Erinnerung an das Hotel "Zum Goldenen Löwen"

Das erste gewählte Objekt ist in der Dauerausstellung zu finden und zieht die Betrachterinnen und Betrachter mit Anmut und Glanz in seinen Bann. Die steinerne vergoldete Löwenplastik zierte einst den Eingang des Hotels „Zum Goldenen Löwen“. Das Hotel befand sich in Osterburg westlich der Breiten Straße unter der Adresse „Straße des Friedens 61“. Die Plastik wurde Ende des 19. Jahrhunderts angefertigt und ist mit einer Höhe von 42 cm und einer Länge von 87 cm um einiges kleiner als ein echter Löwe.

Der „Goldene Löwe“ war über viele Jahre das „erste Haus am Platz“. Dort fanden prunkvolle Empfänge statt. Besonders mit dem Ausbau der Straßen und Eisenbahnverbindung erlebte Osterburg einen Wirtschaftsaufschwung und der Besuch des „Goldenen Löwen“ war ein Beweis erfolgreicher Unternehmertätigkeit. Besondere Festivitäten waren zum Beispiel die Feier des Kaisergeburtstages 1910 oder die offizielle Gründungsveranstaltung der so genannten Kleinbahn AG am 25.01.1913.

Doch bereits 1874-79 war der „Goldene Löwe“ das Stammlokal des damals noch bestehenden königlichen Lehrerseminars. Der Gastwirt Otto Rabe ist der erste Besitzer des Gasthauses. Ihm folgten Hermann Warthmann, Walter Schütte und Paula Hornung.

Der Luxus des Gasthauses lässt sich nicht nur am Interieur ablesen, betrachtet man allein die im Besitz des Museums befindliche Einladung zum Kaisergeburtstag 1914, mit dem geprägten Abbild Kaiser Wilhelms II, fällt die Vielfalt der angebotenen Weine auf und vor allem deren Preise. Ein Glas 1907er Chateaux Leoville Poyferre für 5.50 Mark konnte sich ein Arbeiter, der im Monat 90 Mark verdiente, sicher nicht leisten.

Das Gebäude des Hotels wurde 1975 abgerissen, nachdem es in den 1950er-Jahren bereits nicht mehr der „Goldene Löwe“ war, sondern das „Haus der Freundschaft“.

Der Wächter des „Goldenen Löwen“ befindet sich seit August 1991 im Besitz des Museums.