Junge Tradition wird mit über 350 Gästen fortgeführt

Hochschule, Hansestadt und Landkreis Stendal begrüßen zum dritten Mal gemeinsam das neue Jahr.

Die Hochschule Magdeburg-Stendal, die Hansestadt Stendal und der Landkreis Stendal haben am Freitagabend zum dritten Mal zum gemeinsamen Neujahrsempfang in das Theater der Altmark (TdA) eingeladen. Mehr als 350 Gäste, zu denen mit Lydia Hüskens auch die Ministerin für Infrastruktur und Digitales und Jan Riedel der Bildungsminister des Landes Sachsen-Anhalts zählten, waren dieser Einladung von Prorektor Volker Wiedemer, Oberbürgermeister Bastian Sieler und Landrat Patrick Puhlmann gefolgt, das Große Haus war gut gefüllt.

Wie es sich für eine Bühne gehört, wurde der Neujahrsempfang künstlerisch eröffnet. Dabei sorgte Hannes Liebmann für eine Überraschung. Er trat als Requisiteur auf und erst nach einem Moment wurde den Gästen klar: Sie sind mittendrin im Stück „Die Sternstunde des Josef Bieder“, welches das TdA kurz vorstellte. Im weiteren Verlauf begleitete das Orchester der Musik- und Kunstschule Stendal den Neujahrsempfang musikalisch.

Puhlmann appelliert an Streitkultur

Dorotty Szalma hatte die Gäste kurz zuvor begrüßt. In der Folge übernahm Puhlmann das Wort von der TdA-Intendantin und betonte in seiner Festrede das Thema Streit, welches wichtig ist, manchmal aber schädlich sein kann: „Streit ist gut und richtig, wenn er sich um Meinung dreht. Aber er zerstört Menschen im Zusammenhalt, wenn Personen im Mittelpunkt stehen. Deshalb ist für mein Tun wichtig: Höre zu, was der andere sagt, egal, wer es ist und wie freundlich oder negativ er dir gegenüber eingestellt ist.“ Dabei blickte der Landrat besonders auf Feuerwehr- und Rettungskräfte, Stadt- und Gemeinderäte, Trainer und Übungsleiter und Vereinsvorstände. „Diese Menschen genießen einerseits sehr viel Dankbarkeit und Wertschätzung. Andererseits wollen immer weniger Menschen bei Aktionen mitmachen und Verantwortung übernehmen.“ So lautete Puhlmanns Appell: „Lassen Sie uns also auch in 2026 miteinander über Geld, Ideen, Wirtschaft, Politik und Windkraft streiten, aber lassen Sie uns die Person gegenüber ernst nehmen und nicht verteufeln.“

Als nächste Rednerin bat Roman Kupisch, der gewohnt charmant durch das Programm führte, Hüskens auf die Bühne. Die Ministerin überbrachte nicht nur ihre Wünsche für das neue Jahr, sondern die der gesamten Landesregierung. „Der Jahreswechsel ist stets eine Zeit der Rück- und Vorschau. 2025 sind wir als Sachsen-Anhalt in vielen Feldern ein ordentliches Stück weitergekommen. Unter anderem haben wir beim Bürokratieabbau einiges leisten können. Von der verschlankten Bauordnung, über das vereinfachte Vergabegesetz oder digitalere Verfahren. Überall konnten wir durch seriöse Arbeit, statt billiger Parolen, große Fortschritte erzielen. Klar muss aber auch sein, dass uns das noch nicht reicht. 2026 gilt es weiter entschlossen voranzugehen“, so Hüskens.

Wiedemer: „Hochschule ist tief in der Altmark verwurzelt“

Nach dem 2. Satz Andante aus dem Klavierkonzert F-Dur von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch, welches Orchester und Chor der Musik- und Kunstschule Stendal gemeinsam auf die Bühne brachten, trad Wiedemer ans Pult. Der Prorektor bezeichnete die Sichtbarkeit der Hochschule in der Hansestadt nicht als „Selbstzweck, sondern Ausdruck unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Unsere Hochschule ist mittlerweile tief in der Altmark verwurzelt: etwa 60 Prozent unserer Studierenden kommen aus der Region, viele Absolventinnen und Absolventen bleiben und übernehmen hier Verantwortung. Diese Verbindung ist ein echter Standortvorteil für uns alle. Ich bin stolz auf unsere Kooperationen und dankbar.“

Bevor Dorotty Szalma, Lydia Hüskens, Patrick Puhlmann, Volker Wiedemer und Bastian Sieler gemeinsam mit den Gästen auf das neue Jahr angestoßen haben, betonte Stendals Oberbürgermeister die Bedeutung der Kommunen. „Die Zukunft unseres Gemeinwesens entscheidet sich in den Städten und Gemeinden: durch nachhaltige finanzielle Stärkung der Kommunen, gelebte Gestaltung vor Ort und verantwortungsvolle Wahlentscheidungen. Wer Demokratie sichern will, muss Kommunen handlungsfähig machen – jede Stimme zählt für die Zukunft unseres Bundeslandes“, so Sieler.

Noch mehr Fotos gibt es auf der Facebook-Seite des Landkreises Stendal.