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Erkundung des öffentlichen Nahverkehrs

Testbericht vom 11. Januar

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Der Inklusionsbeirat des Landkreises Stendal testete bereits im Jahr 2019 den öffentlichen Nahverkehr des Landkreises Stendal. Exakt ein Jahr später, am 11.01.2020 wollten die Mitglieder den Test wiederholen. Ganz klar fiel der Blick dieses Mal drauf, welche Veränderungen bisher umgesetzt wurden. Besonders spannend war die Erkundung der bereits erfolgten Neuerungen am Stendaler Bahnhof. Die Teilnehmer*innen führte die Rundtour mit dem Zug nach Tangermünde, dann mit dem Rufbus nach Tangerhütte und wieder mit dem Zug nach Stendal.

Der Inklusionsbeirat begrüßt die Umbauten des Bahnhofes Stendal sehr. Gut sind die ebenerdigen Einstiege auf den neuen Gleisen. Das Personal in Zug und Bus war sehr hilfsbereit und freundlich. Die Anzeigen in den Zügen und im Rufbus sind eingeschaltet, so dass sich gehörlose Menschen gut orientieren können.

In Tangerhütte hielt der Zug, ohne das vorher zu Erkunden war an welcher Stelle sich die Einstiegshilfe befindet. Zudem konnte die Gruppe die Rampe nicht selbst bedienen. Die Anmeldung ist hier beim Zugpersonal notwendig. Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder Rollstuhl ist der Zug ohne die Rampe nicht nutzbar. Zwischen Zug und ebenerdigem Gleis befindet sich ein Spalt, der ohne die Einstiegshilfe nicht zu überwinden ist.

Leider sind spontane Zugfahrten auch bei Neubau des Bahnhofes vermutlich nicht möglich. Körperlich eingeschränkte Personen erreichen selbstständig das Gleis, können jedoch die Rampe in den Zug nicht selbstständig ausklappen. Sehr hilfreich wäre hier eine technische Lösung mit einer automatischen Rampe am Zug. Wichtig ist es ebenfalls, eine Information zu erhalten, an welcher Stelle im Zug sich die Einstiegshilfe befindet, um sich schon beim Warten an der richtigen Stelle des Bahnsteiges zu positionieren.

Der Zug hielt zudem nicht direkt an der vorgesehenen Leitlinie für Menschen mit Sehbehinderung. Der Einstieg für die Betroffenen ist dadurch unnötig aufwendig.

Gerne möchte der Inklusionsbeirat mit der Deutschen Bahn in Verbindung bleiben und auch die festgestellten Barrieren mit den Mitarbeitern besprechen. Weiterhin wird auch im Jahr 2021 eine Erkundungsfahrt des Inklusionsbeirates stattfinden.

Der Abbau der Barrieren ist erst geschafft, wenn alle Menschen selbstständig und spontan den Zugverkehr nutzen können.

 

21.01.2020

© Claudia Bolde E-Mail

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