Fachtag „Neurodiversität“ erhält großen Zuspruch
250 Gäste besuchen Vorträge, Workshops und Markt der Möglichkeiten.
Einen großen Zuspruch hat der Fachtag „Neurodiversität“ kürzlich am Stendaler Campus der Hochschule Magdeburg-Stendal erfahren. Alle 250 Teilnehmerplätze waren belegt, worüber sich die Organisatoren des Arbeitskreises Neurodiversität des Landkreises Stendal besonders freuten. Auf dem Programm standen eine Auftaktveranstaltung mit Vorträgen im Audimax, zwei Workshopphasen, ein Markt der Möglichkeiten mit zahlreichen Informations- und Austauschangeboten sowie eine wissenschaftliche Posterpräsentation. Für die musikalische Umrahmung sorgte Oliver Gascoigne am Cello.
„Ungebrochen scheint das Interesse für das Thema Neurodiversität beziehungsweise Neurodivergenz zu sein und damit auch das Bedürfnis nach Antworten, nach Austausch und Hilfe“, sagte Elisabeth Seyer. „Beeindruckend waren die Vorträge und Workshops unserer Gäste, die diesem Bedürfnis in sehr positiver und teilweise auch emotionaler Weise entsprachen“, so das positive Fazit der Beauftragten für Gleichstellung und Menschen mit Behinderung des Landkreises Stendal, die zusammen mit Prof. Dr. Claudia Wendel und Nadine Kaminski durch das Programm führte.
Der Auftakt erfolgte mit drei Impulsvorträgen: Prof. Dr. Christian Lindmeier sprach über das Konzept der Neurodiversität und seine Missverständnisse, Dr. Klaus Lüben über Autisten im Beruf und Dipl.-Psych. Julia Klöfer über Familienleben mit einem autistischen Kind. Am Nachmittag wurde das Thema Neurodiversität in Workshops aus unterschiedlichen Perspektiven vertieft. Ergänzt wurde das Programm durch die Posterpräsentation „Facetten von Neurodiversität und Neurodivergenz“ sowie den Markt der Möglichkeiten mit rund 17 Ständen.
„Die Hochschule Magdeburg-Stendal bot mit dem Fachtag Neurodiversität einen Raum, in dem wissenschaftliche Perspektiven, persönliche Erfahrungen und professionelles Handeln in einen intensiven Austausch treten konnten“, fasste Wendel zusammen. Das breit gefächerte Programm habe gezeigt, „wie vielfältig Zugänge zum Thema Neurodiversität sind und wie wichtig interdisziplinärer Dialog ist.“ Besonders wertvoll sei gewesen, dass Studierende, Fachkräfte und Betroffene gleichberechtigt miteinander ins Gespräch gekommen seien und voneinander lernen konnten. Mit Blick auf die Weiterentwicklung der Hochschule erklärt Wendel: „Unser Ziel ist es, die Hochschule als einen Ort zu gestalten, an dem Studieren für alle möglich ist – diversitätssensibel, zugänglich und offen für unterschiedliche Lebens- und Lernerfahrungen.“
Mit der hohen Beteiligung und der positiven Resonanz hat der Fachtag Neurodiversität in Stendal erneut deutlich gemacht, wie groß der Bedarf an fundierter Information, fachlichem Austausch und Vernetzung rund um das Thema ist. Die Rückmeldungen der Teilnehmer fielen durchweg positiv aus. Gelobt wurden unter anderem die gute Organisation, der wertvolle Input und das hohe fachliche Niveau, so Seyer. Viele hoben zudem hervor, wie wichtig der persönliche Austausch mit Menschen sei, die ähnliche Erfahrungen und Herausforderungen kennen.

