Kontakt

Landkreis Stendal
  • Hospitalstraße 1-2
  • 39576 Hansestadt Stendal

  • Telefon: +49 3931 60-6
  • Fax: +49 3931 213060

HAFAS Routenplaner
Von:
Nach:
Datum:
Uhrzeit:
Abfahrt
Ankunft
BCKategorie 21.07.2014 15:13:07 Uhr

Notfallplan Hochwasserschutz

  • Alarmieren und evakuieren Sie gefährdete Personen.
  • Schalten Sie elektrische Geräte in bedrohten Räumen ab.
  • Sichern Sie Wertgegenstände und Dokumente, z. B. Versicherungsunterlagen.
  • Dichten Sie Türen, Fenster und Abflussöffnungen ab und leeren Sie gefährdete Räume.
  • Fahren Sie Ihr Auto aus der Gefahrenzone.

Haben Sie die Vorsorgemaßnahmen (Auswahl) berücksichtigt und umgesetzt,

  • Sichern der Heizöltanks
  • Einbau einer Rückstausicherung/Rückstauklappe
  • Werkzeug und Material (oder mobile Schutzsysteme) lagernd zum Verschließen der Öffnungen am Haus

 dann können Sie dem Hochwasser etwas ruhiger entgegensehen. Nachfolgend sind noch einige Hinweise zu Verhaltensweisen und Geräten aufgeführt, welche Ihnen behilflich sein können.

Notruf
Wo ist etwas geschehen?
Was ist geschehen?
Wie viele Verletzte?
Welche Verletzungen?
WARTEN auf Rückfragen!!
Wenn möglich, weisen Sie Rettungskräfte an der Straße ein, z.B. wenn Hausnummern nur schlecht erkennbar sind oder die Helfer zu einem Hinterhaus geleitet werden müssen.

Informationsquelle Radio
Eine großflächige Katastrophe - wie z.B. Hochwasser - kann dazu führen, dass Teile der Bevölkerung von der Außenwelt abgeschnitten werden. Nur über Rundfunk können dann lebenswichtige Informationen die Hilfebedürftigen erreichen. Oft ist aber auch die Stromversorgung in Katastrophengebieten nicht mehr gewährleistet, dann fällt auch ein netzbetriebenes Radio aus. Viele Rundfunkgeräte können aber sowohl über Netzanschluss als auch mit Batterien betrieben werden. Damit Sie auch bei Stromausfall noch informiert werden können, ist ein solches Rundfunkgerät mit UKW- und Mittelwellenempfang besonders wichtig. Dazu gehören natürlich auch die für den Batteriebetrieb erforderlichen Reservebatterien. Tipps für die Vorratshaltung: Sie benötigen ein Rundfunkgerät mit UKW und Mittelwelle, auch für Batteriebetrieb geeignet. Die Haltbarkeit von Batterien ist begrenzt. Legen Sie sich einen Vorrat an und entnehmen Sie diesem Vorrat die Batterien, die Sie benötigen, aber ergänzen Sie den Vorrat immer wieder durch Neukäufe. Gute Markenbatterien haben eine Haltbarkeit von zwei Jahren, Herstellungs- und Haltbarkeitsdatum ist auf Batterie oder Verpackung erkennbar. Trockenbatterien mit Silizium sind unbegrenzt lagerfähig. Der Fachhandel gibt darüber Auskunft.

Gummistiefel
Gummistiefel mit eingebauter Stahlkappe und Wärmeschutz. Hierbei ist ebenfalls auf eine ausreichende Anzahl von Gummistiefeln, für die im Haushalt lebenden Personen zu achten.

Wathose (Anglerhose)
Durch Ausfälle oder Reparaturmaßnahmen kann es zu Einsätzen im tieferen Wasser kommen. Für diesen Fall empfiehlt sich eine strapazierfähige Wathose. Weiches Material mit ausreichender Bewegungsfreiheit hat sich hierfür besonders bewährt. Bei Gefahr für Leib und Leben sollten solche Einsätze vermieden werden. Die Einsatzkräfte von THW und Bundeswehr benutzen zur zusätzlichen Sicherung Schwimmwesten.

