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BCKategorie 21.07.2014 15:13:07 Uhr

Geschichtliche Daten von Johann Joachim Winkelmann

Geboren im Jahre 1717
Gestorben im Jahre 1768

Seit September 1998 weist der ICE "Johann Joachim Winckelmann" mit Halt in Stendal auf die wohl wichtigste Persönlichkeit der Künste und Wissenschaften der Altmark-Stadt hin. Über mehrere Lebensstationen gelangte der Sohn eines Stendaler Schuhmachers auf die bedeutende Position eines "Präsidenten aller Altertümer in und um Rom". Bereits vorher begründete er mit seinen von der internationalen Geisteswelt des l8.Jahrhunderts geradezu begierig aufgenommenen Publikationen seinen Ruf und Ruhm als Begründer der klassischen Archäologie und Kunstgeschichte. Winckelmann sorgte mit seinen detailierten Beschreibungen und seiner ästhetischen Theorie für eine Wiederentdeckung der Kunst des antiken Griechenlands. 1940 entstand in Stendal die international wirkende Winckelmann-Gesellschaft, 1955 eröffnete die Stadt das Winckelmann-Museum, welches bis heute zahlreiche Besucher in seine Dauer- und Sonderausstellungen zieht.

Stationen seines Lebens in Seehausen (Altmark)
Johann Joachim Winckelmann - Kunstgelehrter und Begründer der klassischen Archäologie - wurde am 9. Dezember 1717 in Stendal geboren und am 8. Juni 1768 in Triest (Norditalien) ermordet. J. J. Winckelmann lebte von 1743 - 1748 in Seehausen (Altmark). Am 8. April 1743 fand die sogenannte Lehrprobe statt und am 16. April wurde Winckelmann als Konrektor eingestellt.

Die Seehäuser Schule befand sich gegenüber der Kirche in dem heutigen Gemeindehaus. Es waren zwei Klassenräume und zwei Lehrerwohnungen vorhanden. Rektor der Schule war Paaltzow. Das Gehalt der Lehrer wurde zu zwei Dritteln von der Kirche bezahlt, ein Drittel musste von den Eltern der Schüler erbracht werden. Winckelmann unterrichtete Griechisch, Geometrie sowie Logic. Er stellte hohe Anforderungen an seine Schüler. Schon 1744 kam es durch ein Schulexamen zu einem Streit zwischen den Eltern der Schüler und Winckelmann.

Die Tagesarbeit von Winckelmann war meist erst um 24.00 Uhr beendet. Er gönnte sich oftmals nur vier Stunden Schlaf im Lehnstuhl. Von vier bis sechs Uhr wurde studiert, dann kam der Schulunterricht; anschließend wieder Studium und das Schreiben von Büchern. In den Ferien unternahm Winckelmann große Wanderungen. So ging er des Öfteren nach Stendal, um seinen Vater zu besuchen. Zu einem Fußmarsch nach Magdeburg brauchte er anderthalb Tage. Er wanderte nach Havelberg, Salzwedel und reiste nach Leipzig. Winckelmanns Interesse für Archäologie zeigte sich auch bei den Untersuchungen des Hünengrabes in Bretsch, wozu er die Erlaubnis erhielt.

Sehr gute Verbindungen bestanden zu den Pastoren in Groß Garz und Beuster. Freunde fand er in dem Seehäuser Bürgermeister Berendes und dem Falkenberger Gutsbesitzer Friedrich Wilhelm Marpurg (1718 - 1795), der großes Interesse für Musik zeigte.

Bei dem Schulstreit 1744 kam es sogar zu einem Gerichtsverfahren. Winckelmann ist zwar geblieben, aber es kamen unliebsame Zerwürfnisse mit den kirchlichen Vertretern der Schulaufsicht hinzu. Der 1. Kirchen-Inspektor Schnakenburg war streitwillig und rechthaberisch. Winckelmanns Leistungen wurden als gering eingeschätzt; er könne auch nicht predigen. Winckelmann hatte sich sehr viel mit Homer beschäftigt. Weil er diesen auch während des Gottesdienstes las, wurde er sogar als Gottesleugner bezeichnet.

Ostern 1744 sollte er im Kloster Berge (bei Gardelegen oder Prignitz) eine Stelle antreten,die er aber ablehnte. Auch aus dem Angebot für das Amt eines Privatdozenten für Geschichte wurde nichts.

Als 1748 sein Vater in Stendal verstarb, hielt ihn dann nichts mehr in Seehausen (Altmark). 1748 bekam er eine Anstellung als gräflicher Bibliothekar bei Dresden.

Noch einmal kehrte Johann Joachim Winckelmann nach Seehausen (Altmark) zurück, um einige Bücher zu verkaufen und wahrscheinlich seine letzten privaten Angelegenheiten zu regeln. In einem Brief an Bürgermeister Berendes ist als Erinnerung an Seehausen (Altmark) zu lesen: "Ist das Inspektorvieh noch da?" ... Aber man kann in den Briefen auch Heimweh erkennen, das wohl nicht Seehausen (Altmark), sondern seiner altmärkischen Heimat galt.

 

22.11.2005

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