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Hochwasserkonferenz des Landkreises: 28 Tage im Ausnahmezustand liegen fünf Jahre zurück

Pressemitteilung 2018-055 vom 12.06.2018

Carsten Wulfänger zeigt Minister Stahlknecht die Wrackteile

Wenn der Landrat die Spitzenkräfte im Katastrophenschutz des Landkreises zusammenruft, kommen alle. Zur fünften Hochwasserkonferenz lud der Landkreis Stendal Macher und Entscheider in das Feuerwehrtechnische Zentrum Arneburg ein.

 „In der Krise beweist sich der Charakter.“ Was Altkanzler Schmidt wusste, sieht Minister Holger Stahlknecht ganz klar: „Statt einer Rede bekam Carsten Wulfänger im Jahr 2013 eine Krise zum Amtsantritt. Mental und physisch durch dieses Ereignis zu führen, dazu gehört Willenskraft, Mut und Standhaftigkeit. Ich finde, das haben Sie souverän und gut gemacht.“  Das finden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Podium der Konferenz auch. Redner aus Einheiten der Feuerwehren und der Johanniter-Unfallhilfe e. V. betonten die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Auf Grund schneller, klarer Entscheidungen konnten Maßnahmen sachgerecht und prompt eingeleitet werden.

Landrat Wulfänger beabsichtigt, auf dem Fischbecker Deich eine ewige Botschaft zu hinterlassen. Zur Erinnerung an die Ereignisse im Juni 2013 und als Zeichen für die bedingungslose Bereitschaft aller, die Menschen in der Hochwasserregion vor solchen dramatischen Ereignissen zu bewahren, soll ein Ruhepol entstehen. Ein paar Überreste der beiden Schiffe, die an der Deichbruchstelle versenkt wurden, hat der Landkreis aufbewahrt. „Daraus entsteht ein Schauplatz, eine Hommage an die Menschen in der Region und alle Einsatzkräfte.“ so Wulfänger. Nach Fertigstellung des Fischbecker Deiches 2018, soll das Projekt „Ruhepol auf dem Deich“ starten.

Zum Ausbau der Fahrzeugflotte im Katstrophenschutz stehen dem Landkreis Stendal jetzt weitere 80.000 Euro zur Verfügung. Innenminister Stahlknecht reichte den Zuwendungsbescheid weiter und beglückwünschte zu neuen Lastkraft- und Gerätewagen. Diese Zuwendung macht erneut deutlich, dass die technische Ausstattung der Einheiten des Katastrophenschutzes kontinuierlich verbessert wird.

Der für den Katastrophenschutz zuständige 2. Beigeordnete des Landrates, Sebastian Stoll, machte in seinem Vortrag aber auch deutlich, dass zur Vorbereitung auf den Einsatz in Krisensituationen nicht nur die Technik sondern auch die handelnden Menschen zu ertüchtigen sind. Deshalb wurden in den zurückliegenden Jahren ungefähr zehn bis zwanzig mal mehr Ausbildungsstunden absolviert als in der Zeit vor 2013.

Der Wehrleiter der Hansestadt Osterburg (Altmark), Sven Engel, zeigte in seinem Vortrag, wie wertvoll im Katastrophenfall die Kenntnisse und Erfahrungen der Freiwilligen Feuerwehren sind. Am Beispiel des 2013er Einsatzabschnittes Büttnershof erläuterte er, wie durch Nutzung der Führungsorganisation und der Einsatzerfahrungen der Kameraden auch solch kritische Situationen gemeistert werden können.

Stellvertretend für die große Zahl an Hilfsorganisationen (z. B. THW, DRK, DLRG u. a.) sprach Katalin Soppart von der Regionalgeschäftsstelle der Johanniter Unfallhilfe e. V. Sie demonstrierte die Aufgaben dieser Organisationen und deren Zusammenwirken mit den anderen Katschutz-Einheiten. Wichtig war in diesem Zusammenhang der Hinweis, dass die Johanniter selbst Träger kritischer Infrastrukturen sind (Krankenhäuser, Pflegeheime, Kindereinrichtungen) und trotzdem darüber hinaus umfangreiche Leistungen bei der Versorgung und Betreuung im Katastrophenfall erbringen.

Wie wichtig die vielen freiwilligen, nicht organisierten, Helfer während einer Katastrophenlage sind, das machte Michael Geffers deutlich. Der Wehrleiter der Hansestadt Stendal zeigte beeindruckende Bilder vom Einsatzabschnitt Stendal-Borstel, wo 2013 hunderttausende Sandsäcke gefüllt und mit Hubschraubern zu den Einsatzstellen transportiert wurden. Ohne die Freiwilligen wäre diese Aufgabe nicht zu bewältigen gewesen. Er machte aber auch unmissverständlich klar, dass so ein Mammut-Projekt nur funktionieren kann, wenn die Helfer professionell geführt werden und die Einsatzstelle nach klaren Regeln organisiert ist. Auch dafür stehen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr.

Zwei neue technische Ausrüstungsgegenstände konnten die Gäste der Hochwasserkonferenz während der Tagung live erleben. Ehe der neue Feldkochherd an die Hilfsorganisation Johanniter-Unfallhilfe e.V. übergeben wurde, testeten Wulfänger und Stahlknecht den Geschmack von Rotkohl und Rinderrouladen. Dass es mit einer Sandsackfüllanlage möglich ist, in einer Stunde 3 800 Säcke zu füllen, demonstrierten Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr der Hansestadt Stendal.

Gut gerüstet blicken alle auf zukünftige Hochwasserereignisse. „Wir können das! Nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser.“ resümierte Sebastian Stoll, der die Veranstaltung moderierte, am Ende der Konferenz.

Symbol Beschreibung Größe
Tagesordnung
Ablaufplan der Hochwasserkonferenz 2018
0.2 MB
Vortrag Sebastian Stoll
Aus- und Fortbildung sowie die Organisation des Katastrophenschutzes im Landkreis Stendal
0.9 MB
Vortrag Sven Engel
Elbe-Hochwasser 2013 Technische Einsatzleitung Büttnershof
7 MB
Vortrag Katalin Soppart
Aufgaben der Johanniter Unfallhilfe im Katastrophenschutz
3 MB
Vortrag Michael Geffers
Bericht aus der Erfahrung des Einsatzabschnittes Flugplatz Borstel 2013
4.6 MB
12.06.2018

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