Hochwasserkonferenz 2022

Bilanz: Neun Jahre nach dem Hochwasser von 2013

Am 10. Juni 2022 jährte sich der Deichbruch bei Fischbeck zum 9. Mal. Diesen Jahrestag nahmen der Landkreis Stendal, die Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land und der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft zum Anlass, in einer Hochwasserkonferenz an die verheerenden Ereignisse im Sommer 2013 zu erinnern. Es wurde Bilanz gezogen, was seitdem wieder aufgenbaut wurde. Daneben blickten die Akteure auch auf die Aufgaben, die in den nächsten Jahren noch zu bewältigen sind.


Mitschnitt der Hochwasserkonferenz

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Landrat Patrick Puhlmann:

„Die Flut und die Not haben die Menschen in der Region zusammengebracht. Jeder, ob direkt betroffen oder von weiter weg hat sich selbstverständlich eingebracht. Hat angepackt, hat aufgeräumt, gerettet und musste oft auch getröstet. Getröstet die Menschen, die Über Nacht alles verloren, die unter Schock standen und deren leben zum Teil bis heute nie wieder genauso werden konnte, wie vor dem 10. Juni 2013. Und dieses Zusammenrücken, dieses gemeinsame Erinnern, das gehört zur Hochwasserkonferenz unbedingt dazu: Es ist unser fester Wille und dazu stehe ich mit einigen Gemeinden bereits im Kontakt, die Hochwasserkonferenz im nächsten Jahr, dann zum 10. Jahrestag wieder in Präsenz und in vollem Umfang an einen Ort des Geschehens zu bringen. Damit können wir erneut zusammenrücken und diesen Jahrestag auch gemeinsam gedenken. Ich freue mich sehr darauf.“


Thomas Wünsch, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt betonte, dass auch in den kommenden Jahren aktiv am Hochwasserschutz im Land gearbeitet werden wird und verwies auf das Programm „Raum für unsere Flüsse“, dessen Umsetzung eine Generationenaufgabe sein wird.


Im Mittelpunkt der Veranstaltung berichteten der Direktor des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft, Burkhardt Henning sowie Marco Schirmer und Hans-Jörg Steingraf als Flussbereichsleiter Genthin und Osterburg über die einzelnen Maßnahmen im Rahmen der Deichsanierung. Zur Verdeutlichung: Der Landkreis verfügt über 372 Deichkilometer. Davon wurden mittleiweile ca. 320 Deichkilometer, also 86 % regelgerecht saniert. 12% der Deiche haben einen Anpassungsbedarf und ca. 7 % verfügen über einen erheblichen Sanierungsbedarf. Die Baumaßnahmen der vergangenen Jahre hatten ein finanzielles Volumen von ca. 338 Millionen Euro allein im Landkreis Stendal. Eine enorme Leistung, die es anzuerkennen gilt, so der Landrat.


Die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land, eine der am stärksten betroffenen Kommunen im Rahmen des Hochwasserereignisses 2013, bedankte sich für die Möglichkeit auch in diesem Jahr an der Hochwasserkonferenz teilzunehmen. Vieles wurde in den vergangenen 9 Jahren geschafft, dank der guten Zusammenarbeit der Gremien, Behörden und Kommunen. Die Mehrzahl der 440 notwendigen Maßnahmen konnte bereits abgerechnet werden.


Die formelle Gründung der Hochwasserpartnerschaft Elbe, so Reinhard Nieberg als Vorstandsmitglied der Partnerschaft, erfolgte am 25. Mai 2009 in Magdeburg

Zunächst beteiligten sich 13 Kommunen von Schleswig-Holstein bis Sachsen. Heute sind es bereits 70 Kommunen, Feuerwehrverbände und Bürgerinitiativen, die sich der Partnerschaft angeschlossen haben.

Zielsetzungen:

  • eine Plattform für den Informationsaustausch über aktuellste Entwicklungen im Hochwasserrisiko-management und zu Instrumenten der Hochwasservorsorge schaffen,
  • sich gegenseitig unterstützen, u.a. bei der Öffentlichkeitsarbeit zur Stärkung des Hochwasserbewusstseins bei der Bevölkerung, bei der Umsetzung von Gesetzen oder beim konkreten Hochwasser-management,
  • bereits in der Planung Einfluss auf alle hochwasserrelevanten Vorhaben im Flussbereich nehmen,
  • Sprachrohr der Kommunen bei sämtlichen Themen rund um Hochwasserschutz und Hochwasserbewältigung.

Der gesamte Verlauf der Konferenz wurde aufgezeichnet und kann auf dem Youtube-Kanal des Offenen Kanals Stendal verfolgt werden.