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Regionale Entwicklungsagentur Land(auf)Schwung Stendal
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Schwerpunktthema A: Digitalisierung

Wie in vielen ländlichen Regionen ist auch in der Altmark die Verfügbarkeit eines flächendeckenden schnellen Internets nicht gegeben. Doch sind leistungsfähige Breitbandnetze eine wesentliche Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum und eine zukunftsfähige Entwicklung von Regionen. Um die Grundlage für die digitale Entwicklung zu legen, haben der Landkreis Stendal und der Altmarkkreis Salzwedel im Juli 2012 den ersten kommunalen Breitbandzweckverband in Sachsen-Anhalt gegründet. Das Ziel ist die flächendeckende Errichtung eines kommunalen Telekommunikationsnetzes, das auch der steigenden Nachfrage an hochbitratigen symmetrischen Bandbreiten standhalten kann. Aus technologischer Sicht bedeutet die zukunftsfeste Breitbanderschließung der Haushalte, die Verlegung von Glasfaserkabeln bis ins Haus bzw. in die Wohnung (FTTB/H) vorzunehmen.

Durch den geplanten Auf- und Ausbau einer hochbitratigen Breitbandinfrastruktur können infrastrukturelle Defizite in Teilen aufgelöst werden. Die Verfügbarkeit einer schnellen Internetanbindung stellt die Grundlage für die Einführung neuer digitaler Dienste dar. Bisher ist diese Entwicklungschance noch nicht in den Fokus regionaler Aktivitäten gerückt. Diese neuen Ausgangsbedingungen sollen nun für die Entwicklung der Altmark genutzt werden. Land(auf)Schwung soll hierzu den Anschub geben.

Strategische Ziele und zentraler Ansatzpunkt

Die Initiative des Schwerpunktthemas ist darauf ausgerichtet, den digitalen Wandel und damit verbundene Entwicklungsaktivitäten in der Altmark zu fördern. Mit den folgenden fünf strategischen Zielen sollen die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Entwicklungsziele

A1) Etablierung neuer Modelle und Anwendungen digitaler Innovationen zur Sicherung der Daseinsvorsorge und Stärkung der Wirtschaftskraft
A2) Die Altmark wird Vorreiter-Modellregion für das Thema Smart Country
A3) Förderung digitaler Produktentwicklungen durch Unternehmen oder Unternehmensgründungen in der Altmark
A4) Erprobung und Anwendung digitaler Angebote und neuer Dienste durch regionale Akteure
A5) Stärkung und Etablierung des Zweckverbandes Breitband Altmark

Diese Ziele sind durch werden durch die operationalisierten Ziele weiter konkretisiert (siehe Tabelle Zielvorgaben).

Der zentrale Ansatzpunkt besteht in der Förderung von Aktivitäten zur Erzeugung von Nachfrage nach digitalen Leistungen durch Sensibilisierung, Wissenstransfer und Öffentlichkeitsarbeit. Gleichzeitig sollen internetgestützte Dienste zur Daseinsvorsorge und neue digitale Modelle für die Wirtschafts- und Arbeitswelt entwickelt werden.

Wertschöpfungskette Digitale Vernetzung

Zur Verdeutlichung des strategischen Ansatzes dient die Wertschöpfungskette (WSK) Digitale Vernetzung mit insgesamt fünf Stufen. Zur Stärkung dieser Kette bzw. der Implementierung des Themas bedarf es der Förderung auf allen Stufen in unterschiedlicher Intensität.

Stufe 1: Bedarf
Um die Digitalisierung als Erfolgsfaktor auszubauen, muss die Akzeptanz dafür geschaffen und eine entsprechende Nachfrage bei potenziellen Nutzern erzeugt werden. Hierzu sind aktivierende und mobilisierende Maßnahmen zu ergreifen, um Informations- und Beratungsbedarfe erfassen und erfüllen zu können. Mit Hilfe eines strukturierten Dialogprozesses können für die Altmark entsprechende Anstöße gegeben werden.

Stufe 2: Breitbandnetz
Durch die bisherigen Erfahrungen zum Breitbandausbau ist die Altmark bestrebt, eine Vorreiterrolle bei diesem Thema einzunehmen und Beispiel für andere ländliche Gebiete zu sein. Bei seinen geplanten Aktivitäten soll der ZBA unterstützt und damit der Netzausbau weiter vorangebracht werden. Die entsprechenden Strukturen werden zurzeit aufgebaut und müssen langfristig etabliert werden. Der Zweckverband ist der wichtigste regionale Initiator und Partner zur Gestaltung des digitalen Wandels in der Altmark.

Stufe 3: Produktentwicklung
Regionale Unternehmen und auch junge Gründer (Startups) sollen dabei unterstützt werden, mit ihrem Know-how innovative Geschäftsideen marktfähig zu entwickeln und entsprechende Kapazitäten in der Region aufzubauen. Im Rahmen von Land(auf)Schwung werden sich die Aktivitäten auf ausgewählte Themenfelder konzentrieren, die die Besonderheiten des ländlichen Raums berücksichtigen.

Stufe 4: Angebote
Auf dieser Stufe sollen Maßnahmen zur Stärkung und Unterstützung neuer Diensteanbieter durch Anwendung vorrangig im Bereich der Daseinsvorsorge erfolgen. Dabei gilt es, die Chancen neuer digitaler Geschäftsmodelle, Infrastrukturen, Plattformen und Vernetzungen zu erkennen, zu kommunizieren und zu nutzen.