Gummi- und Arbeitshandschuhe
Bei Hochwasser besteht die Gefahr, das Öl und andere Chemikalien in das Wasser gelangen. Sind dann Arbeiten im Wasser oder teilgefluteten Bereichen notwendig, so ist es erforderlich die Hände ausreichend zu schützen. Gummihandschuhe schützen die Haut vor möglichen Verätzungen. Beim Transport und Umlagern von sperrigen Gütern (Möbel, Waschmaschine) eignen sich Arbeitshandschuhe zum Schutz vor Verletzungen.

Hausapotheke/Erste-Hilfe-Kasten
Verletzungen sind nicht auszuschließen. Hierfür sollte ein wirksames Wund-Desinfektions-Mittel in keiner Hausapotheke fehlen. Durch die mögliche Verunreinigung des Wassers mit Öl oder Chemikalien kann schon eine kleine Verletzung zu einer Blutvergiftung führen. Deshalb sollten nicht nur Handschuhe getragen werden, sondern auch ein wirksames Wund-Desinfektionsmittel vorhanden sein. Ebenso wird ein geeignetes Durchfallmittel empfohlen, denn durch Schleimhautkontakt mit dem verunreinigten Wassers kann es zu der sog. Brackwasser-Diarrhö (Durchfallerkrankung durch Hochwasser) kommen.

Hautschutzcreme
Das Tragen von Handschuhen und die Arbeiten im Wasser können die Haut belasten. Zum Schutz und zur Pflege hilft eine handelsübliche Hautschutzcreme.

Material zum Hochbocken/Hochlagern
Im Falle einer geplanten Kellerflutung zur Verhinderung des Auftriebes ist das Leerräumen oder Hochlagern in den Räumen erforderlich. Zur erhöhten Lagerung von Wertgegenständen und anderen Stoffen empfehlen sich Metallblöcke und Holzböcke. Letztere unterliegen jedoch der Gefahr durch Aufschwimmen bei zu geringer Belastung. Ebenso eignen sich Holzpfosten, um zwischen den Böcken eine Ebene zu schaffen. Metallregale aus verzinktem Blech, die dauerhaft in Abstellräumen aufgestellt sind, bieten eine gute Vorsorgemaßnahme um im Bedarfsfall Gegenstände, die vor Wassereinwirkung geschützt werden müssen, hoch zu lagern.

Behälter für schützenswerte Gegenstände
Stapelbare Plastikboxen haben sich für das Lagern von Gegenständen z.B. aus ausgeräumten Schränken gut bewährt. Auch Plastikwannen, Klappboxen, Umzugskartons oder sonstige Kisten sind für die Lagerung hilfreich.

Isolier- Klebeband, Draht, Bindfaden, Leinen und Seile
Im Hochwasserfall ist das Klebeband (umgangssprachlich auch "Panzertape") eines der nützlichsten Hilfsmittel. Mit Klebeband können Türen und Fenster abgedichtet, die Reparatur oder Fixierung von Schlauchmaterial durchgeführt, Gegenstände befestigt oder verschlossen werden. Auch Draht, Bindfaden und Seile (möglichst wasserbeständig) sollten ebenso wenig fehlen.

Hand-Werkzeug und Kleinmaterial
Für diverse Selbstschutzarbeiten sollte geeignetes Werkzeug und Kleinmaterial vorhanden sein. Ein Hammer, verschiedene Zangen, isolierte Schraubenzieher, Messer, Säge etc. sollten in einem Werkzeugkoffer untergebracht sein. Der Transport und die Verfügbarkeit können somit sichergestellt werden. Verschiedene Nägel und Schrauben sowie Schlauchschellen, Schlauchverbinder und Dichtungen gehören ebenso in diesen Werkzeugkoffer. Bei älteren Sicherungskästen mit Schraubsicherungen sollten diese ebenfalls vorrätig sein.

