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Die Jagd auf Dr. Superschreck ist eröffnet

Bund bereitet Kinder auf verschiedene Gefahrenlagen vor

Max und Flocke

Ständig lässt er sich neue Katastrophen einfallen: Feuer, Stromausfall, Unfälle. „Dr. Superschreck“ ist ein Bösewicht, wie er im Buche steht. Aber er bekommt Gegenwind. Max und Flocke tun alles dafür, die geplanten Boshaftigkeiten zu verhindern. Seit Anfang Juli 2017 werden sie dabei von allen Kindern unterstützt, die das Online-Abenteuerspiel "Jagd auf Dr. Superschreck" spielen.

Das Anliegen hinter dem Spiel ist ernst: Kinder sind eine besonders verletzliche Bevölkerungsgruppe. Doch je besser sie auf mögliche Katastrophen vorbereitet sind, je besser sie wissen, was im Einzelfall dagegen zu tun oder wer in Notfällen zu informieren ist, desto stärker und sicherer werden sie im Ernstfall den Ereignissen begegnen können.

Um das umzusetzen, hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) mit einer Reihe von Projekten ein umfangreiches Angebot zur Prävention, Vorsorge und Nachsorge für Kinder und Jugendliche entwickelt. „Wir kümmern uns um die gute Vorbereitung von Kindern und Jugendlichen auf Schadenslagen und um die gut aufgestellte psychosoziale Nachsorge. Wir schnüren ein Paket zur Förderung der Selbsthilfekompetenz der Kinder und Jugendlichen“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Krings. Eines der Projekte ist das EU-Projekt „Raising young people´s awareness on preparedness and self protection – YAPS“ (Stärkung der Selbstschutz- und Selbsthilfefähigkeit junger Menschen). „Die Kinder sollen wissen, wie sie in Notfällen und Katastrophen reagieren können und wo sie Hilfe bekommen. So steigern wir ihre Selbsthilfefähigkeit.“, erklärte BBK-Präsident Christoph Unger. In seiner Behörde wird das europäische Projekt von deutscher Seite aus seit Januar 2016 geleitet.

YAPS macht, ausgehend von einer Risikoanalyse, verschiedene Angebote für Kinder und Jugendliche: das Online-Abenteuerspiel, Geschichtenhefte, Unterrichtsmaterialien inklusive methodisch-didaktischer Kommentare, ein Konzept für Workshops zur Ausbildung von Multiplikatoren und einen Leitfaden für Rettungskräfte. „Die Unterlagen werden allen EU-Mitgliedstaaten zur Verfügung gestellt, zumal sie auch auf Englisch erscheinen. Interesse besteht bereits in Estland, Bulgarien und außerhalb Europas in Tunesien und China“, erklärte Unger weiter.

Seit 2011 spricht das BBK mit dem Kinderangebot „Max und Flocke Helferland“ erfolgreich Kinder und Jugendliche zwischen sieben und zwölf Jahren an. Sie erlernen hier spielerisch wichtige Verhaltensregeln zu den Themen Brandschutz, Erste Hilfe und Selbsthilfe, die sich sehr nachhaltig auf das gesamte weitere Leben auswirken. YAPS greift diese guten Erfahrungen auf und entwickelt sie für ganz Europa weiter.

Kinder und Jugendliche mit Behinderungen haben besondere Bedürfnisse – auch und vor allem in Extremsituationen. Sie stehen im Fokus des EUNAD-IP (European Network for Psychosocial Crisis Management – Assisting Disabled in Case of Disaster – Implementation), das ebenfalls im BBK betreut wird. Damit kommt die EU den Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention nach und bringt Psychosoziale Versorgungsangebote im Falle komplexer Gefahren- und Schadenslagen für Menschen mit Behinderung auf den Weg. Während sich vorherige Projekte vor allem auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit Seh- und Hörbehinderungen fokussierten, werden bei EUNAD-IP nun Menschen mit physischer und geistiger Behinderung in Krisenmanagementkonzepte integriert. Weiterhin entwickelt und evaluiert EUNAD-IP pädagogische Toolkits für behinderte Kinder und Jugendliche, mit dem Ziel deren Selbsthilfekompetenzen in Notfallsituationen zu stärken und sie besser auf den Katastrophenfall vorzubereiten.

Was sind die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in Katastrophen und vor allem in der ersten Zeit direkt nach dem unmittelbaren Erleben von Gewalt, Tod und Bedrohung? Und vor allem: wie kann man ihnen helfen mit den Erlebnissen zurechtzukommen? Antworten auf diese Fragen soll das durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) geförderte Forschungsprojekt „Kind und Katastrophe“ (KIKAT) liefern. Es widmet sich den aufgeworfenen Fragen mit dem Ziel, wissenschaftlich fundierte Antworten darauf zu geben, welche Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche in der akuten Phase komplexer Gefahren- und Schadenslagen hilfreich sind und vorgehalten werden können. Es sollen ganz praktische Empfehlungen für die Arbeit der Einsatzorganisationen und der Psychosozialen Akuthilfe entstehen. Mit Kindern und Jugendlichen wird eine noch kaum erforschte Risikogruppe in den Blick genommen.

Mehr Informationen und das Spiel gibt es unter http://www.max-und-flocke-helferland.de

Quelle: Pressemitteilung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

17.07.2017

© Edgar Kraul E-Mail

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