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50 Landwirte, Verwaltungs- und Kommunalvertreter aus der gesamten Altmark waren am 17. Februar 2010 unterwegs nach Soltau, um sich über die Produktionsalternative Energieholz zu informieren. Gemeinsam hierzu eingeladen hatten die Bioenergie-Region Altmark und der Maschinen- und Betriebshilfering Altmark e.V.
Bei der Fahrt wurde deutlich, dass Energieholz vom Acker zwar kein Allheilmittel für die Probleme der Landwirtschaft sein kann, dass aber auf Grenzertragsstandorten oder Stilllegungsflächen schnellwachsende Pappeln und Weiden eine echte ökonomische Alternative bieten. Richtig angelegt vermindern die Pflanzen Wind- und Wassererosion und verbessern die Bodenfruchtbarkeit. Auch die Tierwelt profitiert im Vergleich zu anderen Energiepflanzenkulturen.
Hans Georg von Engelbrechten, Landwirt und Unternehmer mit eigener Kurzumtriebsplantage im Altmarkdorf Vollenschier berichtete bereits auf der Hinfahrt von seinen langjährigen Erfahrungen. Herr Sültmann vom ALFF Altmark informierte die Teilnehmer über die rechtlichen Rahmenbedingungen des Energieholzanbaus auf landwirtschaftlichen Flächen. Erstes Exkursionsziel war die Biomasseheizanlage von Landwirt Dayen aus Soltau. Er beheizt mit seiner 100 KW-Anlage seinen Hof, sowie Ferienhäuser auf Hackschnitzel- und Scheitholzbasis. Beim gemeinsamen Mittagessen bot sich die Gelegenheit für mannigfachen Gedankenaustausch, bevor die Fahrt zu Herrn Hüttmann, Lohnunternehmer und Pionier im Bereich des Energieholzanbaus weiterging.
Herr Hüttmann präsentierte an seinem Hof Kurzumtriebsplantagen. Neben Neuanpflanzungen aus dem vergangenen Jahr waren auch zwei und dreijährige Anpflanzungen zu sehen. Die Kurzumtriebsplantagen werden mit einem selbstfahrenden Feldhäcksler mit Schwachholzvorsatz geernte. Da die Ernte im Winter erfolgt, wenn die Blätter von den Pflanzen abgefallen sind, verbleiben die nährstoffreichen Bestandteile der Pflanzen auf dem Acker und eine zusätzliche Düngung, je nach Bodengüte, wird ausschließlich mit organischen Düngemitteln (z.B. Kompost, Stallmist) betrieben. Da die geernteten Hackschnitzel noch einen sehr hohen Wassergehalt (45 - 55 %) haben, ist eine umgehende Verwertung, als ungetrocknete Ware, nur in großen Heizkraftwerken möglich. Die Hackschnitzel können jedoch auch z.B. mittels der Wärme eines BHKW einer Biogasanlage getrocknet werden, wodurch diese gut lagerfähig werden und so auch von Kleinfeuerungsanlagen, z.B. einer Hackschnitzelheizung im Privathaushalt verbrannt werden können.
Insbesondere die Absatzmöglichkeit der Hackschnitzel vom Feld interessierte die Landwirte. Herr Hüttmann konnte beruhigen, große Heizkraftwerke stellen überregional den Absatz schon heute sicher. Aber auch die bisher schwache regionale Nachfrage wird bis zur ersten Ernte sichergestellt sein. In der Altmark bestehen bereits heute einige Anlagen, die auf Hackschnitzel angewiesen sind und zahlreiche Projekte stehen kurz vor der Umsetzung. Positives Fazit der Fahrt: Bereits dieses Jahr werden einige Exkursionsteilnehmer noch mehrere Hektar Kurzumtriebsplantage anlegen. "Dazu ist es dieses Jahr noch nicht zu spät, bis Mitte Mai ist die Anpflanzung noch möglich" so Hans Georg von Engelbrechten.
Informationen zum Thema landwirtschaftliche Energieholzproduktion und die Nutzung der Hackschnitzel für den eigenen Wärmebedarf, so wie zur Heiztechnik erhalten Interessenten beim Maschinen- und Betriebshilfering Altmark e.V. oder beim Projektbüro Bioenergie-Region Altmark.
Foto: G. Faller-Walzer