Kontakt

Landkreis Stendal
  • Hospitalstraße 1-2
  • 39576 Hansestadt Stendal

  • Telefon: +49 3931 60-6
  • Fax: +49 3931 213060

HAFAS Routenplaner
Von:
Nach:
Datum:
Uhrzeit:
Abfahrt
Ankunft
Startseite | Artikel-Kategorien

Gesundheitsamt informiert zum Thema Skabies (Krätze)

Manche Krankheiten sind durch den Volksmund fast jedem bekannt und als so widerlich und ansteckend verschrien, dass man damit auf keinen Fall in Kontakt kommen will. "Da krieg' ich ja die Krätze" ist ein solcher Spruch.

Gemeint ist eine durch winzige Milben hervorgerufene Hauterkrankung, die mit einem heftigen nächtlichen Juckreiz, juckenden Knötchen oder Papeln, entzündlichen Hautveränderungen und aufgekratzten Hautstellen einhergeht. Überraschenderweise trifft es oft auch sehr gepflegte Menschen. Der Begriff „Krätze“ (medizinisch: Skabies) geht auf „sich kratzen“ zurück, da Betroffene einen heftigen Juckreiz empfinden. Obwohl die stark ansteckende Hautkrankheit in den westlichen Industrieländern bereits als ausgestorben galt, tritt die Krätze wieder erneut auf.

Situation im Landkreis Stendal:

Im Landkreis Stendal lässt sich die Feststellung, dass die Krätze wieder erneut auftritt, durchaus untermauern.  Während im Jahr 2014 dem Gesundheitsamt  25 Erkrankungen an Skabies gemeldet wurden, sind es im Jahr 2015 (Stand 04.03.) bereits 11 Erkrankte. Eine Meldung an das Gesundheitsamt erfolgt allerdings nur, wenn zwei oder mehr Skabies-Erkrankungen auftreten, die in Zusammenhang stehen oder wenn diese Erkrankungen in Gemeinschaftseinrichtungen bekannt werden.

Übertragungsweg:

Die Krätze kommt weltweit vor und breitet sich vor allem dort schnell aus, wo Menschen auf engem Raum zusammenleben (Familie, Altenheime, Schulen, Kindergärten). Da die Ansteckung mit Krätze vor allem durch engen Körperkontakt (insbesondere beim Geschlechtsverkehr) erfolgen kann, wird die Krätze zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen gezählt.  Auch die gemeinsame Nutzung von Bettwäsche, Matratzen, Decken, Kissen, Handtüchern oder Kleidung kann eine Ansteckung mit der Krätze zur Folge haben. Weitere mögliche Infektionsquellen sind zudem Plüschtiere.

Erreger:

Ursächlicher Erreger der Krätze ist ein zu den Spinnentieren gehörender Parasit namens Sarcoptes scabiei. Dieser auch Krätzmilbe genannte parasitäre Erreger ist rundlich und etwa 0,2 bis 0,4 Millimeter groß, hat einen durchscheinenden Körper sowie acht paarweise angeordnete Beine und verfügt zudem über einen kräftigen Kiefer. Die weibliche Krätzmilbe besiedelt bei der Krätze die Haut, indem sie sich in der obersten Hautschicht einnistet, sich dort von Zellflüssigkeit und Hautzellen ernährt und in kleinen, in die Haut gegrabenen Gängen nicht nur Kot, sondern täglich etwa ein bis drei Eier ablegt. Aus den wenige Tage später schlüpfenden Larven werden innerhalb von zwei bis drei Wochen geschlechtsreife Krätzmilben, die sich auf der Haut verpaaren.

Symptome:

Bei einer Erstinfektion vergehen nach der Übertragung der Krätzmilbe zwei bis sechs Wochen, ehe die ersten Symptome in Form von juckendem Ausschlag und großflächigen, entzündlichen Hautveränderungen auftreten. Steckt sich eine Person danach erneut mit Krätze an, verringert sich der Zeitraum zwischen der Infektion und dem ersten Auftreten von Symptomen auf wenige Tage.

Bevorzugte Körperstellen sind: die Fingerzwischenräume, die Handgelenke, die Ellenbogen, die Armbeugen, die Knie, der Brust- und Achselbereich, die Region um den Bauchnabel, das Gesäß, die Genitalregion und der Penis.

Diagnose:

Leidet ein Patient unter einem starken nächtlichen Juckreiz und dem charakteristischen Ausschlag an den für die Krätze typischen Hautstellen, besteht der Verdacht, dass er sich mit Krätzmilben infiziert hat. Er sollte in diesem Fall einen Arzt (am besten einen Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten) aufsuchen und sich genau untersuchen lassen.

Therapie:

Die Krätze wird mit einer speziellen Salbe oder Creme behandelt, die meist einmalig auf den gesamten Körper (mit Ausnahme der Gesichtsregion) aufgetragen wird und bei richtiger Anwendung die Krätzmilben vernichtet, eine erneute Infektion verhindert und innerhalb von einigen Tagen oder Wochen zu einer Abheilung der Hautveränderungen führt. Um eine erneute Ansteckung mit Krätze zu verhindern, sind sämtliche Menschen im engen Umfeld mit zu behandeln. 

Bitte beachten!

Sollten Sie selber oder Ihre Kinder an Krätze erkranken, so dürfen weder Sie noch Ihre Kinder in einer Gemeinschaftseinrichtung (Schule, Kita, Pflegeheim etc.) tätig sein oder diese besuchen. Eltern sind verpflichtet bei einer Erkrankung ihres Kindes die Einrichtung zu informieren.

Darüber hinaus sollte die Bettwäsche und Kleidung bei 60 Grad Celsius gewaschen oder mindestens vier Tage lang gelüftet werden, damit die möglicherweise darin enthaltenen Krätzmilben, die maximal drei Tage ohne Wirt überleben, absterben.  Ebenfalls praktikabel ist das Aufbewahren der milbenbefallenen Textilien, Schuhe oder Gegenstände in Plastiksäcken über drei - vier Tage. Auch das Einfrieren in der Tiefkühltruhe tötet die Krätzmilben effektiv ab, hier reichen bereits 24 Stunden aus. Betten, Sessel, Teppiche und Fußböden sollten zudem gründlich mit dem Staubsauger abgesaugt werden.

Heilungsaussichten:

Unbehandelt verschlimmert sich die Krätze mit der Zeit und nimmt einen chronischen Verlauf. Eine Therapie der Krätze ist daher unabdingbar. Wird die Krätze richtig behandelt, führt dies in den meisten Fällen zu einer Heilung.

Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder noch weitere Informationen benötigen, so wenden Sie sich bitte an das Gesundheitsamt Stendal. Telefon: 03931/607901

E-Mail: gesundheitsamt@landkreis-stendal.de

16.03.2015

© Dörte Lange E-Mail

Zurück