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Ausgewählte Denkmale im Landkreis Stendal

An dieser Stelle werden in loser Folge einige Denkmale auf dem Territorium des Landkreises Stendal beschrieben. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird im Laufe der Zeit ergänzt.

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Historische Tankstellen

Denkmal des Monats November 2015

Tankstelle in Osterburg

Heute soll ein Denkmal beleuchtet werden, was sicherlich als solches oftmals nicht erkannt bzw. beachtet wird. Es geht um historische Tankstellen.

Wenn man genau hinschaut, findet man diese auch noch in unserem Landkreis. Doch welche Geschichte verbirgt sich hinter diesen Bauten, wie erhielten sie ihre typische und unverwechselbare Erscheinungsform?

Die Entstehung der Tankstelle ist natürlich eng mit der Mobilisierung durch Kraftfahrzeuge verbunden. Wurde zunächst der Kraftstoff noch aus Kanistern verkauft, war damit bald eine flächendeckende Versorgung der Fahrzeuge nicht mehr zu gewährleisten. Hinzu kommt, dass man natürlich auch das Geschäft mit dieser Handelsware als gewinnbringend erkannte. Andere Lösungen waren notwendig.

So errichtete in Deutschland erstmals die Firma Olex im Jahr 1923 kleine Tankkioske, die sehr ansprechend gestaltet waren. An diesen wurde mittels einer Handpumpe der Kraftstoff in die Fahrzeuge befüllt.

Für die Nutzung waren diese jedoch nicht sehr vorteilhaft. Als einfacher erwiesen sich direkt am Bordstein installierte motorisierte Zapfsäulen, die ungehindert und einfach angefahren werden konnten. Für den Gebrauch einer Zapfsäule sprach weiterhin, dass diese ein sauberes und gefahrloses Abfüllen ermöglichten und die Gefahren beim Umgang und der Lagerung dieser explosiven Stoffe einschränkten.

Von der einfachen, am Bordstein installierten Zapfsäule war dann der nächste Schritt die Erbauung der eigentlichen Tankstellen, wie wir sie heute noch kennen und nutzen. Als Merkmale sind hier zu nennen: die Trennung vom fließenden Verkehr durch Zu- und Abfahrt, ein Pavillon als Tankwart- und Kundenraum, eine vorgelagerte Tankinsel mit den Zapfsäulen und dem auf Stützen ruhenden Schutzdach sowie eine nachts werbende Beleuchtung.

War das Dach bei den ersten Bauten zunächst noch klein gehalten, wurde es im Laufe der Zeit immer größer und zum wichtigsten konstruktiven und ästhetischen Element. Die Tankstellen aus dieser Zeit waren sehr unterschiedlich gestaltet. Einige kamen schlicht und einfach daher, andere wiederum waren imposant und beeindruckten durch ihre Form.

Leider wurde diese moderne Entwicklung in der Zeit des Nationalsozialismus unterbunden. Es wurden einheitliche Bautypen geschaffen, die dem sogenannten traditionellen Heimatschutzstil verpflichtet waren und entlang der Autobahnen entstanden.

Das änderte sich wieder ab den Jahren nach 1950. Ab dieser Zeit erschufen die Architekten Tankstellen, die noch heute ein Blickfang sind. Wieder waren es die Dächer, die die Architektur beherrschten und immer gewagter und ausgefallener wurden. Bis 1970 entstanden – trotz einer gewissen Normierung durch die Ölgesellschaften – erstaunlich viele Ausführungen.

Ab den Jahren nach 1970 hielten dann die Selbstbedienungstankstellen in Deutschland Einzug. Zuerst skeptisch betrachtet, wurden sie schnell zum Erfolgsmodell und bestehen in dieser Form noch heute.

Die Tankstellen von heute können in architektonischer Hinsicht mit ihren Vorgänger in keiner Weise mithalten. Umso mehr ein Grund, den authentischen Charme dieser alten Gebäude zu schützen und zu erhalten.

Zu den Tankstellen auf den Bildern:

Die drei Tankstellen in Stendal sind nicht als Einzeldenkmale in das Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt eingetragen. Einzig die Tankstelle am Uenglinger Tor befindet sich im Denkmalbereich „Wallanlage“ der Stadt Stendal.

Die Tankstelle in Osterburg ist als Einzeldenkmal ausgewiesen. Die Denkmalbeschreibung dazu lautet: Stahlbeton-Backstein-Konstruktion mit expressionistischen Backsteindetails, exemplarisch für das „Neue Bauen“ um 1930. Als Tankstelle mit älterer einbezogener Trafostation technisch/verkehrsgeschichtlich relevant und typologisch als früher Tankstellenbau bemerkenswert.

 

 

05.11.2015

© Dörte Lange E-Mail

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