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BCKategorie 21.07.2014 15:13:07 Uhr

Die Kreisstadt Hansestadt Stendal

Stendal [(c): brain SCC]

Die Hansestadt Stendal, die älteste Stadt der Altmark, um 1160 als Marktort erstmals genannt, ist mit ihren ca. 42.000 Einwohnern (mit Ortsteilen, Stand 2010) das Zentrum des Landkreises. Ein Gang durch die Stadt zeigt wesentliche Entwicklungsetappen im Laufe von über 800 Jahren Stadtgeschichte. Der Stadtkern ist durch Bauten des späten Mittelalters geprägt. Von der ehemaligen Stadtbefestigung sind das Tangermünder und das Uenglinger Tor erhalten. Letzteres ist eine Meisterleistung deutscher Baukunst des 15. Jahrhunderts und zählt zu den schönsten Stadttoren der norddeutschen Backsteingotik. Von dort genießen Sie einen herrlichen Rundblick über die Stadt- und ihre Umgebung.

Das Tangermünder Tor gilt als das älteste Stadttor im Nordosten Deutschlands. Es besitzt ein romanisches Doppelqeschoß aus Feldstein mit einer Durchfahrt aus dem ersten Viertel des 13. Jahrhunderts. Das Rathaus, das Gewandschneiderhaus, die Gerichtslaube mit dem Roland und die den Marktplatz beherrschenden Türme der Rats- und Hauptpfarrkirche St. Marien fügen sich zu einem der schönsten Marktensembles dieser Zeit. Bei der 1447 vollendeten Marienkirche handelt es sich um eine dreischiffige Hallenkirche, in welcher noch heute bedeutende Stücke ihrer einstigen reichen Ausstattung zu bewundern sind. In den sechziger Jahren des 15. Jahrhunderts entstand ein herrliches Chorgitter. In seiner oberen Zone stehen Großplastiken aus der Zeit 1220/30. Der große vergoldete Hochaltar von 1471 gehört zu den bedeutendsten Schnitzarbeiten seiner Zeit im Norden Deutschlands. Sein Hauptthema ist die Mariengeschichte mit der Darstellung des Marientodes im Mittelschrein. Unter der Orgelempore befindet sich eine noch funktionstüchtige astronomische Uhr aus dem 16. Jahrhundert. Kein Ort der Altmark weist so viele Zeugnisse für stattgefundenen und dann gesühnten Totschlag auf wie Stendal. Der aufmerksame Besucher findet an der Marienkirche mehrere solcher Zeichen. Eines hat man in die Südwand des Turmes eingelassen, zwei andere befinden sich etwas über Augenhöhe am Chor.

1188 wurde bereits ein Kaufhaus erwähnt, das man als Rathaus nutzte. Der heutige Bau des Rathauses entstand im 15. Jahrhundert. Sein Äußeres hat man im 16. Jahrhundert im Stil der Renaissance verändert. Eine besondere Kostbarkeit der Ratsstube ist die um 1462 entstandene, heute älteste profane Schnitzwand Deutschlands. Sie ist der Rest einer Gesamtvertäfelung des Raumes und älter als die berühmten Holzvertäfelungen in den Rathäusern zu München, Goslar und Überlingen. An der Gerichtslaube des Rathauses steht der Stendaler Roland aus dem Jahre 1525 in einer originalgetreuen Kopie von 1974. Mit seinen 7,80 m Höhe ist er der drittgrößte Roland nach denen von Wedel an der Unterelbe und Bremen. Ein Wahrzeichen mittelalterlicher Backsteingotik ist der Dom St. Nikolaus von 1188, der mit seinen Türmen die unverkennbare Stadtsilhouette prägt. Als einst wohlhabende Handelsstadt und Sitz des Domstiftes hat Stendal eine bedeutende kulturelle Vergangenheit. Die heutige Stiftskirche entstand zwischen 1423 und 1463 als dreischiffige Halle mit Querhaus und einschiffigem Hochchor. Sie ist ein Baudenkmal von internationalem Rang. Größter Schatz des Domes ist seine einmalige Farbverglasung. In geschlossener Folge zeigen noch 23 Fenster mit über 3000 Feldern die Kindheit und die Passion Christi sowie Apostel- und Heiligenlegenden. Freunde der Orgelmusik können sich im Dom an regelmäßig stattfindenden Konzerten erfreuen.

