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Die aktuelle Infektionssituation im Landkreis Stendal

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1. Aktuelle Situation

Entsprechend des Infektionsschutzgesetzes, ist das Gesundheitsamt die Stelle, bei der meldepflichtige Erkrankungen oder der  Verdacht einer meldepflichtigen Erkrankung angezeigt werden müssen. Waren in der siebenten Berichtswoche noch 104 Meldungen im Gesundheitsamt eingegangen, so betrug die Zahl der Meldungen in der achten Berichtswoche bereits 274. Für das Gesundheitsamt bedeutet dies, entsprechende Ermittlungen durchzuführen und gegebenenfalls Maßnahmen anzuordnen. Seit Wochen betrifft ein Großteil der Infektionsmeldungen nach wie vor gastrointestinale Erkrankungen, davon waren es in der achten Berichtswoche 57. Der hohe Anstieg an Infektionsmeldungen beruht aber aktuell  vor allen Dingen auf Infektionen der oberen Luftwege, hervorgerufen durch die Influenza, wobei in der achten Berichtswoche 148 Meldungen im Gesundheitsamt eingingen. Eine weitere meldepflichtige Erkrankung der oberen Luftwege  ist der Keuchhusten, der seit der 30. KW 2017 im Landkreis zirkuiert. In der achten Berichtswoche hatte das Gesundheitsamt davon fünf Meldungen. Die Zahl der Erkrankungen mit grippalem Infekt (Erkältung) ist dem Gesundheitsamt nicht bekannt, da diese Erkrankung nicht meldepflichtig ist.

2. Vergleich zum Vorjahr

Die Zahl der Influenza-Erkrankungen ist in diesem Jahr seit drei Wochen stetig steigend, sodass dem Gesundheitsamt bis jetzt 325 Meldungen zugingen. Im selben Berichtszeitraum 2017 lag die Meldezahl bei 363 Influenza-Fällen. Im Jahr 2017 klang zu diesem Zeitpunkt die Influenza-Welle bereits ab. 2017 waren insgesamt 422 Influenza-Meldungen im Gesundheitsamt eingegangen.

Die Keuchhusten-Erkrankung als weitere meldepflichtige Erkrankung der oberen Luftwege, wird seit Juli 2017 mit durchschnittlich drei Meldungen pro Woche im Gesundheitsamt registriert. Bisher sind im Gesundheitsamt 90 Meldungen an Keuchhusten eingegangen. Im Berichtszeitraum 2016/2017 waren in dieser Zeitspanne lediglich 7 Erkrankungen zu verzeichnen.

Grundsätzlich ist zu vermerken, dass von einer hohen Dunkelziffer an Infektionserkrankten auszugehen ist. Das Gesundheitsamt kann nicht alle Keuchhusten- und Influenza-Erkrankungen erfassen, da im Allgemeinen eine Meldung nur bei labordiagnostischem Nachweis erfolgt. Ausnahmsweise konnte in diesem Jahr die Häufung an einer Schule mit 160 erkrankten  Personen erfasst werden. Hier war bei drei Kindern der Nachweis der Influenza-B  erfolgt. Wegen des in der Klinik nachgewiesenen Erregers und aufgrund des zeitlichen Zusammenhanges musste von einer Erkrankung aller Kinder dieser Schule mit Influenza ausgegangen werden. Darüber hinaus gab es zwei kleinere Häufungen von fünf bzw. sechs Erkrankten in den regionalen Krankenhäusern.

3. Keuchhusten, Grippe oder grippaler Infekt?

3.1 Keuchhusten (Pertussis)

Keuchhusten wird durch eine bakterielle Infektion der Atemwege verursacht. Die frühen Symptome ähneln einer gewöhnlichen Erkältung. Zirka zwei Wochen nach der Ansteckung entwickelt sich ein schwerer Hustenanfall, bei dem auf jedes Husten ein tiefes Luftholen folgt, was das berüchtigte „keuchen“ erzeugt. Die Hustenanfälle treten gehäuft nachts auf und sind teilweise verbunden mit Würgen und Erbrechen. In dieser Zeit besteht lediglich ein leichtes Fieber. Höhere Temperaturen können auf eine bakterielle Sekundärinfektion hinweisen. Ein einzelner Anfall kann den Körper dermaßen beanspruchen, dass dem Patienten anschließend jegliche Kraft fehlt. Kranke sind erschöpft. Der Keuchhusten kann mehrere Wochen bis Monate andauern.

