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BCKategorie 21.07.2014 15:13:07 Uhr

Bauvorsorge

Vorraussetzung für eine effektive Bauvorsorge ist die Aneignung von Grundkenntnissen über das Einwirken von Wasser auf Bauwerke und deren Einrichtung. Hier sollen erste, grundlegende Informationen über derartige Einwirkungen und Vorsorgemaßnahmen gegeben werden. Grundsätzlich wird hinsichtlich der Bauvorsorge an Gebäuden nach drei Gefährdungsbereichen unterschieden:

  • Gebäudestandsicherheit: Aufschwimmen oder Durchbruch der Sohle
  • Eindringen von Wasser ins Gebäude durch Oberflächen-, Grund- und Rückstauwasser aus der Kanalisation und dadurch bedingte Schäden an der Bausubstanz und am Inventar
  • Beschädigung von Außenanlagen,wie z. B. Garagen, Garten.

Schutzstrategien

Die sicherste Strategie ist: Vermeiden Sie jegliche Bebauung in hochwassergefährdeten Gebieten bzw. planen und errichten Sie Ihr Gebäude so, dass situationsbezogen nachträgliche, aufwendige Schutzmaßnahmen nicht oder nur im begrenzten Umfang notwendig werden.

Für den Schutz von Gebäuden vor Hochwasserschäden sind folgende Strategien wesentlich:

  1. Ausweichen; erhöhte Anordnung und/oder Abschirmung der Gebäude
  2. Widerstehen; Abdichtung und/oder Verstärkung der Keller und des Fundamentes
  3. Nachgeben; angepasste Nutzung und/oder Ausstattung der hochwassergefährdeten Stockwerke
  4. Sichern; Schutz vor Kontaminationen der Gebäude und der Umwelt durch Schadstoffe.

Zusammenfassend dargestellt sind für die Vermeidung oder Reduzierung der Gebäudegefährdung durch Hochwasser oder steigendes Grundwasser essentiell:

  • Bauen außerhalb hochwassergefährdeter Gebiete
  • Bauen in erhöhter Lage
  • Gründung des Gebäudes auf Stützen oder Stelzen
  • Verzicht auf Kellergeschosse
  • Abdichtung des Gebäudes vor steigendem Grundwasser, z. B. durch eine "Schwarze- " oder "Weiße Wanne" und vor Oberflächenwasser, durch mobile Hochwasserschutzwände und Sandsäcke
  • Verhinderung des Rückstaus von Kanalisationswasser, beispielsweise durch Rückstauklappen.

Zur stationären Bauvorsorge vor Hochwassergefahren dienen weitere, individuell mögliche Hochwasserschutzmaßnahmen, wie beispielsweise Errichtung von Erddämmen, Mauern und Spundwänden. Diese können durch operative Maßnahmen ergänzt werden. Hierzu gehören mobile und teilmobile Hochwasserschutzwände, wie z. B. Dammbalkensysteme sowie Sandsäcke zur Abdichtung von Gebäudeöffnungen.

Sicherung der Hausversorgung

Zur Bauvorsorge zählen auch eine hochwasserangepasste Nutzung der unteren Geschosse sowie die sichere Unterbringung der Versorgungseinrichtungen.

Heizung und elektrische Hausversorgung

Die Heizungsanlage und die elektrische Installation des Gebäudes sollten nicht im Keller- und/oder im Erdgeschoss installiert werden.

Sicherung der Heizöltanks vor Aufschwimmen/Auftrieb

Auf eine Ölheizungsanlage sollte beim Bauen in einem hochwassergefährdeten Gebiet grundsätzlich verzichtet werden.
Besteht eine Ölheizungsanlage bereits und ist deren Umstellung aus wirtschaftlichen oder anderen Gründen nicht möglich, sollten die Tanks, alle Anschlüsse und Öffnungen so abgedichtet werden, dass kein Wasser von außen in diese eindringen kann. Weiterhin müssen die Tanks, bspw. durch entsprechende Verankerung, gegen Aufschwimmen/Auftrieb gesichert werden.

Bemessungsmaßstab für die Sicherung ist der leere Tank.

Können die Tanks nicht mehr gegen Auftrieb geschützt werden, so können diese als Notmaßnahme, zur Erzeugung der erforderlichen Gegenlast, mit Wasser gefüllt werden.

Lagerung und Umgang mit wassergefährdenden Stoffen

Wassergefährdende Stoffe, wie Altöle, Chemikalien, Farben, Lacke, Wasch- und Reinigungsmittel, müssen frühzeitig aus dem Gefahrenbereich entfernt werden. Solche Stoffe verschmutzen nicht nur das Wasser, sondern sind auch allgemein umweltgefährdend, schädigen bspw. Organismen.

Baustoffe und -materialien

Eine weitere wichtige, der Bauvorsorge vor Hochwassergefahren dienende Maßnahme ist die Verwendung wasserbeständiger Baustoffe und -materialien. Da nicht jeder Baustoff wasserunempfindlich ist, sollte beim Bauen im hochwassergefährdeten Gebiet auf entsprechend geeignete Materialien zurückgegriffen werden (siehe unten).

Weitere Informationen

Als weiterführende Literatur wird empfohlen: "Hochwasserschutzfibel - Bauliche Schutz- und Vorsorgemaßnahmen in hochwassergefährdeten Gebieten". Diese Broschüre kann kostenlos angefordert werden:

Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Invalidenstraße 44
10115 Berlin
Telefon: 030 20 08-0

Sie kann auch im Internet als pdf-Datei unter folgender Adresse heruntergeladen werden: http://www.bmvbs.de (Suche: Hochwasserschutzfibel) , ebenso wie die

"Hochwasserfibel - Bauvorsorge in hochwassergefährdeten Gebieten" des Ministeriums für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft Nordrhein-Westfalens, unterfolgender Adresse: http://www.lanuv.nrw.de/wasser/hochwasserfibel.pdf

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Wasserbeständige Baumaterialien
Übersicht wasserbeständiger Baumaterialien aus bvbs 20060
38 KB
23.01.2009

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