Kunststofffolien und Abdeckplanen
Zum Abdichten von Türen und Fenstern oder zum Abdecken von im Freien gelagerten Sachen eignen sich Kunststofffolien und Abdeckplanen auf Grund ihrer Witterungsbeständigkeit und besonders gut. Eine Bevorratung in ausreichender Menge im Haushalt wird deswegen angeraten. Diese Folien werden auch zum Schutz für Gegenstände vor der beim Hochwasser entstehenden hohen Luftfeuchtigkeit in den Räumen verwendet.

Pumpen und Zubehör
Pumpen dienen zur Entfernung von Wasser aus bestimmten Räumen oder zur Einhaltung des gewünschten Wasserspiegels bei einer Teilfüllung des Gebäudes. Das endgültige Auspumpen des Kellers sollte dann durchgeführt werden, wenn sichergestellt ist, dass dadurch kein zusätzlicher Gebäudeschaden entstehen kann (vgl. Kapitel 5.3.1 u. 5.3.3). Der Handel bietet verschiedene Varianten von Pumpen an. Die Anschaffung stellt dabei einen erheblichen Kostenfaktor dar. Am verbreitesten sind Tauchpumpen mit Schwimmer, die ab einer bestimmten Wassertiefe automatisch anfangen zu pumpen. Die Regler sind jedoch für Wasserstände von über 25 cm ausgelegt. Diese Pumpen müssen durch Hochlagern des Schwimmers, in dem sich die An- und Ausschaltelektronik befindet, betriebsbereit gehalten werden, um auch bei niedrigeren Wasserständen zu pumpen. Es empfiehlt sich bei der Anschaffung darauf zu achten, dass die Pumpen eine möglichst geringe Wasserhöhe zum Fördern brauchen, da sie ansonsten den Rest des Schmutzwassers (oft mehr als 10 cm) nicht mehr fördern können. Es gibt auch spezielle Pumpen, welche nach dem Prinzip eines Wasserstaubsaugers arbeiten. Diese Pumpen können auch bei geringen Restwasserhöhen noch eingesetzt werden. Besonders geeignet sind Pumpen, die eine separate An- und Abschaltmöglichkeit besitzen und damit nicht auf einen Schwimmer angewiesen sind. Auch gilt es zu beachten, dass die Pumpe eine Abschaltautomatik gegen Heißlaufen hat. Hierbei gilt es auch auf Qualität zu achten, da günstige Kunststoffprodukte oft nach wenigen Betriebsstunden ausfallen. Der Einsatz zur Regulierung bei Teilflutung eines Hauses ist nur dann sinnvoll, wenn sichergestellt ist, dass bei Stromausfall eine Versorgung über ein Notstromaggregat erfolgt.

Pumpenschläuche und Zubehör
Bei dem zu einer Pumpe zugehörigen Schlauchmaterial ist auf eine ausreichende Länge zu achten. Ebenso entscheidend ist das Material. Biegsame Gummischläuche sind spröden Kunststoffvarianten vorzuziehen. Der Durchmesser sollte nicht zu gering gewählt werden, da ansonsten Schwebstoffe, Blätter oder sonstige Gegenstände den Schlauch schnell verstopfen. Wichtig sind auch eine hinreichende Anzahl von Schlauchschellen und Verbindungsstücken mit Kupplung. Für den Einsatz empfiehlt sich der Gebrauch von mehreren Schlauchstücken die zusammengesteckt werden können Diese bieten gegenüber einem langen Schlauchstück den Vorteil, dass bei Verstopfungen die Teilstücke schneller auszutauschen und zu reinigen sind.

