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Landkreis Stendal führt Alarmierungsübung durch

Mitglieder des Katastrophenschutzstabes während der Landesübung im November 2016

Die Niederschläge der vergangenen Tage hatten einige Landkreise in Niedersachsen veranlasst, kurzzeitig den Katastrophenfall festzustellen. Auch in Sachsen-Anhalt waren einige Gemeinden im Harz sehr stark vom Hochwasser der kleinen Gebirgsflüsse betroffen.

Diese bedrohliche Lage in den Nachbarregionen nahm der Landkreis Stendal zum Anlass, im Rahmen einer Alarmierungsübung die Einsatzbereitschaft des Katastrophenschutzstabes zu prüfen und die Mitglieder des Stabes über die aktuelle Situation zu informieren.

Am 31. Juli wurde um 13:00 Uhr der Stab alarmiert. Bereits um 15:00 Uhr war die erste Arbeitsbereitschaft hergestellt und die Leiter der Stabsbereiche trafen sich zu einer Lagebesprechung im Stendaler Landratsamt. Die Sachgebietsleiter meldeten dem Leiter des Stabes die Einsatzbereitschaft, erläuterten kurz die nächsten Schritte, die im Ernstfall zu unternehmen wären. Sie wiesen aber auch auf einige Problemfälle hin, die urlaubsbedingt auftreten könnten, sollte der komplette Stab sofort seine Arbeit aufnehmen müssen.

Dies sei jedoch nicht erforderlich. So die einhellige Meinung der beiden anwesenden Experten des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft. Der aktuelle und der zu erwartende Wasserstand der Elbe würde zu keiner Besorgnis Anlass geben.  

„Der Pegel Wittenberge steht heute bei 2,45 m. Er wird sicherlich in den nächsten Tagen noch um einige Zentimeter steigen, aber bis zur ersten Warnstufe, die bei 5,00 m liegt, ist noch viel Luft“ präzisierte Hans-Jörg Steingraf, Flussbereichsleiter Osterburg, seine Auffassung.

Etwas umfangreicher fielen seine Ausführungen zu den kleinen Flüssen im Norden des Landkreises Stendal aus. Denn in den 1 947 Quadratkilometern Einzugsbereich des Aland fielen vom 24. bis zum 26. Juni 71,8 Liter je Quadratmeter – eine Menge Wasser, das nicht so schnell abfließen könne. Zum Glück waren die Krautungsarbeiten gerade abgeschlossen und der Elbpegel lag noch lange Zeit unter dem Wasserstand des Aland. Diese günstigen Abflussbedingungen nutzte der Flubereichsleiter und öffnete sehr zeitig in Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Stendal fast alle Wehre und Stauanlagen. Zu einem Überströmen der Biese- und Alanddeiche kam es dadurch bisher nicht. Dennoch stehen besonders in diesem Bereich etliche Landwirtschaftsflächen unter Wasser, da die Sättigung des Bodens erreicht und somit keine Versickerung mehr möglich ist.

Sein ostelbischer Kollege Marco Schirmer, kommissarischer Flussbereichsleiter Genthin, bekräftige, dass für seinen Bereich derzeit keine dramatische Situation vorliege. Die Entwässerung der Polder und kleinen Fließgewässer erfolge noch immer über die geöffneten Freischleusen. Schöpfwerke seien nicht in Betrieb. „Momentan“, so Schirmer, „liegt der Wasserstand noch immer unter den normalen Winterstauzielen. Die Wehre Quitzöbel und Gnevsdorf sind für einen ungehinderten Abfluss geöffnet. Lediglich das Wehr Neuwerben wurde jetzt geschlossen, um ein Einströmen der jetzt langsam ansteigenden Elbe in die Havelniederung zu verhindern.“ Auch im Elbe-Havel-Land wirke es sich sehr positiv aus, dass die Krautung des Trübengrabens gerade erfolgt sei und die Arbeiten am Klietzer See momentan laufen. Damit sei die Entwässerung des Einzugsbereiches derzeit voll gewährleistet.

Sebastian Stoll, 2. Beigeordneter des Landrates und Leiter des Stabes, zeigte sich zufrieden mit den Einschätzungen der LHW-Experten. Er dankte den Flussbereichsleitern dafür, dass sie die Katastrophenschützer des Landkreises in der Übung und auch im Erstfall mit umfassenden und verlässlichen Informationen versorgen.

„Der Stab hat heute gezeigt, dass seine Handlungsfähigkeit schnell hergestellt werden kann. Technisch und personell sind wir gut vorbereitet und die vielen tausend Ausbildungsstunden der vergangenen Jahre machen sich bereits positiv bemerkbar“. Mit dieser Einschätzung beendete Stoll die Übung. Die Entwicklung der Lage an den kleinen Flüssen der Region und deren Auswirkung auf die Elbe werde in den nächsten Tagen aufmerksam verfolgt um im Bedarsfall sachgerecht reagieren zu können.

01.08.2017

© Edgar Kraul E-Mail

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