Die Ansteckungsfähigkeit an Keuchhusten beginnt bereits während der unspezifischen Symptome (in den ersten beiden Krankheitswochen) und kann bis zu drei Wochen nach Beginn des starken Hustens andauern. Bei Durchführung einer antibiotischen Therapie verkürzt sich die Dauer der Ansteckungsfähigkeit auf etwa drei bis sieben Tagen nach Beginn der Therapie. Sie dient vor allem der Unterbrechung der Infektionskette.

 3.2 Grippe (Influenza)

Typisch für eine Grippe ist, dass sie heftig und eher plötzlich beginnt. Man fühlt sich auf einmal krank, hat Kopf- und Gliederschmerzen, hohes Fieber, Schüttelfrost und Husten. Das hohe Fieber kann mehrere Tage anhalten. Die Grippe geht einher mit starker Erschöpfung und vermindertem Appetit. Die Ansteckung besteht in der Regel einen Tag vor und drei bis fünf Tage nach dem Auftreten der ersten klinischen Symptome. Die Behandlung erfolgt im Allgemeinen symptomatisch, bei bakterieller Superinfektion durch Gabe von Antibiotika.

 3.3 Erkältung (grippaler Infekt)

Typisch für den grippalen Infekt (Erkältung) ist ein eher schleichender Beginn. Nacheinander treten Symptome wie Kratzen im Hals, laufende Nase und anschließend Husten auf. Fieber ist eher selten. Wenn Fieber auftritt, dann nur kurzzeitig. Im Allgemeinen sind es lediglich etwas erhöhte Temperaturen. Nach ca. zwei Wochen sind die Symptome vollständig abgeklungen. Die Behandlung erfolgt symptomatisch.

Die Ansteckungsfähigkeit bei einer Erkältung besteht ca. einen bis zwei Tage vor dem Ausbruch der Beschwerden und hält 5-7 Tage danach an.

 4. Übertragungsweg

Alle drei Erkrankungen - Keuchhusten, Grippe und grippaler Infekt - werden vor allem direkt auf dem Luftweg übertragen. Es ist eine sogenannte Tröpfcheninfektion. Die Erreger werden vom Erkrankten vor allem beim Husten, Niesen aber auch beim Sprechen ausgeschieden. Über das Einatmen der Viren bzw. Bakterien erfolgt dann die Ansteckung.

 5. Empfehlungen des Gesundheitsamtes

  • Erkrankte sollen vom Arbeitsplatz bzw. von der Gemeinschaftseinrichtung fern bleiben.Bei Verdacht auf Keuchhusten bzw. nachgewiesener Erkrankung, besteht nach §34 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz Tätigkeits- bzw. Besuchsverbote für Gemeinschaftseinrichtungen.
  • Beachten Sie die hygienischen Grundregeln, wie die Vermeidung von Händereichen, Anhusten oder Anniesen, um eine Weiterverbreitung der Erkrankung zu verhindern. Halten Sie beim Husten Abstand zu anderen Personen. Husten und Niesen Sie in ein Einmaltaschentuch oder in den Ärmel, nicht in die Hände! Waschen Sie sich bitte regelmäßig die Hände.
  • Die kranke Person  sollte möglichst in einem separaten Zimmer schlafen, vermeiden Sie wenn möglich enge Kontakte. Sorgen Sie für frische Luft. Lüften Sie geschlossene Räume drei bis viermal täglich für jeweils zehn Minuten.
  • Nehmen Sie viel Flüssigkeit zu sich um das Austrocknen der Mund- und Nasenschleimhäute zu verhindern und das Abhusten zu erleichtern.
  • Sonderfall Keuchhusten
    Keuchhusten gehört zu den impfpräventablen Krankheiten. Schützen Sie sich durch eine Impfung und überprüfen Sie Ihren Impfschutz!
    Wegen der begrenzten Dauer der Immunität, kann sich jede Person mehrmals im Leben neu infizieren und erkranken. Ziel der gegenwärtigen Impfstrategien in Deutschland ist daher ein möglichst frühzeitiger und vollständiger Impfschutz, besonders für Säuglinge und Kleinkinder (Grundimmunisierung) und darüber hinaus die Auffrischung der Immunität sowohl im Vorschul- und Jugendalter, als auch bei Erwachsenen. Da kein monovalenter Pertussisimpfstoff zur Verfügung steht, empfiehlt die STIKO die nächstfällige Tetanusimpfung in Kombination mit einem Pertusissimpfstoff für die Erwachsenen durchzuführen, auch wenn in einem Zeitraum von weniger als fünf Jahren zuvor ein tetanushaltiger Impfstoff verimpft wurde.
27.02.2018

© Dr. Iris Schubert E-Mail

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