Kanaldichtungen
Bei Hochwasser und überfluteten Straßen und Kanälen besteht die Gefahr von Rückstau in das eigene Haus oder die Wohnung. Mit installierten Rückstauklappen im Hauskanal lässt sich diese Gefahr unterbinden. Auch möglichen Folgeschäden wird somit vorgebeugt. Eine behelfsmäßige Sicherung stellt die Blockade mit mehren Lagen von Mülltüten dar. Hierbei ist jedoch auf verminderte Abflussleistung und mögliche Verstopfungsgefahr zu achten. Eine Markierung an behelfsmäßigen Schutzmaßnahmen dient der Erinnerung nach dem Abklingen des Hochwassers.

Elektrokabel und Verlängerungskabel
Bei einer eingeschränkten Nutzungsmöglichkeit von Stromquellen im Haushalt empfehlen sich Verlängerungskabel. Diese liefern Strom aus nicht vom Hochwasser betroffnen Teilen des Hauses. Hierbei ist auf Feuchtraumqualität der Kabel zu achten. Eventuelle Wasserkontakte lösen somit keinen Kurzschluss aus. Zusätzliche wasserdichte Schutzmuffen unterstützen die Wirkung. Beim Anschluss von mehreren Anlagen ist ein ausreichender Leiterquerschnitt der Kabeltrommeln zu berücksichtigen.

Zusätzliche Beleuchtung
Besonders geeignet sind Strahler mit Stativ oder Aufstellständer, die beliebig positioniert werden können. Je nach Einsatzort sind auch die mit Klemmvorrichtung versehenen Strahler sinnvoll. Hier eignen sich Halogenstrahler, welche in verschiedenen Ausführungen beim Fachhändler erhältlich sind.

Schrubber, Wasserschieber, Eimer, Aufnehmer, Lappen etc.
Zur Beseitigung von Schlamm und Wasser bedarf es neben der Pumptechnik auch normalen Reinigungsgeräten. Besonders geeignet sind Wasserschieber (auch Abzieher genannt), mit denen man das Wasser oder den Schlamm wegschieben kann. Schaufeln sind ebenfalls zum Sammeln und Transport gebräuchlich. Eine ausreichende Stückzahl von Eimern und Lappen empfiehlt sich ebenfalls.

Kraftfahrzeuge
Ein besonderes Augenmerk, neben der Sicherung des Gebäudes, stellt der Schutz von Kfzs dar. Fahrzeuge die nicht rechtzeitig aus der Gefahrenzone gebracht werden, verursachen erhebliche Probleme bei Hilfseinsätzen aber auch für die Umwelt. Deshalb gilt es folgende Punkte zu beachten:

  • Fahrzeuge aus der Garage in Sicherheit bringen (besser zu früh als zu spät).
  • Fahrzeuge, die im Freien abgestellt sind, aus der Gefahrenzone (See, Fluss, bereits überflutete Strassen) bringen.

Beim Überqueren von überfluteten Stellen gilt:

  • Langsam "vortasten" (auch Schrittgeschwindigkeit kann gefährlich sein); dringt Wasser in den Motorraum, droht ein kapitaler Schaden.
  • Nach längeren Fahrten den Motor abstellen, damit der Katalysator abkühlt, ehe durch das Wasser gefahren wird. Die Temperatur des Kat liegt bei etwa 700 Grad, wird er plötzlich abgekühlt, kann der Keramikkopf springen.

Stand das Kfz bis zur Ölwanne oder gar über die Räder hinaus im Wasser, Motor nicht mehr starten! In die nächste Werkstätte zur Überprüfung schleppen (Bremsflüssigkeit und Öl wechseln etc.)

 

Quellen:

  • verändert nach Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e. V.: Flyer "Schutz vor Überschwemmung und Hochwasser"
  • Bundesamt für Bevölkerunsgschutz und Katastrophenhilfe: Für den Notfall vorgesorgt, Bonn, 2005
  • Niederösterreichischer Zivilschutzverband: Wasserbeständige Baustoffe, http://www.noezsv.at
02.03.2010

Zurück