Stufe 5: Updates
Die Weiterentwicklung von Angeboten und Diensten kann gefördert werden, wenn sich abzeichnet, dass hiermit ein hoher Innovationsgewinn verbunden ist und neue Zielgruppen erschlossen werden können. Vorrangig werden Aktivitäten nicht auf diese WSK-Stufe ausgerichtet.

Durch intelligente Lösungen soll ein Mehrwert generiert werden, der im Einklang mit der notwendigen Datensicherheit steht. Dabei verstehen sich die Aktivitäten als Start für einen langfristigen Prozess zur Beteiligung der Altmark am gesamtgesellschaftlichen digitalen Wandel. Die folgenden Themenfelder stellen Ansatzpunkte für digitale Anwendungen dar:

Digitale Bildung (E-Learning)
Die digitale Bildung soll einerseits die Menschen noch besser auf die digitalen Medien und die Wissensgesellschaft vorbereiten und hierzu breite Kompetenzen schaffen. Andererseits sollen die Chancen für gute Bildung genutzt und speziell für die Bedürfnisse des ländlichen Raumes weiterentwickelt werden. Zu prüfen sind hierbei neue Möglichkeiten, die sich für die allgemeine Schulbildung, aber auch für Weiterbildungen, Qualifizierungen und sonstige Angebote des lebenslangen Lernens ergeben.

Digitale Dienstleistungen (E-Commerce)
Bei modernen E-Commerce-Systemen reicht die Bandbreite von Multimedia-Angeboten bis hin zur Bestellungsmöglichkeit von konventionellen Waren und Dienstleistungen. Dadurch haben sich traditionelle Geschäftsmodelle verändert und der klassische Einzelhandel erfährt einen Umbruch. Für den ländlichen Raum bedeutet dies, neue Modelle regionaler Handelsstrukturen unter Nutzung des Internets aufzubauen und entsprechend angepasste Arbeitsplätze zu schaffen. Zugleich können hiermit neue Angebote zur Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen aufgebaut werden. Mit Hilfe innovativer Lösungen im Logistikbereich und neuer Transportstrukturen können Waren auch im ländlichen Raum kosteneffizient verteilt werden.

Digitales Engagement
Um ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement besser zu organisieren und hierfür zu motivieren, wird das Internet zukünftig eine wichtige Rolle einnehmen, so z.B. zur Gewinnung neuer Mitglieder oder der Koordinierung des Einsatzes hilfsbereiter Menschen für bestimmte Aufgaben. Durch den Aufbau digitaler Angebote können neue Zielgruppen, insbesondere junge Menschen, angesprochen werden, die über die klassischen Kommunikationswege zur Beteiligung nicht erreichbar sind. Zugleich gilt es, das freiwillige generationenübergreifende Engagement zur Förderung der Medienkompetenz im Bereich des Internets und anderer neuer Medien zu stärken.

Digitale Verwaltung (E-Government)
Digitale Dienstleistungen der Verwaltung mit Nutzen für Bürgerinnen und Bürger sowie für Unternehmen helfen, Wege und Zeit zu sparen und notwendige Aufgaben effizienter zu gestalten. Dazu müssen Verwaltungen weiter modernisiert und Schnittstellen geschaffen werden. Um diesen Prozess im ländlichen Raum voranzubringen, können interkommunale Kooperationen und die gemeinsame Erarbeitung von Lösungen erfolgen. Ebenso ist es wichtig, die Abläufe innerhalb von Verwaltungen noch mehr zu optimieren und digitale Anwendungen zu ermöglichen. Hierdurch können z.B. Kosten im Beschaffungswesen reduziert, der Energieverbrauch gesenkt und Arbeitsabläufe effektiver gestaltet werden.

Digitales Gesundheitswesen (E-Health)
Mit diesem Begriff werden mehrere Aspekte aus Pflege und Medizin angesprochen. Hierbei geht es um Anwendungen der Telemedizin, neue Services im Gesundheitswesen oder auch Vernetzungen im Gesundheitssystem. Im Fokus der Aktivitäten muss der Mensch mit seinen Bedürfnissen stehen. Digitale Angebote sollen ergänzen und dabei helfen, die kritische Situation der gesundheitlichen und medizinischen Versorgung im ländlichen Raum zu verbessern und langfristig zu sichern.

Digitale Arbeitswelt
Die fortschreitende Digitalisierung schafft neue Tätigkeitsfelder und bietet Chancen für Beschäftigung. Sie ermöglicht flexiblere und familienfreundlichere Arbeitsformen. Dies kann positive Auswirkungen auf die Sicherung von Fachkräften, aber auch auf Steuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträge haben.

Digitale Wirtschaft (E-Business)
Wirtschaftliche Strukturen sind bereits im Umbruch. Industrie 4.0 bezeichnet den rasanten Wandel mit neuen Bestell,- Fertigungs- und Transportwegen. So gilt es gerade für die Bereiche von Landwirtschaft, Gewerbe, Handel und Tourismus digitale Chancen zu erkennen und für die Stärkung von Unternehmen zu nutzen.

10.02.2016

© Björn Gäde E-Mail

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