Sandau Süd: Spatenstich zur Deichrückverlegung

Mehr Raum für die Elbe durch 180 ha neuer Überschwemmungsfläche

Am Mittwoch, den 14. Juli 2021, wurde im Bereich Sandau Süd der 1. Spatenstich zur Deichschlitzung / Deichrückverlegung vorgenommen. Mit der bereits umgesetzten Deichrückverlegung Sandau Nord werden der Elbe damit weitere 184 Hektar Retentionsraum zurückgegeben. 

Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert erläuterte zur Schlitzung des Altdeiches, wie wichtig diese Maßnahme für den Hochwasserschutz in der Region ist: "Dies ist ein wichtiger Meilenstein für die Elbe bei Sandau, da dieser Bereich jetzt über DIN-gerechte Deiche verfügt. Gleichzeitig kommt es durch die Rückverlegungen in diesem Flussabschnitt zu einer Absenkung des Hochwassers von sechs bis sieben Zentimetern."

Aktuell sind 83,3% Deichkilometer ostelbisch und 90,11% Deichkilometer westelbisch im Landkreis Stendal DIN-gerecht saniert

171,51 km Deich ostelbisch (Flussbereich Genthin) und 250,87 km Deich westelbisch (Flussbereich Osterburg) verlaufen durch den Landkreis Stendal. Das sind Autofahrten von beispielsweise Arneburg nach Leipzig bzw. noch weiter runter bis Gera, um die Dimension zu verdeutlichen. "Innerhalb der vergangenen acht Jahre wurden mit Stand heute 83,3% Deichkilometer ostelbisch und 90,11% Deichkilometer westelbisch DIN-gerecht saniert. Das heißt unter der Prämisse: standsicher, kontrollierbar, befahrbar und zu verteidigen", erläuterte Thomas Lötsch, Zweiter Beigeordneter des Landkreises Stendal vor Ort. 

Verbesserungen des Hochwasserschutzes durch Anbindung der Auen

Eine Deichrückverlegung verbessert sowohl den Hochwasserschutz als auch den gesamten lokalen Wasserhaushalt – bei Hoch- und bei Niedrigwasser. Durch die Wiederanbindung der ursprünglichen Auen an die natürliche Dynamik des Flusses entstehen naturnahe Flusslandschaften. Diese bieten Raum zum Rückhalt von Wasser und können dadurch die Folgen von Trocken- beziehungsweise Niedrigwasserperioden abmildern.

Deichrückverlegung geben der Elbe wieder mehr Raum

"Wir spüren die Klimakrise hier in Sachsen-Anhalt. Unsere Böden sind noch immer viel zu trocken. Wir müssen damit rechnen, dass katastrophale Hochwasserereignisse ebenso häufiger vorkommen werden wie Dürreperioden. Mit der Deichrückverlegung geben wir der Elbe wieder mehr Raum. Und damit gewinnen alle, denn das Wasserspeichervermögen der Flussaue im Zusammenspiel mit der Entwicklung flussauentypischer Lebensräume führt zu einer nachhaltigen Verbesserung des Wasserhaushalts. Hochwasserschutz und Naturschutz gehen Hand in Hand. In Sachsen-Anhalt haben wir bereits knapp 1.700 Hektar Retentionsraum wiedergewonnen. Die Flächen der Deichrückverlegung Sandau Süd kommen heute hinzu.“

Kosten der Hochwasserschutzmaßnahmen: Sandau Nord 11,5 Mio. Euro / Sandau Süd 15,5 Mio. Euro

Insgesamt werden die Hochwasserschutzmaßnahmen an den Standorten Sandau Nord (11,5 Mio. Euro) und Süd (15,5 Mio. Euro) rund 27 Millionen Euro kosten. Die baulich abgeschlossene Maßnahme Deichrückverlegung Sandau Nord und die Deichrückverlegung Sandau Süd sind Bestandteil des Nationalen Hochwasserschutzprogramms. Sie wurden und werden mit Mitteln des Bundes und des Landes finanziert.

Zusammen mit den bereits umgesetzten Maßnahmen am rechten Elbdeich trägt die Deichrückverlegung Sandau zu einer insgesamt erheblichen Verbesserung der Hochwassersicherheit im Elbe-Havel-Winkel bei.

Mit dem Programm „Mehr Raum für unsere Flüsse“ hat Sachsen-Anhalt die Weichen für einen zukunftsorientierten Hochwasserschutz, unter Berücksichtigung zu erwartender Veränderungen der Klimakrise, gestellt. Mit der Gesamtheit der Maßnahmen des generationenübergreifenden Programms können rund 16.000 Hektar Retentionsraum wiedergewonnen werden.

Mehr Informationen zum Programm „Mehr Raum für unsere Flüsse“ und Informationen zu allen einzelnen Maßnahmen finden sich hier: www.hochwasser.sachsen-anhalt.de

 

 

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