Im Nordabschnitt der Breiten Straße befindet sich die Jakobikirche. Sie ist eine dreischiffige Hallenkirche des 14. und 15. Jahrhunderts. Auch diese Kirche besitzt eine wertvolle Ausstattung. So u.a. Glasmalereien mit verschiedenen religiösen Darstellungen, eine Chorschranke aus filigranem Gitterwerk von 1510/20 und einen Altar aus Sandstein mit einem dreigeschossigen Aufbau und reichem figürlichen und ornamentalen Schmuck aus der Zeit um 1600. In unmittelbarer Nähe des bereits erwähnten Tangermünder Tores lädt das Altmärkische Museum zu einem Besuch ein. Dieses 1888 gegründete Museum stellt in den Räumen des ehemaligen Katharinenklosters aus dem 15. Jahrhundert seine umfangreichen Exponate zur Geschichte und Kulturgeschichte der Altmark aus. Die Exponate belegen die geschichtliche Entwicklung der Stadt Stendal und der Altmark von der Besiedlung seit der mittleren Steinzeit bis zur Gegenwart. Besondere Schwerpunkte werden in der Abteilung Vorgeschichte mit ihren ausgewählten bedeutenden Funden aus der Altmark und der näheren Umgebung von Stendal gesetzt. Dies sind die Ausstellungen zur Blütezeit der Hanse in Stendal im späten Mittelalter mit dem herausragenden Exponat, dem wertvollen Johannesaltar der Tuchmachergilde um 1525, die Abteilung, die den Landausbau in der Altmark unter den askanischen Markgrafen und die Gründung der Stadt Stendal beschreibt und so interessante Stücke wie romanische Kleinkunst und einen gesteppten Harnisch-Rock aus dem 15. Jahrhundert. Nicht weniger beeindruckend sind die Ausstellungsstücke, die die Kultur des Stadtbürgertums vor Beginn des Dreißigjährigen Krieges und die bürgerliche Kultur des 19. Jahrhunderts zur Besichtigung freigeben. So kann man einen Spätrenaissance-Ofen, regionalgeschichtliche Details aus der Zeit der Befreiungskriege betrachten. Einen abschließenden Überblick über die Zeit der Industrialisierung in der Region während der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum 1. Weltkrieg gewinnt man in dem letzten Teil der Ausstellung im Obergeschoß. Regelmäßige Sonderausstellungen bereichern das Angebot des Hauses.

Johann Joachim Winckelmann, der Begründer der klassischen Archäologie, wurde 1717 in Stendal geboren und erhielt hier seine Schulbildung. Einen Einblick in das Leben und die Werke dieses großen Stendalers, den man 1763 zum päpstlichen Antiquarius ernannte und mit der Oberaufsicht über alle Altertümer von Rom betraut hatte, kann man sich in seinem Geburtshaus, dem heutigen Winckelmann-Museum, verschaffen. Darüber hinaus zeigt das Museum Sonderausstellungen, deren Themenkreis sich von der Archäologie bis zur modernen Kunst erstreckt. Stendal ist Sitz der Winckelmann-Gesellschaft e. V., in der sich Mitglieder aus 20 Ländern der Winckelmannforschung verpflichtet haben. 150 Jahre nach J. J. Winckelmann erhielt Gustav Nachtigal, gebürtig im benachbarten Eichstedt und späterer Arzt und Afrikaforscher, in Stendal seine Schulbildung. Nach ihm wurde ein Platz benannt. Auch natur- und tierliebende Besucher kommen in Stendal auf ihre Kosten. In der Nähe des Stadtsees liegt inmitten einer Parkanlage der Tierpark der Stadt. Ein Spaziergang durch den Stendaler Stadtforst lohnt zu jeder Jahreszeit. Freunde der Theaterkunst lädt das Theater der Altmark - Landestheater Sachsen-Anhalt-Nord - zu einem Besuch ein.

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