Verdacht des Ausbruchs der Geflügelpest

amtliche Feststellung bei einem Wildvogel in Havelberg

Zwei verendete Graugänse in der Nähe der Brücke Prälatenweg in Havelberg meldete am 3. Januar 2022 ein Mitarbeiter der Hansestadt Havelberg dem Veterinäramt des Landkreises Stendal. Die von Mitarbeitern des Veterinäramtes sofort sichergestellten Tiere wurden direkt zur weiteren Untersuchung in das Labor des Landesamtes für Verbraucherschutz des Landes Sachsen-Anhalt (LAV) in Stendal eingeliefert. Der Zwischenbefund lag am Nachmittag des 4. Januar 2022 vor. Das Ergebnis: Die Proben enthielten das hochpathogene aviäre Influenzavirus vom Typ H5. Das Veterinäramt leitete das Material beider Tiere anschließend zur weiteren Untersuchung ans nationale Referenzlabor am Friedrich-Löffler-Institut (FLI) in Greifswald – Insel Riems weiter. Der Landkreis Stendal stellt somit den Verdacht des Ausbruchs der Geflügelpest bei Wildvögeln amtlich fest.

Weiteres Vorgehen | Maßnahmen zur Eindämmung

Zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung der sogenannten Geflügelpest kündigt der Landkreis Stendal – wie in den vergangenen Jahren – eine tiergesundheitsrechtliche Allgemeinverfügung mit Auffstallungspflicht voraussichtlich im gesamten Kreisgebiet an. Für den Fall, dass sich der Verdacht des Ausbruchs der Geflügelpest durch das FLI bestätigt, werden außerdem Restriktionszonen rund um den Fundort Havelberg angekündigt. Die Allgemeinverfügung sowie Karten, aus denen Sperrbezirk und Beobachtungsgebiete ersichtlich sind, werden auf der Internetseite des Landkreises Stendal veröffentlicht.

Was Tierhalter jetzt tun können

Ziel ist: Ein Ausbruch der Vogelgrippe in Geflügelhaltungen soll unbedingt vermieden werden, da in einem solchen Fall alle Tiere des Bestandes getötet werden müssten. Tierhalterinnen und Tierhalter sollten bereits jetzt – vor Inkrafttreten der Allgemeinverfügung in eigenem Interesse – Maßnahmen ergreifen, um dies zu verhindern. Dazu zählen:

  • unverzüglich die Haltung von Geflügel beim Veterinäramt anzeigen, sofern noch nicht geschehen
  • sofortige Meldung auftretender Krankheitsanzeichen und/oder Tierverluste an das Veterinäramt
  • vorsorgliche Hygienemaßnahmen ergreifen, z. B. Desinfektionsmatten an den Ein- und Ausgängen der Stallungen auslegen
  • Futter, Einstreu, Wasser und Gerätschaften frei von Berührungsmöglichkeiten durch Wildvögel aufbewahren
  • Zugang für fremde Personen beschränken und bei Betreten der Stallungen Schutzkleidung tragen

Was ist die Vogelgrippe / Geflügelpest?

Bei der Geflügelpest, auch als aviäre Influenza bezeichnet, handelt es sich um eine Viruserkrankung. Die Geflügelpest ist für Hausgeflügel hochansteckend und verläuft mit schweren allgemeinen Krankheitszeichen und erhöhten Todesfällen. Einige Varianten der Geflügelpestviren, insbesondere die Variante A/H5N1, können in Einzelfällen auch auf andere Tiere und Menschen übertragen werden. Details hat das FLI zusammengestellt unter: www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest

Was tun, wenn ein verendeter Vogel gefunden wird?

Berührungen mit einem in freier Wildbahn tot aufgefundenen Vogel sind unbedingt zu vermeiden. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, den Fund per Email an veterinaeramt@landkreis-stendal.de zu melden.

Woran erkenne ich mit Vogelgrippe angesteckte Hühner, Enten & Gänse?

  • stumpfes, gesträubtes Federkleid
  • schnell fortschreitende Teilnahmslosigkeit
  • Verweigerung von Futter und Wasser
  • Atemnot, Niesen, Ausfluss aus Augen und Schnabel
  • wässrig-schleimiger grünlicher Durchfall
  • zentralnervöse Störungen (abnorme Kopfhaltung, Gleichgewichtsstörungen)
  • Wassereinlagerungen (Ödeme) am Kopf
  • plötzliches Aussetzen der Legeleistung oder dünne, verformte Eier

 

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