Bismark feiert im August seinen Kolk

Sommertour: Andreas Cosmar und Helmut Riesner nehmen den Landrat mit auf eine Reise in die Geschichte.

Der Bismarker Männer-Turn-Verein 1863 hat im Jahr 1925 das Freibad „Bismarker Kolk“ gegründet. Bis heute zieht dieses vor allem bei warmen Temperaturen Klein und Groß zu erholsamen Stunden an – denn das Angebot umfasst heute mehr als nur Baden zu gehen. Das Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen wird am 16. und 17. August mit einem großen Fest gefeiert. Bereits am Freitagnachmittag ist Landrat Patrick Puhlmann im Rahmen seiner Sommertour in die Kolk-Geschichte eingetaucht.

Neben der Stadtverwaltung Bismark, die das Freibad betreibt, engagiert sich seit dem Jahr 2011 der Förderverein „Freunde des Bismarker Kolks“. Vorsitzender Andreas Cosmar und Helmut Riesner haben dem Landrat einen Überblick über die Arbeit des Vereins mit seinen 36 Mitgliedern gegeben. „Wir führen regelmäßig Arbeitseinsätze durch und unterstützen bei Veranstaltungen“, so Cosmar. Dabei erläuterten sie Puhlmann auch, wie das Freibad überhaupt entstanden ist.

Die Geschichte geht zurück bis ins 19. Jahrhundert. Damals befand sich am heutigen Gelände des Freibands eine Lehmkuhle. Die Ziegelei, die den Lehm nutzte, stellte ihre Produktion zu Beginn des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914 ein. Danach füllte sich die Kuhle allmählich mit Quell- und Niederschlagswasser. Das so gebildete Wasserloch wurde in der näheren Umgebung unter dem Namen „Kolk“ bekannt. Auf ein Engagement der lokalen Gemeinschaft hin hat der Männer-Turn-Verein letztlich im Jahr 1925 das Freibad gegründet. Seither hat sich am Gelände rund um das Gewässer wenig verändert, ist überwiegend naturbelassen geblieben.

Im Jahr 2011 drohte dem Bismarker Kolk die Schließung, wie Riesner erzählte. Dies führte zu Aufregung in der örtlichen Gemeinschaft. So gründete sich aus deren Mitte heraus der Förderverein „Freunde des Bismarker Kolks“, der seither kulturell und mit Körpereinsatz am Erhalt des Freibads mitwirkt. Er zeichnete auch verantwortlich für die Anschaffung eines Wassertrampolins.

Die Verwaltung hat in den Jahren 2014 und 2015 mit Unterstützung des Förderprogramms „Leader“ weitereichende Modernisierungen vorgenommen. Kiosk, Umkleiden und Toiletten sind an zeitgemäße Standards angepasst worden. Zudem gibt es seit etlichen Jahren Stellplätze für Wohnwagen und -mobile. „Diese werden auch gut angenommen“, so Cosmar.

Damit ist das Freibad auch in den vergangenen Jahren erhalten worden und nun steht ein großes Jubiläum bevor: Mit einem Fest über gleich zwei Tage feiert die Einheitsgemeinde „Stadt Bismark (Altmark)“ am 16. und 17. August das 100-jährige Bestehen des Freibads, wie der Landrat erfuhr. Los geht es am Samstagabend mit Livemusik und Tanz, ehe am Sonntag dann Vereine ab 11 Uhr ein buntes Programm gestalten. Die Freunde des Kolks etwa wollen Bademoden der letzten 100 Jahre präsentieren, ein Badewannen-Rennen ist geplant und ab 16 Uhr steht das traditionelle Neptunfest auf der Agenda.

„Ich finde es schön, dass die Kommunen solche Einrichtungen unterhalten. Das ist nicht selbstverständlich“, sagte Patrick Puhlmann. „Der Kolk ist durch die gepflegte Anlage mit den Stellplätzen und dem benachbarten Volleyball-Feld ein attraktives Freibad, welches nicht nur zum Baden einlädt. Dazu freut mich besonders, dass auch der Kiosk wieder in Betrieb ist“, so der Landrat. Er hatte zuvor erfahren, dass die Versorgungsmöglichkeit am Kolk etliche Jahre geschlossen war.