Roboter für die Lackierung.

„Wir sind in Schinne aus allen Nähten geplatzt“, sagte Thomas Manecke beim Rundgang durch die neuen Hallen. Am Familiensitz hatte sein Großvater in den 1960er Jahren die Tischlerei gegründet. Schon damals drehte sich alles rund ums Holz. Der zweifache Familienvater führt das Unternehmen nun schon seit sechs Jahren konsequent in die Zukunft. „Bei uns geht es nicht um einfache Baustücke aus Holz, sondern hochkomplexe Konstruktionen. Für diese gelten aber damals wie heute die gleichen physikalischen Grundregeln und Gesetze. Insofern ist es die Herausforderung, dies mit unserer schnelllebigen Zeit zu vereinen, den Innovationen Schritt zu halten und das Wissen von jeher der heutigen Zeit entsprechend anzuwenden“, so der Unternehmer.

Erweiterung nie aus den Augen verloren

Bereits Anfang der 1990er Jahre hat sich die Tischlerei Manecke auf Fenster und Türen spezialisiert, in zweiter Generation hat Volker Manecke diesen Weg fortgesetzt. Nach der Übernahme hat Thomas Manecke Möglichkeiten gesucht, den Betrieb zu erweitern. Die ersten Pläne wurden aufgrund der Corona-Pandemie dann zwar verworfen, aus den Augen verloren hat der 34-Jährige das Vorhaben der Erweiterung aber nie.

Im Vorjahr hat er die Produktionsstätte, die in Mitte der 1990er Jahren für den Bau von Holztreppen errichtet wurde und zuletzt als Lager diente, gekauft. „Wir haben dann ein halbes Jahr umgebaut, zahlreiche Betriebseinrichtungen mussten erneuert werden“, so Thomas Manecke, der heute 16 Mitarbeiter, darunter drei Auszubildende, beschäftigt, weiter. Im Mittelpunkt steht eine hochmoderne CNC-Maschine, für die sogar ein neues Fundament hergestellt werden musste.

Die Produktion ist durchgängig organisiert – vom Wareneingang über den präzisen Zuschnitt bis hin zur Oberflächenbearbeitung. Insbesondere in die Lackierung hat das Unternehmen erneut investiert: Anfang April wurde eine robotergestützte Anlage in Betrieb genommen. „Diese gewährleistet eine gleichbleibend hohe Oberflächenqualität und maximale Wiederholgenauigkeit“, erklärte Thomas Manecke. Damit erhalten die individuell gefertigten Holzfenster und -türen exakt die gewünschte Farbgebung auf konstant hohem Niveau.

Unternehmen hat Zukunftsprojekt mit Fördermitteln realisiert

Ein Teil der Investition wurde durch Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt begleitet. Dadurch hat das Unternehmen wichtige Zukunftsprojekte am Standort realisiert. „Wir konnten diese Möglichkeiten gezielt nutzen und wissen das sehr zu schätzen“, betonte Manecke, der aus dem Austausch mit anderen Betrieben weiß, dass vergleichbare Förderbedingungen keineswegs überall gegeben sind.

Nach der Endmontage geht es dann auf die Baustelle. Für die Montage hat der Betrieb in der Regel einen Dienstleister. „Unsere Kunden kommen aus einem Umkreis von etwa 250 Kilometern“, sagt Thomas Manecke. Etwa 40 Prozent der Fenster und Türen sind für öffentliche Auftraggeber wie Schulen und Kindertagesstätten zwischen Berlin, Hamburg und Leipzig. Ein Drittel werden in größeren Wohnobjekten verbaut und ein Viertel seiner Kunden sind Familien, die ein Haus bauen. „Derzeit gibt es dafür aber kaum anfragen, im Privatsektor wird wenig gebaut“, so Thomas Manecke, dessen Auftragsbücher dennoch voll sind.

Durch die Erweiterung der Produktion, die schon seit Jahren voll digitalisiert ist, am neuen Standort spart Thomas Manecke fortan etwa ein Viertel an Arbeitszeit ein, kann somit mehr Aufträge in kürzerer Zeit abarbeiten. Davon profitieren besonders die Auszubildenden, die so mehr Zeit bekommen, sich an einzelnen Herausforderungen weiterzuentwickeln. Dafür hat Thomas Manecke in seinem Team nicht nur Vater Volker, der als „Gute Seele“ für alle Belange in der Produktion zuständig ist und seine Erfahrung weitergibt, sondern einen zusätzlichen Meister. „Wir bilden seit jeher aus und werden das auch in Zukunft tun, um unser Handwerk zu sichern“, sagt Thomas Manecke., der derzeit aber auch ausgebildete Tischler oder Zimmerer einstellen würde, um die Kundenanfragen noch besser bedienen zu können. Doch auch Praktikanten sind gern gesehen. Derzeit gibt es etwa drei Schüler der Sekundarschule „Adolf Diesterweg“ aus Stendal, die einmal wöchentlich im Rahmen des „Praxis-Lern-Tags“ in die Tischlereiarbeit hineinschnuppern.

„Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich ein traditionsreicher Betrieb aus dem Handwerk an einem neuen Standort mit modernster Technik so weiterentwickelt, dass die Produktion weiter effektiv ist“, sagte der Landrat im Rahmen des Rundgangs. „Thomas Manecke und sein Team, welches hochmotiviert ist, haben sich Gedanken gemacht, um dauerhaft konkurrenzfähig zu bleiben. Es ist zu spüren, dass alle hochmotiviert sind, nun auch die neue Technik anzuwenden. Damit ist der Familienbetrieb aus meiner Sicht für die Zukunft bestens aufgestellt“, so Puhlmann.

Besondere Freude über die Wiederbelebung der Produktionsstätte herrschte aber auch bei Sieler und Jacobs. Letztere hatte nicht nur ein Willkommensgruß des Ortschaftsrates im Gepäck, sondern nahm Thomas Manecke auch das Versprechen ab, im Herbst einen Tag der offenen Tür durchzuführen, damit alle Interessierten den Betrieb kennenlernen können.