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Fachtag: "Tante Crystal besucht Stendal - Methamphetamin als neue Herausforderung"

"Crystal" lockt 200 Gäste nach Stendal

Fachtag: 'Tante Crystal besucht Stendal - Methamphetamin als neue Herausforderung'

 

Fast 200 Teilnehmer aus den verschiedensten Berufsfeldern der pädagogischen, psychosozialen und medizinischen Versorgung, der Arbeitsverwaltung und der Justiz informierten sich gestern am 12. Oktober bei der Fachveranstaltung des Netzwerkes Kinderschutz und Frühe Hilfen zum Thema „Crystal“.

In regelmäßigen Abständen veranstaltet das Jugendamt Weiterbildungen zu aktuellen Themen. In diesem Jahr war die Modedroge Crystal Gegenstand der Fachtagung.

Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den Landrat Carsten Wulfänger informierte Dr. Bernd Langer vom Institut für Rechtspsychologie und Forensische Psychiatrie Halle die Anwesenden über die medizinischen Hintergründe dieser Droge und die möglichen körperlichen und psychischen Folgeerscheinungen.

Professor Dr. Gundula Barsch von der Fachhochschule Merseburg verdeutlichte anhand ihrer Studien und von Interviewsequenzen den Lebens- und Konsumalltag von Crystal-Konsumenten. Dabei stellte sich die Frage, inwiefern die Erziehungsverantwortung und –tauglichkeit von diesen Eltern beeinträchtigt ist. Hierzu äußerte sich Lena Lehmann vom S.C.H.I.R.M.-Projekt in Halle (Saale). Sie begleitet in ihrer täglichen Arbeit als Familienhelferin Eltern und Kinder mit dieser Problematik. Lehmann hebt hervor, dass das nur möglich ist, wenn alle Fachkräfte engmaschig miteinander arbeiten und die Eltern bereit sind, ihre Abstinenz bei regelmäßig unangekündigten Drogentests zu beweisen.

Im Anschluss an die ersten drei Fachvorträge stellten regionale Akteure wie Ewald Kittner von der Caritas Drogenberatung, Thomas Westphal von der Kriminalpolizei Stendal sowie Dr. med. Annegret Ankerhold vom Fachklinikum Uchtspringe ihren Umgang mit den Crystal-Konsumenten vor. Alle waren sich einig, dass sich Methyl-Amphetamin zunehmend als ein Problem auch in unserer Region darstellt. Kittner sagt: „Die Anzahl der Beratungen von Crystal-Konsumenten nehme stetig zu, dennoch bleiben die Beratungen von alkoholkranken Menschen mit 60 % immer noch der Schwerpunkt in der Suchtberatung.

Zum Abschluss der Veranstaltung griff Tina Schulze, Koordinatorin des Netzwerkes Kinderschutz & Frühe Hilfe und Organisatorin des Fachtages die Worte des Landrates Carsten Wulfänger aus seiner Begrüßung noch einmal auf, „eine gelingende Prävention muss bereits bei unseren Kindern erfolgen. Wir müssen es schaffen, sie so zu stärken, dass sie zu selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen, die die Risiken von Suchtmittel richtig einschätzen können.“

Für Kinder crystal-konsumierender Eltern ist ein wirksamer Schutz durch uns alle gefordert. Hier ist die Devise: Hinschauen und Handeln!

 

 

13.10.2015

© Dörte Lange E-Mail

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